Drleans
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Brtolan
den geringen weißen Sorten wird anch ein guterEssig verfertigt, der unter dem Namen Orte an s-Essig in den Handel kommt.
Orleans, Hauptstadt des französischen Departe-ments Loiret, am rechten Ufer der Loire, über diehier eine schöne steinerne Brücke von16Bogen führt,und an der Orleansbahn, wodurch die Stadt in dasEisenbahnnetz des Landes eingefügt ist, mit 51,000Einw. Sie ist der Sitz eines Handelstribunals,einer Handelskammer, eines Conseil de Prud’hom-mes, verschiedener Asseknranzgesellschaften rc., hateine Börse, eine Filiale der Bank von Frankreich,ziemlich bedeutenden Handel mit Wolle, Wein(Vins d’Orleans), Weinessig, Weingeist, Getreide,Branntwein, Oel, Seife, Colonialwaaren rc., undberühmte Baumschulen, deren Erzeugnisse nachallen Welttheilen versendet werden. Orleans besitztSpinnereien, Zuckerraffinerien, Brennereien, Ger-bereien , fabrizirt orientalische Mützen, Pergament.Lichter, Firniß, Nudeln, WeißesWachs, Stecknadeln,Baumwollwaaren, Feilen und Raspeln, Spielkartenrc., besonders aber hat die Fabrikation von wollenenund baumwollenen Decken, Weinessig, Strumpf-wirkereien , Töpferwaaren, Fayence und Schmelz-tiegeln eine große Bedeutung erlangt.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Frankreich.
Orleacks (ausgespr. Orlihns) nennt man eineGattung feiner kamelottarriger Zeuge mit Kette vonbaumwollenem Zwirn und Einschlag von wollenemKammgarn, die jetzt sehr häufig zu Unterfuttern undSommerkleidern für Männer und anch zu Frauen-kleidern gebraucht werden, und überhaupt wegenihres schönen seidenartigen Ansehens und ihrer Halt-barkeit sehr beliebt sind. Man verfertigt sie glatt,gemustert, schillernd rc. und in verschiedenen Farben,namentlich in Chemnitz, Glauchan, Zwickau, Zittau,in Berlin, Wien und an vielen anderen Orten; amgangbarsten sind die glatten schwarzen.
Öronges heißt eine Art französischer Cham-pignons von röthlicher Farbe, länglichrund und vonder Größe einer Wallnuß bis zu der eines Hühner-eies, die sich besonders in den franz. Depart. derDordogne und der oberen Bienue finden.
Orraye ist eine Art schwerer, dicht gewebter sei-dener Brokat mit erhaben eingewirkten goldenen undsilbernen Blumen und Mustern auf Atlasgrund, derin Persien verfertigt wird.
Orseille, Orchilla, Roccelle, italien. 0ri-cello ober ßoccella ist ein Farbematerial, dasaus verschiedenen Flechtenarten bereitet wird und inForm eines Teiges in den Handel kommt. DieFlechten werden zerrieben und mit Wasser und ge-faultem Urin oder mit Ammoniakflüssigkeit in einenBrei verwandelt, den man etwa 8Tage lang gährenläßt, wodurch sich eine lebhafte violette Farbe ent-wickelt, die nach und nach schöner wird, später aberwieder abnimmt, daher sich die Orseille auch nichtlänger als etwa 2 Jahre ausbewahreu läßt. DurchSäuren wird die Farbe Heller, durch Alkalien vio-lett; Alaun gibt einen rothbraunen, Zinnsalz einenröthlichen, Kupfervitriol einen kirschrothen, Eisen-vitriol einen dunkel-röthlichbraunen Niederschlag.Man unterscheidet davon 2 Arten: 1) Die Kräu-terorseille oder kanarische Orseille, welcheaus der auf den kanarischen Inseln, Sardinien, :Corsika und anderen südeuropäischen und afrikanischen .Inseln häufig in Felseuritzen wachsenden Färh er-sflechte oder K r ä u t e r f l e ch t e, liooeella tinotoria,
