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Zweiter Band.
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Riemenfuß

Riga

Haaren besetzten Blättern, wird gegen rheumatischeUebel, wie bei Stein- und Niereubeschwerden ange-wendet.

Niemenfuß, Riemen schuh, eine Fläche von1 Fuß Länge und 1 Zoll Breite. Riemenruthe,eme Fläche von 1 Ruthe Länge und 1 Fuß Breite.Rieinenzoll, eine Fläche von 1 Zoll Länge undr Linie Breite.

Riemeraröeiten, besonders Pferdegeschirre zumRechen und Fahren, Peitschen und dgl., erstere mitMessingenen, verzinnten, versilberten oder neusilber-uen Beschlägen, werden in mehreren großen Städten,wie Berlin, Wien, Prag, Dresden, Hamburg,^ssenbach, Altenburg rc., elegant und in vortreff-ucher Qualität von Riemermeistern verfertigt, dieste auch zuweilen auf die Messen zum Verkaufbringen. Die deutsche Arbeit steht jetzt der englischen^ud französischen an Güte und Schönheit nichtnach.

heißt eine Anzahl von 20 Buch Papier.Ries r 1 Ballen.

Rleslirrger, ein rother Elsaßwein aus dem De-partement des Oberrheins, ist jung nur von mittel-waßiger Güte, gewinnt aber mit jedem Jahre anJartheit und gutem Geschmack.

Tretblätter, s. W e b e r k ä m m e.

^irrez, ein dem Muskat ähnlicher Proveuceweinuns der Gegend von Digne im Departement derunsren Alpen.

.. Riffy heißt eine sehr feine ägyptische Baumwolle,w aus Alexandrien kommt.

--nrga, seit 1710 Hauptstadt des russischen Gou-vernements Livland, 2 Meilen oberhalb der Mün-vung der Düna in den Rigaischeu Busen, einemder Ostsee, ist Sitz des Geueralgouverneurs. r , Dstseegouvernements Liv-, Kur- und EstlaudL?d^ählt 73,000 Einw. Die eigentliche oder alte„m t war bis zum Jahre 1807 mit Festungswerken^«geben; seitdem sind dieselben mit Ausschluß der<>.. der Nordseite gelegenen Citadelle abgetragen,sckw des inneren Stadttheiles find meist

,und von hohen Häusern eingeengt, dagegeng. ^" £ u sich die Borstädte Rigas durch breite undv rade Straßen aus. Zu den bemerkenswerthenGebäuden gehören: das alte Schloß, dasW^^us, die beiden Gildenhäuser, das Ritterhaus,d^urzhäupterhaus, Zollhaus, Packhaus, Zeug-Theater, die Börse, die Gasanstalt, das neue^ Bsermerk, die Mineralwasseranstalt u. a. Außerwn wohlthätigen und gemeinnützigen Anstalten,räw Seehospital und großes MilitairhospitalG^' die Stadt ein Polytechnikum, zweil*.; festen, eine Navigationsschule, zwei Kreis-,schul ' Elementarschulen, eine Judustrie-böl,» ' eine Sonntagsschule; außerdem vielebwl?^dvlvatlehranstalten, eine öffentliche Stadt-unh 0 nud mehrere Privatbibliotheken. Fabrikentb°is/^ £ rbliche Anstalten gab es im Jahre 1863aeb«, ^dkiga selbst, theils in seiner nächsten Um-13 ^31 mit nahezu 6600 Arbeitern, namentlich

Si-:s?c Es- und Cigarrenfabriken, 9 Lichter- undUnd Eriken, 16 Tuch-, Wollen-, Baumwollen-5 Gs T^denwaarenfabriken, 6 Papierfabriken,^urenfabriken; ferner viele Fabriken vonSeber borken, Del, Rum, Sprit, Cichorieu,Favei,'^ il^Egas, Theer, Hüten, Porzellan- undMalr L°?ren, Flachsgespinust, Stärke, Mehl,Terv/n»-Wagen, Züudwaaren, Wollkratzen,"r, Aether, Schlcmmkreide, Möbeln und

