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Zweiter Band.
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Schniarzburg

Schutz

im Fürstenthum Birkenfeld, Blankenburg am Harz,Nürnberg rc.

Schutz bedeutet in der kaufmännischen Sprachezuweilen so viel als Honorirung, d. h. Annahme undEinlösung eines Wechsels oder einer Anweisung,und man sagt daher: eine Tratte rc. in Schutznehmen oder auch sie s ch ü tz e n.

Schutzbrief, s. Moratorium.

Schutzzölle, s. Prohibitivsystem.

Schwaden, Schwadengrütze, Manna-grütze, Semen Graminis mannae, sinddie kleinen, länglichrunden Samenkörner einer ArtRispengras, Festuca oder Poa fluitans, die in Böh-men, Schlesien, Brandenburg, Ungarn, Polen. Lit-tbauen rc. in niedrigen feuchten Gegenden wächst.Die Körner sind kleiner als der Hirse, anfangsbraun, werden aber nach und nach weißgelblich, ha-ben einen angenehmen Geschmack und enthalten vielMehl. Durch Stampfen werden sie von den glän-zenden Schalen befreir. Diese Grütze ist eine sehrgesunde und angenehme Speise und wird daher auchhäufig außer Landes gesendet, besonders von denOstseehäfen aus.

Schwäbisch-Gmünder Waaren sind die inder württembergischen Stadt Schwäbisch-Gmündverfertigten ächten und unächten Galanterie- undBijouteriewaaren, mit denen daselbst bedeutendeGeschäfte nach allen Ländern gemacht werden. DieGoldwaaren sind 6- und llkarätig.

Schwämme, s. Badeschwämme, Bovist,Champignon, Eierschwamm, Heiden-Mousseron, Herrenpilz, Lerchenschwamm,Morcheln, Steinpilz und Trüffeln. VielePilze enthalten die Schwammsäure, Acidum fungi-cum eine nicht krystallinische, farblose, an der Luftzerfließliche Masse, welche sehr sauer ist und mitBasen schwammsaure Salze bildet.

Schwärrun.q, s. C o n t r e b a n d e.

Schwalben^raut oder Hundswürger, Cy-nanchum Yincetoxicum, eine auf den Ge-birgen des südlichen Europa wachsende Pflanze,von 2—3' Höhe, mit herzförmigen Blättern undweißen Doldenblüthen, deren Wurzel unter demNamen Schwalben Wurzel, Radix Hirundina-riae oder Vincetoxici früher in der Medizin ge-braucht wurde, jetzt aber nur als Thierarznei ange-wendet wird. Sie besteht aus einem weißen, runden,knotigen Stamme mit vielen langen, dünnen, unter-einander geflochteten Fasern; sie hat einen widrigenGeruch und einen anfangs süßen, dann bitterenGeschmack, wirkt etwas narkotisch und ist als giftigverdächtig. Sie enthält als wirksamen Bestandtheildas Cyuanchin oder Asclepin, eine giftigeSubstanz.

Schwalbennester, s. Indianische Vogel-nester.

Schwalbenwurzei, s. Schwalbenkraut.

Schwamm, s. Fenerschwamm.

Schwammstein, s. K r o p f st e i n e.

Schwanboy, Swanboy oder Schwanenboy,ein dicker, langhaariger Baumwollenzeug, der zuBettdecken, Unterröcken, Nachtkleidern rc. gebrauchtwird. Er ist am häufigsten weiß, doch auch bnntgestreift, gemnstert, gedruckt und auch farbig. Manhat davon einfachen, der auf einer Seite, unddoppelten, der auf beiden Seiten aufgekratzt ist.Er wird an vielen Orten verfertigt, namentlich inHohenstein, Lichtenstein, Mitweida, Warnsdorf,Rumburg, Wien, Linz, Osterode, Hameln rc.

Schwanenfelle, die zubereiteten, mit den zartenweißen Flaumfedern bedeckten Felle des Schwans,welche zu Verbrämungen auf Frauenkleider, zuMuffen rc. benutzt werden. Sie kommen besondersaus Sibirien und Nordamerika.

