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Zweiter Band.
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Pfandbriefe 346 Pfeffer

verschiedenen fertigen, zum Anzüge gehörenden Ar-tikeln für den gemeinen Mann, wie Hemden, Schür-zen , Hauben, Schleier, zwilchne Bauerhosen,Strümpfe, Schlafröcke, Unterkleider, Kamisole, Kin-derröcke, Mieder je., auch mit Tisch - und Hand-tüchern, leinenen Säcken u. dgl. handeln.

Pfandbriefe nennt man Schuldverschreibungen,welche die in manchen Ländern bestehenden ritter-schaftlichen Kreditvereine unter Genehmigung undControlle der Regierung ausstellen und wofür ge-wöhnlich ein Rittergut verpfändet ist. Diese Ein-richtung hat den Zweck, Besitzern von sonst schulden-freien Rittergütern die Aufnahme von Kapitalienzu erleichtern, indem der ganze Kredilverein alsSchuldner für die Kapitalsumme sowohl, als für dieZinsen haftet und die letzteren von den Besitzernder Rittergüter, auf welche Geld gegen Pfandbriefeaufgenommen worden ist, erhebt, oder wenn sie nichteingehen, die Güter mit Beschlag belegt. DergleichenVereine gibt es namentlich in Preußen, in der Lau-sitz, in Polen und in den russischen Ostseeprovinzen.

Pfandgläubiger, nennt man Forderungsberech-tigte, derlei! ein Pfandrecht zusteht. Die Pfand-gläubiger sind bei ihrer Befriedigung zunächst aufrhr Pfand angewiesen. haben jedoch auch, falls diesesnicht zureicht, Ansprüche an die allgemeine Masse,in welcher sie, wegen der Urkundlichkeit ihrer Forde-rung, in der Regel noch ein weiteres Vorzugsrechtgenießen. Haben mehrere Pfaudgläubiger ein unddasselbe Pfand, so kommen sie in der Regel nach derZeit des Eintrages ihres Pfandrechtes zur Befrie-digung. Dabei steht dem späteren Pfandgläubigerdas Recht zu, die ihm vorgehenden Gläubiger, alleoder einzeln auszulösen, daö heißt, ihnen ihre For-derungen zu bezahlen, mit der Berechtigung, hiefürAbtretung ihres Rechtes auf das Pfand zu verlan-gen. Dieses kann den Vortheil bringen, daß hie-durch ein alleiniger oder weitergehender Einfluß aufdie Veräußerung des Pfandes gewonnen*wird. DieKlage, welche dem Pfandgläubiger behufs der Rea-lisirung seiner verpfändeten Forderung zusteht, istdie Pfandklage. (S. auch den Art. Gläubiger.)

Pfandhäuser, s. Bank.

Pfandscheine nennt man Urkunden über denVollzug einer Verpfändung, sei es von unbeweglichenoder beweglichen Gegenständen. Für die Verpfän-dung von unbeweglichen Gegenständen bestehenöffentliche Bücher, welche unter Aufsicht der Gerichts-behörden von besonders zu diesem Geschäfte berufenenund verpflichteten Beamten geführt werden. Hypo-thekenpsandbücher und auf Grund und in Ueberein-stimmung mit diesen Büchern werden diePfandscheiueausgefertigt, entweder als Originaldokumente oderals Copien, Pfandbuchsauszüge. Die Pfandscheinehaben zu enthalten: a) die Größe und den Grundder Forderung, für welche ein Pfand gestellt wird;d) die Namen der Pfandgläubiger und Pfandschuld-ner; c) die genaue Beschreibung der verpfändetenObjecte; ä) den Tag des Eintrages, die Bezeichnungder auf dem verpfändeten Objecte außer oder nebendem Pfand ruhenden Rechte, und e) die nöthige Be-urkundung, respective Anerkennung des Schuldnersoder Pfandbesitzers und der Pfandbehörde. — Pfand-scheine können in der Regel in der Form von Faust-pfändern mit der Wirkung wieder verpfändet werden,daß die Forderung sammt Pfand, dem neuen Gläu-biger für seine Forderung haftet. Die gesetzlichenBestimmungen im einzelnen sind in den einzelnenStaaten sehr verschieden.

