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Zweiter Band.
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Bder

Obsidian, Lavaglas, VulkanischesGlas,auch Glasachat und isländischer Achat ge-nannt, ist ein Mineral vulkanischen Ursprungs, dassich meist in der Nähe von Vulkanen findet. Er hatstarken Glasglanz, muscheligen Bruch, ist mehr oderwenig, zuweilen nur an den Kanten durchscheinendund nimmt eine schöne Politur an. Die Farbe istsehr verschieden, am häufigsten schwarz, zuweilenbräunlich, grünlich, röthlich, seltener gelb, roth, blau,weiß oder verschieden gestreift oder gefleckt. Er fin-det sich am Vesuv, Aetna, auf den liparischen Inseln,auf Island, Teneriffa, in Ungarn, Sibirien, Ame-rika rc. Im Bimsstein, der wahrscheinlich derSchaum von geschmolzenem Obsidian ist, findet ersich zuweilen als eine Art Kern, der aus einzelnenrunden perlenglänzenden Körnern besteht, weshalbman ihn auch Perl st ein nennt. Dieser Art istauch der sich besonders in Sibirien findende perl-graue sogenannte edle Obsidian oder Mare-kanit. Eine lichtblaue, florähnliche Art wirdFlor st ein genannt, und einen bouteillengrünen,den man in Böhmen findet, nennt man auch Bou-teillenstein oder böhmischen Chrysolith.Eine Varietät mit grünlichgelbem Scheine heißtSchillerobsidian. — Man verfertigt aus demObsidian Messerhefte, Stockknöpfe, Dosen u. dgl., ausschönen Stücken auch zuweilen Ringsteine und andereBijouterien, und aus dem schwarzen Trauerschmuck.

Obst, s. Aepfel, Birnen, Pflaumen,Kirschen rc.

Obstwein, s. Cider.

Occa, die Wurzelknolle von Oxalis tuberosa, einerder Kartoffel ähnlichen Pflanze, welche in Peruwächst, einen giftigen Saft enthält, der durch Zube-reitung entfernt wird. Sie dient als Nahrungs-mittel.

Occa, s. Oka.

Oceanholz, s. Mahagoniholz.

Oceanien, s. Australien.

Ochavo , eine spanische Kupfermünze.

Ocher oder Oker nennt man verschiedene, durchEisenoxyd gelb, orange oder gelbbraun gefärbte,meist zerreibliche und stark abfärbende Erden, die sichin vielen Gegenden, fast immer in der Nähe vonEisenlagern finden. Meist kommt er geschlämmt inden Handel und zuweilen wird er gebrannt, wo-durch seine Farbe erhöht und mehr oder wenigerroth wird. Er kommt auch unter verschiedenen an-deren, seine Farbe oder seine Herkunft bezeichnendenNamen vor, wie Satinocher, von hochgelberFarbe, Gold och er, goldgelb, Kahlaer undKasseler Goldgelb, Pfälzererde oder Am-bergelb, S triegauer Erde, Chinesergelb,Schön gelb rc. Eine geringe, hellgelbe, meist nichtleicht zerreibliche Art, wird auch gelbe Erde ge-nannt. Man benutzt ihn als Anstrichfarbe in Kalk,Leim und Oel, zum Anstreichen von Lederwerk undzuweilen auch zum Poliren und Putzen von Glasund Metallen.

Ochsengalle oder Rindsgalle, Fei Tauri,wird zuweilen in der Medizin gebraucht und zu demEnde durch Abdampfen in eine feste Masse verwan-delt. Gewöhnlich ist sie zweiter Consistenz, vongrünlicher Farbe und ekelhaftem, bittrem Geschmack.

Ochsenhörner oder Rindshörner, s. Horn.

Ochsenholz, s. Botanibaiholz.