Möbellack, Gummi- u. Eisendrahtwaaren, 11 Bier-brauereien , 10 Dampf-, Wind- und Wassermüh-len, 3 Dampfsägemühlen, 1 Dampfmühle mit Brod-bäckerei, 3 Gypsbrüche, auch ist ein Eisen- und einKupferhammer vorhanden. Besonders wichtig istRiga durch seinen Handel, der ihm nächst Peters-burg den Rang der bedeutendsten Handelsstadt desrussischen Reiches zuweist. Es besorgt für einengroßen Theil des mittleren Rußlands die Ausfuhrvon Produkten und die Einfuhr seines Bedarfs allausländischen Waaren, wozu ihm die Düna, soweitihre Schiffbarkeit nicht durch Stromschnellen gehin-dert ist, eine Wasserverbindung von bedeutenderAusdehnung eröffnet. Die Stadt hat ihren See-hafen an der Mündung der Düna, der durch Stein-dämme geschützt, Schiffen von bis 15 Fuß Tiefgangungehinderte Aus- und Einfahrt gestattet. Die mei- _stell der nach Riga kommenden Schiffe können ihreLadungen unmittelbar bei der Stadt löschen odervoll einnehmen; nur tiefer gehende müssen dieselbeentweder bei dem vor der Dünamünduug gelegenenFlecken B olderaa und in der Bucht beider Düua-münder Festung, allwo sich auch ein neuangelegterWinterhafen mit einem Patent-Slop befindet, oderdraußen auf der Rhede löschen, resp. completiren.Eine Eisenbahn führt von Riga über Kreuzburgnach Dünaburg zum Anschluß an die große russischeCeutralbahn «Petersburg-Warschau), die bis Wi-tebsk verlängert wird. Auf dieser Bahn können alleErzeugnisse der reichen südwestlichen Provinzen Ruß-lands' nach Riga gelangen, auch sind in neuesterZeit mit den auswärtigen EisenbahnverwaltungenVereinbarungen getroffen worden, daß nunmehrvon Riga aus directe Waarenversendungen nach denwichtigstell Handelsplätzen Mitteleuropas und um-gekehrt von dort nach Riga gemacht werden können.Im Laufe des Jahres 1863 liefen in den hiesigenHafen 1755 Schiffe, darunter 62 Dampfer, ein, diesich der Nationalität nach wie folgt vertheilen: 359englische, 243 russische und finnlandische, 227 han-növersche, 174 norwegische, 165 holländische, 127mecklenburgische, 121 preußische, 117 dänische, 87oldeuburgische, 52 französische, 45 lübecksche, 28schwedische und 10 diverse Schiffe. Dagegen gingen1773 Schiffe aus. Die Rigaische Rhederei selbstzählte im Januar 1864: 71 Schiffe mit 6192 Com-merzlasten, darunter 20 Dampfer mit 683 Cvm-merzlast. Mittelst der Schiffe der hiesigen Dampf-schifffahrt-Gesellschaft wird eine regelmäßige Dampf-l schiffverbindung zwischen Riga und Petersburg unv' den auf diesem Wege liegenden Häfeli unterhalten.Außerdem bestehen regelmäßige Dampfschiffverbin-dungen mit Pernau, Stettin, Lübeck und Hüll. Diehauptsächlichsten Ausfuhrartikel Rigas sind:Flachs und Flachsheede, Hanf und Hansheede,Hanfgarn, Getreide, Saeleillsaat, Schlagsaat, Hairf-samen, Holzwaaren, Tabak, Oel, Oelkuchen, Rinde,Kalbs- und Pferdehäute, Hasenselle, Sprit, Talg,Leder, Potasche, Wolle, Federn, Segeltuch u. a.Leinenwaaren, Tauwerk, Matten, Seife, Lichter,Knochen, Hörner, Haare, Borsten, gesalzenes Fleisch,Wachs, Anis, Kümmel u. s. w. Der Gesammr-waarenexport Rigas nach dem Auslande belief sichin 1863 auf 23,284,695 Rubel Silber, gegen25,907,411 im Vorjahr. Eingeführt werdenhauptsächlich: Salz, Heringe, frische Früchte, Ta-bak, Wein, Steinkohlen, Maschinen, Porter, Colo-nial- und Farbwaaren, Baumöl, rohe Baumwolleund Baumwollwaaren, Tuch rc. Der Werth des