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Zweiter Band.
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Magnesia 146 Magneteisenstein

schlägt, den Bodensatz gehörig aussüßt und nochweich in Formen von porösem Stein eindrückt. Manerhält sie aus chemischen Fabriken in backsteinförmi-gen Stücken, welche zu Pulver gerieben werden, dasman als säuretilgendes Mittel und auch zu einigenanderen Zwecken in der Medizin anwendet. Sie löstsich in 2500 kaltem, in 9000 heißem und in 48 Thei-len kohlensäurehaltigem Wasser auf. Man zieht dieenglische der deutschen vor, weil sie aus ziemlich festenStücken besteht, welche unterwegs nicht so unansehn-lich werden, wie die der letzteren. Diejenige, welchein den Salpetersiedereien bereitet wird, enthält Gipsund ist daher zum medizinischen Gebrauch nichttauglich. Die Verfälschung mit Gips, welche über-haupt nicht selten vorkommt, entdeckt man durchSchwefelsäure, die mit 8 Theilen Wasser verdünntist; diese löst die reine Magnesia auf, nicht aber diefremden Beimischungen. Wenn man sie so langein einem Schmelztiegel glüht, bis sie sich ohne auf-zubrausen in verdünnter Salzsäure auflöst, so erhältman die gebrannte Magnesia oder die reineBittererde, Magnesiansta, 8. calcinata, Pa-nacea anglica, ein schneeweißes, geschmackloses, inWasser schwer lösliches und noch lockreres Pulverals vor dem Glühen, das ebenfalls in der Medizingebraucht wird. Es zieht jedoch die durch das Glühendaraus vertriebene Kohlensäure leicht wieder aus derLuft an und muß daher gut verwahrt werden. Diebeste Sorte derselben ist Henry’s magnesia, oderMagnesia usta anglica Henrici , ein reines Magne-siumoxyd , eine schwere, stark gebrannte Magnesia.Die Bereitung ist noch Geheimniß. Sie wird inManchester im Großen fabricirt, in langen, vier-eckigen Gläsern mit der Aufschrift: Henry’s magne-sia, verschickt. Diese Magnesia bildet weder imWasser noch in der Luft ein Hydrat und ist als Arz-neistoff besonders zu empfehlen. (Ueber Glas-m a g n e s i a s. den besond. Art.)

Magnesia, bromwasserstoffsaure, Brom-magnesia, Magnesia byärobromiea entsteht nachAuflösung von kohlensaurer Magnesia in Brom-wasserstoffsäure. Es entsteht ein an der Lust zer-fließliches Salz, das in der Medizin und Photogra-phie angewendet wird.

Magnesia, citronensaure, Magnesia eitricaoder oitrata, Oitras magnesiae. Man bereitet sie,indem eine in Wasser aufgelöste Citronensaure mitkohlensaurer Magnesia gesättigt wird. Dann bildensich Krystalle, die weiß, warzenförmig und leicht lös-lich im Wasser sind. Sie wird gleichfalls in derMedizin gebraucht.

Magnesia, essigsaure, Magnesia acetica,Acetis magnesiae, entsteht, wenn kohlensaure Bitter-erde mit Essigsäure gesättigt wird. Sie ist sehrleicht löslich in Wasser und Weingeist und wird inder Medizin gebraucht, krystallisirt schwer und istsehr bitter. _

Magnesia , jodwasserstoffsaure, Jod-magnesium, wird gebildet durch Auflösung vonkohlensaurer Magnesia in Jodwasserstoffsäure. Esist ein an der Lust zerfließliches Salz, das in derMedizin verwendet wird.

Magnesia, phosphorsaure, Magnesia pbos-phorica, Phosphas magnesiae, bereitet durch Sätti-gung von Magnesia mit Phosphorsäure, bildetvseitige, säulen- und nadelförmige Krystalle, die ander Lust verwittern, im Wasser löslich sind und alsArzneistoff dienen.