Schwanzpfeffer, s. Cubeben.

Schwär oder Schwäre, Scheidemünze in Bre-men und Oldenburg.

Schwarzbeere, s. Heidelbeere.

Schwarzbuch, Schlechte Schulden buch, i-Buchhaltung.

Schwarzburg, zwei deutsche Fürstenthümer inThüringen, welche aus 2 abgesonderten Theilen, derOberherrschaft und der Unterherrfchats,bestehen, von denen jedes einen Theil besitzt. DieOberherrschaft, welche wieder aus einem größe-ren und einem kleineren Theile besteht, ist vontbaischem, weimarischem, altenbnrgischem, meinin-gischem, reußischem und preußischem Gebiet um-geben, enthält einen Theil des thüringer Waldesund ist daher nnr im nördlichen Theile zum Acker-bau passend. Sie wird von der Saale berührt,welche die Schwärzn aufnimmt, und außerdem vonder Jlm und Gera durchflossen. Die Unter-Herrschaft ist fast ganz von Preußen umgeben,nur eine gothaische und eine weimarische Enclavestoßen daran. Sie wird von einigen mäßigen Berg-höhen durchzogen, ist durchgehends fruchtbar u. wirbvon der Wipper, Helme und Helbe bewässert

I. Schwarzburg-Nudolstadt, 1?Vs O^ -mit 72,0( 0 Einw., umfaßt den größten Theil derOberherrschaft und erzeugt Getreide (nicht hin-reichend), Kartoffeln, Oel- und Gartengewächse,Flachs, etwas Tabak, Arzneikräuter, viel Holz, Wiw-pret, gutes Rindvieh, Wolle, Kupfer, Eisen, Vitriol,Braunkohlen, Schiefer, Marmor, Alabaster, Röthel,Quader-, Mühl- und Wetzsteine, Salz in der Unter-herrschaft. Man verfertigt Wollenzeuge, Leinwand,Glas, Glasperlen, Porzellan, Steingut, Eisengußwaaren, Kienruß, Pech, Potasche, Salpeter, Olüa-ten und Medikamente rc., und führt besonders Hm!und andere Waldprodukte, Salz, Wolle und eimg cJndustrieerzeugnisse aus. — Die bedeutendstenStädte sind: Rudolstadt. Hauptstadt, an derSaale, mit 6000 Einw., 2 Schlössern, Bibliothek,Gemälde- und Antikensammlung, Gymnasium, Se-minar, Arbeits- und Irrenhaus rc., einen Welt-markt, Streichgarnspinnerei, Oelrafsinerie, Por-zellan- und chemischen Fabriken, Verfertigung vonBaumwolleuwaaren. — Stadt-Jlm a. d. Sjfy2500 Einw., Streichgarnspinnereien und Tuchfabri-ken. K ö ni gsee a. d. Rinne, 2100 Einw., Han^mit Arzneiwaaren, Balsamen rc., welche auf dmumliegenden Dörfern verfertigt werden. Leuten-berg, 1100 Einw., mit Potasche- und Salpeter-fieberet, in der Nähe Kupfer- und Vitriolgruben-F ranken hausen a. d. Wipper (in der Unterherr-schaft), 5000 Einw., mit Salzwerk, Braunkohlengruben, Salpetersiederei und lebhaftem Handel, osonders mit Wolle, vielen Perlmutterknopffabrns^Fabrikation von Zucker, Spiritus, Essig, ^ 'Tabak und Cigarren. In der Oberherrschaft ®Fürstenthums (mit Rudolstadt) rechnet man wBaiern; in der Unterherrschaft wie Preußen-.

Münzen. 1) In Golde: Kronen und hn! Kronen wie Preußen. — 2) In Silber: A.gemeine: 1 und 2 Thalerstttcke wie Prenß ^

: B. Für die Oberherrschaft wie Baiern, nur wI den keine Silberstücke zu 1 Kr. geprägt. 6. o