Norwegen
256
Norwegen
seinen prächtigen Wasserfallen in der Stadt zwei jInseln bildet. Sie hat 20,000 Einw., einen vor- 1trefflichen Hafen und directe Verbindungen mit ent- ^lernten, sogar überseeischen Plätzen. Der Verkehr;ist bedeutend und fortwährend in Zunahme. Im >Jahre 1861 betrug der Werth der ganzen Ausfuhr!1,603,680 Rthlr preuß.; die Totalein fuhr aber2,195,098 Rthlr. Hauptausfuhrartikel sind: Ge- ,treide, Kupfer, Stahl, Kummin, Eisen, Kanonen,jBreter und Dielen; die wichtigsten Einfuhrartikel jsind: Zucker, Kaffee, Fische, Baumwolle, Wolle,;Garne, Häute, Getreide, Oele, Spirituosen, Wein,!Soda, Steinkohlen, Samen, Tabaksblätter undMaschinen. Als Rohstoffe für die Fabrikation!Norrköpings sind Baumwolle, Baumwollengarn !Wolle, Kaffee, Zucker, Steinkohlen, Tabaksblätter,!Wein und Spiritus am wichtigsten. Es sind jhier ausgezeichnete und mindestens 86 Tuchfa- sbrisen, die 1863 ca 1,191.000 Ellen fabrizirten;!sodann besitzt die Stadt 3 Baumwollenspinnereien.und ebensoviele mechanische Baumwollenwebereien,!2 Trikotgewebe-Fabriken, 3 mechanische Werk-sstatten, eine Zuckersiederei, Eiseumanusakturwerke, s2 Tabaksfabrtken und eine mechanische Papier-■fabrik, eine Spielkarten-, eine Korb- und eine Ami-!damfabrik, eine Seifensiederei, 15 Färbereien, 9;Mehlmühlen, 2 Schiffswerfte, 1 Schiffsdock, Braue- jreien, eine Handels - und Gewerbsschule. In 1863 |sind vom Auslande 188 Schiffe mit 11,411 Lastenein- und 177 Schiffe mit 10,286 Lasten ausge-laufen. Dampfschiffe gehen zwischen der Stadtund Lübeck, Stettin, Stockholm und Gothen-burg. — Unweit Norrköping gibt es 2 Kupfer-werke, 1 Kanonengießerei, 1 Glashütte, mehrereEisen- und Manufakturwerke, 1 Baumwollspinuerei,Sägemühlen und Ziegelbrennereien.
Rechnung, Münzen, Maßeund Gewichte,s. Schweden.
Norwegen, Königreich im nördlichen Europa,das jetzt unter dem Könige von Schweden steht, aberseine besondere Verfassung hat und überhaupt injeder Beziehung ein eigenes Land bildet. Es grenztgegen Norden an das nördliche Eisiueer, gegen Ostenau Rußland (Finnland, das man auch als südlichesGrenzland des nördlichsten Theils von Norwegenbetrachten kann) und Schweden, gegen Süden andas Kattegat und gegen Westen an die Nordsee unddas Eismeer, und hat auf 5799 sD Meilen 1,600,000Einw. Das ganze Land ist mit Gebirgen, derenhöchste Spitzen bis 7700 Fuß hoch sind, Hochebenen,kahlen Felsen, tiefen Thälern und Schluchten mitschroffen Seitenwänden. und im Norden mit Schnee-feldern und Gletschern bedeckt, und auch die Küstensind von tief in das Land gehenden schmalen Buch-ten oder Fiordeu zwischen steilen Felsenwänden zer-rissen, vor denen zahlreiche Inseln liegen. DieThäler werden von schnellfließenden und häufigeWasserfalle bildenden Flüssen und Bächen durch-strömt, von denen daher nur einige auf einer kurzenStrecke an ihren Mündungen schiffbar sind. Diegrößten befinden sich im südöstlichen Theile und er-gießen sich in daS Kattegak, wie der Glommen-,Louven-, Drammen-, Laaren-, Torrisdals-Elf u. a.;kleiner und von kürzerem Lauf sind die gegen Westenfließenden. Auch einige schwedische Flüsse wie dieDalelf, Claraelf rc. haben ihre Quellen in Norwegen. !In den Thälern und auch aus den Vergebenen gibtes zahlreiche Seen, von denen der 12 Meilen langeMiösen, den der Louven bildet, und der 9 Meilen