bereitet wird. Dies geschieht besonders in Englandund Holland, wo man sie in verschiedenen Nüancenvon roth, violett und blau verfertigt. Es werdenaus dieserFlechte3Säuren bereitet: die Erythrin-säure, dieAlPhaorfeillesäure und die Beta-orseillesäure, welche darin übereinkommen, daßsie farblose Krystalle sind, welche durch Chlorkalkroth werden und ein Zersetzungsprodukt, die Or-seillinsäure liefern. Ein anderes Produkt ist dasRoccellinin, weiße seideuglänzende Krystalle, diemit Chlorkalk eine haltbare hellgrüne Farbe geben.Mit Ammoniak wird die Alphaorseillesäure an derLuft sehr schön roth. 2) Die Erdo rseille, franzö-sische Orseille oder Perelle, wird besonders nnsüdlichen Frankreich aus verschiedenen Flechtenarten,z. B- aus Variolaria orcina unb dealbata, Lecanor atartarea etc. mit einem Zusatz von Kalk bereitet,weshalb sie einen festerenTeig bildet, als die erstere,aber auch viel weniger Farbstoff enthält. Die ein-gedickte Sluflösung der französischen kommt auch unterdem Namen Orseilleextract in den Handel.Man braucht die Orseille zum Lillafärben aufWostound Seide und erhöht auch andere Farben damit.Die Orseillefarbe ist nicht dauerhaft, gibt aber einegute Grundiruug für darauf folgende FärbuugsUmit Indigo, Cochenille rc. Sie kommt als Teig chden Handel, während der ihr nahe stehende Perswund Ludbear in trockuer Form verkauft werden.
Orsoglio, s. Seide.
Ork^ 1) eine Silber- und Rechuungsmünze uiNorwegen, auch Mark genannt; 2) dänisches Hau-dels-, Gold- und Silberaewicht.
Ortafez nennt man m den Handelsplätzen am-schwarzen Meere die aus Tunis kommenden türkischenKappen oder Fez.
Ortenauer sind gute rothe und weiße Weine-welche im Kiuzigkreise des Großherzogthums Baden,der ehemaligen Ortenau, wachsen. Die vorzüglichstensind der Affenthaler, derOberkircher und derOrten-berger. .
Orth, Getreide- und Flüssigkeitsmaß im Groß'herzogtstum Oldenburg.
Orttgucs nennt man in Frankreich Packleinen,die in mehreren südlichen Departements von dciLandleuten verfertigt und von Marseille und Touloiaus versendet werden.
Ortolan, Hortolau, Gartenammer odeFettammer, Emberizahortulanus, ist sikleiner Zugvogel, der im südlichen Europa und umittleren Asten einheimisch ist und den Winter tGriechenland, Italien, dem südlichen FraN^reich rc. zubringt. Er nährt sich von Körnern,sonders von Hafer und Hirse, und wird davon auße^ordentlich fett und sehr wohlschmeckend, weshalbals eine Delikatesse häufig gegessen und anch versenvwird. Die lebendig gefangenen werden auch uobesonders gemästet, indem man sie in einem verdu 'feiten und mit Lampen erleuchteten Zimmer,welchem sie Tag und Nacht nicht unterscheiden koneu, mit Hirse, Mohn und Hafer in Milch 9 ttve !^Jfüttert, wodurch sie zu wahren Fettklumpen wer" 'und bei Zeiten geschlachtet werden müssen, bannt 1nicht im Fett ersticken. Auf diese Art werden siesonders aus der Insel Cypern in dem '.St. Stoppa zubereitet; man schneidet ihnen d" 'Kopf und Füße ab, läßt sie aufwallen und legt >'mit anderen, in Farbe, Fettheit und WohlgeschU'^.ähnlichen Vögeln in Fäßchen, in denen man ste ^dem gemeinschaftlichen Namen Orto laue verseno