Pfauenfedern. Die langen, mit einem Spiegeloder augenförmigen Fleck versehenen Schwanzfederndes Pfaus, werden in Ostindien und China znKopsputz und Fächern verwendet, und die letzterenverfertigt man auch zuweilen iu Europa daraus.Aus der Haut mit den Federn werden in Asienauch zuweilen prächtige Gewänder gemacht. 3uTirol und im bäurischen Gebirge werden mit denweißen Kielen der Pfauenfedern Namen und Ver-zierungen in die ledernen Leibgürtel der Männergestickt.

Pfauenholz, s. Ahorn.

Pfauenstein, s. Perlmutter.

Pfeffer, P i p e r, sind die getrockneten, brennendgewürzhaft schmeckenden Früchte des besonders inOstindien theils wild wachsenden, theils angebautengemeinen Pfeffer st rauchs, Piper nigrunbder sich meist an Bäumen emporrankt, indem er sichau der Rinde derselben vermittelst Stacheln festhält-Der Strauch hat 4—5 Zoll lange, breit eiförmige,langgespitzte, lederartige Blätter und am Ende derZweige sitzende, 3 Zoll lange Fruchtähren mit erb-sengroßen Beeren, welche anfangs grün. dann rothund wenn sie überreif, gelb sind. Sie werden meistvor der völligen Reife gesammelt, weil ihr Geschmackdann schärfer ist, und an der Sonne getrocknet,durch sie schwarz und runzelig werden. Dieses istder gewöhnliche oder schwarze Pfeffer, Pipernigvum , der unter der dünnen Schale einen fest'!",grauen oder gelblich weißen, iu der Mitte gewöhn-lich hohlen Kern hat, welcher stärker und schärfervon Geschmack ist. als die Schale. Wenn man duBeeren völlig reif oder überreif werden läßt, danneine Zeitlang iu Seewasser legt, bis die Schaleweicht wird, sie hierauf trocknet und die Schale ab-reibt und absiebt, so erhält man den weißen PsePf e r, Piper album , der glatt, gelblichweiß bo!Farbe und von weniger scharfem Geschmack ist, a1 ^der schwarze. In England wird derselbe auchweilen aus schwarzem Pfeffer bereitet, indem masdiesen auf die angegebene Art von der Schale beste'und ihn dann, weil die Körner dunkler von $ a f ,,sind, als die des ächten, mit Chlorkalk oder Schwest 'säure bleicht. — Der Pfeffer enthält einen eigen-thümlichen Stoff, Piperin (s. d.) genannt, ein sthscharfes Fett von grüner Farbe, dessen Quant»beim schwarzen Pfeffer den 8. Theil des ^ewlwbeträgt und das der Grund des brennenden ® 'schmacks ist, und ein mildes ätherisches Oel (s. Pl vferöl). — Der meiste Pfeffer wird auf der J n LSumatra erbaut, außerdem auf derMalakka und den kleinen Inseln in der Nähe dselben, in Siam und Kambodscha, auf Born 'Java, den Sunda-Jnseln, auf der Küste von tlabar, auf der Insel Mauritius rc. und man erh^ihn theils über Holland, theils über England- ^Die vorzüglichsten Sorten, außer dem P. nlgI 2 )jesind: P. citrifolium , citroneublättriger Pb,..^riiBlätter werden gegen Rheumatismus, bei Bao ^und Umschlägen gebraucht; P.orooatam.sastanst^Pf. Die reifen Aehreu geben eine safrangelbe FarP. dilatatum, erweiterter Pf., aus dessen Frnw^simulirende Getränke bereitet werden; P. stoü» jknotiger Pf., dessen Wurzel ähnlich wiePfefstrlN Pf.schmeckt und wirkt; P. granulosum , gekörnte ^mit sehr aromatischen Blättern und Aehren,Amalago, Amalago-Pf., dessen Blätter undS^b'^lzu Bädern dienen; besonders aber wird dttals diuretisches Mittel gebraucht; P- tricicuflb