lange Fämundsee auf dem Hochlande die bedeutend-sten sind. Das Klima ist im Allgemeinen kalt, anden südlichen Küstenstrichen aber milder als in Schwe-den, denn bei Christiania (fast 60" nördlich) werdennoch Trauben und Aprikosen und unter 63" Kirschenreif; in der Nähe des Meeres ist es nebelig und naß,im Innern heiter und hell, in den nördlichen Ge-genden aber ist die Kälte bedeutend und — 38° R-nichts Seltenes. Die Küsten werden oft von fürch-terlichen Stürmen heimgesucht. Bis zu 5972° derBreite wächst die Buche; bis 63» au der Küste Eichen,Ulmen, Linden, Wallnußbäume (jedoch ohne Früchte)und Birnbäume; bis 64°Aepfel-, Kirsch- und Pflau-menbäume, Ahorn und Stachelbeeren; bis 65° Ha-selnüsse, Hafer, Flachs, Erbsen und Bohnen; bis 66°Eschen, Tannen, Hanf und Roggen, der in 6—7Wochen gesäet und geerutet wird; nördlicher wächstnur die Birke, die sich aber noch unter 71° auf Ber-gen von 400 Fuß Höhe wenigstens als Gesträuchfindet; bis 70° wachsen Wachholder, und einige an-dere wilde Beerenarten und in den Thälern wirdnoch Kohl, Rüben, Mohren, Salat und Spinat, inguten Jahren auch Gerste und Erbsen gebaut. Daswichtigste Produkt ist Holz aus den großen Waldun-gen im südlichen Theile, die aber so schonungslosbehandelt werden, daß in manchen Gegenden zu-weilen Holzmangel eintritt, sowie auch Pech, Theer,Potasche rc.; man baut Hanf, Flachs, Buchweizen,Kartoffeln, aber nicht genug Getreide für den Bedarf,weshalb das Volk oft gemahlene Flechten und Baum-rinden unter das Brod bäckt; auch Färberflechten,isländisches Moos und wilde Beeren werden benutzt-Es gibt viel Rennthiere, jedoch selten wild, Elen-thiere, Hirsche, Rehe, Hasen, Bären, Wölfe, Füchse,Eichhörnchen, Biber, Fischottern und andere Pelz-thiere, viele Arten Land- und Seevögel, von denenbesonders die Eidergans für die Bewohner manchesKüstengegenden und Inseln von Wichtigkeit ist; str"ner zahlreiche Seethiere: Wallfische, Robben, Fische,(namentlich Heringe), Hummern rc., deren Fch^sowie auch das Trocknen und Einsalzen der Fischeebenfalls viele Menschen ernährt; einige Bäche ent-halten auch Perlenmuscheln. 4ion Mineralien findetsich besonders viel Kupfer und Eisen, ferner Silber,etwas Gold, Blei, Arsenik, Kobalt, verschiedeneMarmvrarten, Alaun, Vitriol, Seesalz, das abernicht in hinreichender Menge gewonnen wird. 2# 0Itfehlt jedoch fast ganz. Die Einwohner beschäftigensich hauptsächlich mit Ackerbau, Waldarbeiten, Berg"bau, Fischfang, Schifffahrt und Handel. Diebrikindustrie steht der schwedischen bedeutend nach,sie sich fast nur auf die Verarbeitung der Landes-produkte beschränkt, und es gibt daher besonderviele Eisen- und Kupferwerke, Fabriken von Elfenund anderen Metallwaaren, Potasche-, Theer-,unPechsiedereien, Sägemühlen, Glashütten, mflg 'fabriken, Pulvermühlen, Blaufarbenwerke, Zssgbrennereien, Branntweinbrennereien, Alaunsrevreien und ein Salzwerk; außerdem wird ^eint 0und andere Zeuge für den Hausbedarf gewebt rin den Städten gibt es Fabriken von Zucker, #Leder, Tuch und Baumwollenwaaren, und Nwerfte. Der Handel beschäftigt sich mit der &fuhr der Landesprodukte, besonders Eisen-, x,Chrom- und Zinkerz, Kupfer, Fischen, ^Thran. Lein- und Oelkuchen rc., und mit der..fuhr von Fabrikaten. Kunstprodukten und auSlaischen Laudeserzeugnissen. Im Jahre 1802 i 'in sämmtlichen Häfen des Königreichs im