Magnesia, salpetersaure, Magnesia nitrica,

Oitras magnesiae, krystallisirt in rhombischen Säu-len und Nadeln, die sehr bitter schmecken, an derLuft zerfließen, daher auch leicht löslich in Wasserund Weingeist sind. Dies Präparat findet nurwenig Anwendung.

Magnesia ,salzsaure, Magnesia rnuria-tica, lst ein weißes, leicht zerfließliches, in Wafferund Weingeist leicht auflösliches Pulver von wider-lich stechendem Salzgeschmack, das man erhält, wennman kohlensaure Magnesia mit Salzsäure sättigtund dann bis zur Trockne abdampft. Auch wird sieaus der Mutterlauge der Salzsoolen gewonnen;doch ist diese nicht rein, sondern mit anderen Salzenvermischt. Sie wird in der Medizin, Photogra-phie rc. gebraucht.

Magnesia, saure, schwefelsaure, Magne-sia snlpünrica acicka, wird gewonnen, wennzu aufgelöster schwefelsaurer Magnesia eine ver-dünnte Schwefelsäure gesetzt wird. Sie findet inder Medizin Verwendung.

Magnesia, schwefelsaure, M. sulphurica,s. Bittersalz. M. sulphurata, s. Schwefel-leber.

Magnesium oder lalciurn ist ein silberweißesglänzendes und hartes Metall von Davy entdeckt,welches in der Magnesia enthalten, schwerer alsWasser, von 1, 743 spec. Gew. und schmelzbar ist. Eskommt nie rein in der Natur vor. In Wasser ver-wandelt es sich durch Anziehung des Sauerstoffs inMagnesia, eben so in der feuchten Luft. Man ver-wendet es nur in der Chemie. Das Quentchen kostetnoch 22 Fl. Eine Verbindung mit Chlor gibt dasChlormagnesium oder Bitterkochsalz, wel-ches in mehren Soolen und im Meerwasser enthal-ten ist, aber auch künstlich dargestellt wird. Reinbildet dieses eine weiße, seidenglänzende, krystalli-nische Masse. Mit Schwefel gibt es Schwefel-magnesium, eine dunkelgrüne zerreibliche Maffe,die sich größtentheils im Wasser löst.

Magneteisenstein ist ein schwarzgraues, zuwei-len stahlfarbig angelaufenes, metallisch glänzendesund sprödes Eisenerz oder Eisenoxybul, das sich anvielen Orten in Rußland, Schweden, Norwegen,Ungarn, Böhmen, Salzburg, Tirol, Sachsen re-theils in Lagern, theils in sandiger Form oder ineinzelnen Krystallen findet und meist wie andereEisenerze zur Gewinnung von Eisen verwendet wird-Da es die Kraft hat, Eisen an sich zu ziehen unddiese Kraft dem Eisen mitzutheilen, so benutzt manes auch zur Verfertignng natürlicher und künst-licher Magnete. An jedem Stücke Magneteisen-stein sind zwei einander gegenüberliegende Stellen,an denen sich die magnetische Kraft am stärkstenzeigt und von denen sich, wenn man den Stein u*der Mitte frei an einem Faden aufhängt, die eineimmer nach Norden, die andre nach Süden richtet'daher man jene den Nordpol und diese den Südpolnennt. Wenn man diese Stellen des Steines ebnetund eine kleine Eisenplatte daran befestigt, die Mnach der einen Seite in einen viereckigen Fuß endignso äußert sich an diesem die magnetische Kraft nochstärker als an dem bloßen Steine und diese Vorrrch-tung wird ein natürlicher Magnet genannt. Wennman mit den vorstehenden Füßen der beiden Eisen-plättchen einen eisernen Stab oder irgend ein andresStück Eisen nach einer gewissen Regel streicht, 1*wird ihm die magnetische Kraft mitgetheilt, wa»aber auch schon geschieht, wenn es eine geraume Zeulang an einem Magnete hängt, und sogar wenn