Ocysenklauenfett, Axungia Pedum Tauri,wird durch Auskochen der Ochsenklauen gewon-nen und ist ein ölartiges, etwas dickflüssiges, wasser-

helles Fett, das nicht leicht ranzig wird und nur instrenger Kälte zu einer dünnen Salbe erstarrt. Manbrauchte es sonst zum Einreiben und zur Bereitungvon Salben, wozu man sich jetzt meist des Schweine-fettes bedient. Es ist besonders geeignet zum Ein-schmieren von Maschinen.

Ochsenzunge, gemeine, A.uollusa offici-nalis, eine an unbebauten Orten, an Wegen undauf Aeckern häufig wachsende Pflanze mit ausdauern-der Wurzel, 1—1V 2 Fuß hohen, eckigen, haarigenStengeln und erst violetten, dann blauen Blüthen.Die Wurzel und die Blumen, Radix und FloresBuglossi, werden noch zuweilen in den Apothekengeführt; die erstere, welche außen blutroth, innenweiß ist, braucht man zum Färben mancher geistigenPräparate und auch zuweilen zur Bereitung einerflüssigen Schminke; der Aufguß der letzteren wurdesonst als stärkender Thee getrunken. Die jungenBlätter werden zuweilen als Salat und Gemüse ge-nossen. Die Pflanze ist reich an Schleim.

Ochsenzunge, rothe, oder Färberochsen-zunge, Anchusa tinctoria, gibt die ilN -ächte Alkanua oder Alkanetwurzel (j. Al-kanna). Der rothe Farbstoff der letzteren, welchernur aus der Wurzel gewonnen wird, indem manden weingeistigen Auszug abdampft, kommt unterdem Namen Anchusasäure in den Handel undwird zum Färben gebraucht. Es ist eine feste dun-kelrothe, nicht krystallinische Masse mit harzigemBruche, die bei 60" R. weich wird. Das Alkanna-roth oder Anchusin ist von sehr unbeständigerNatur. Die Auflösungen verwandeln sich durchdas Sonnenlicht und Kochen in eine braune Sub-stanz. Wird die weingeistige Lösung mit Wassergemischt und gekocht, so wird die rothe Farbe blau-arün, abgedampft aber schwarz. Die weingeistigeLösung des zersetzten Alkannaroths ist lilla und wirddurch Chlor roth, durch Alkalien blau und durchSäuren grau gefärbt. Die Ursache davon liegt ineinem stickstoffhaltigen Körper, der in dem Anchustnenthalten ist. Es löst sich nicht in Wasser, aber inWeingeist, Aether, fetten und ätherischen Oelen auf.Man benutzt es besonders zum Rothfärben vonFetten und Tinkturen.

Octava, Selamin, ein portugiesisches Ge-treidemaß.

Octroi heißt Vorrecht, Verleihung, Schenkung,Privilegium rc.; daher nennt man zuweilen eineHandelsgesellschaft, die mit besonderen Vorrechtenbegünstigt ist, octroirte Gesellschaft. 2"Frankreich versteht man unter O c t r o i die städtischenAbgaben und Steuern, zu deren Erhebung mancheOrte berechtigt sind, namentlich Accise auf eiuge-brachte Lebensmittel u. a. Waaren.

Ocuba. s. Palmwachs.

Oeiili 6s,nororuiü, s. Krebs steine.

Oculi Populi, s. Pappel.

Odebester heißt ein guter, theils weißer, theilsrother Wein aus der Moldau, der besonders nacyRußland geht.

Oder. Dieselbe gehört zu den HauptstrbnmDeutschlands, entspringt auf den Sudeten an vemährischen Grenze aus mehreren Quellen und' nder wichtigste Fluß für die preußische MonarchMindem er mit seinem ganzen schiffbaren Laufe au 'schließlich dieser angehört. Er durchströmt b«preußische Provinzen, nämlich: Schlesien, Bran-denburg und Pommern. Das Riesengebirge trenndas Oderthal von der Donau und Elbe.