Toulouse
653
Tragant
nne Navigationsschule, eine freie Niederlage, eineAörse, ein Contor der Bank von Frankreich, Schiffs-werft, Docks, Eisengießereien, eineKanonengießerei,^egeltuchfabriken, Färbereien und Gerbereien. DieGewerbsthätigkeit ist unbedeutend, um so wichtigerlst der Handel, auf den besonders die Entwickelungdon Algier eingewirkt hat, mit welchem Platze eineregelmäßige Dampsschissverbindung stattfindet. ImJahre 1861 sind im Hafen von Toulon 261 Schiffewit 41,196 Tonnen Gehalt gegen 217 Schiffe von48,007 Tonnen Gehalt im Vorjahr eingelaufen. —Das berüchtigte Bagno für Verbrecher steht jetztwer, da man sie nach Cayenne deportirt hat.
Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,I- Frankreich.
Toulouse, Hauptstadt des französischen Departe-ments der obern Garonne, mit 113,500 Einw. Sieüegt am rechten Ufer der Garonne, an den Kanälendes Südens, sowie von Brienne und ist ein höchstwichtiger Eisenbahnpunkt der von Bordeaux nachNarbonne ziehenden Pyrenäen-Hauptbahn. Nach^üden geht ein Schieuenstrang aufwärts nach Foix"n Arriege-Thal; ein zweiter im Thal der Garonnenach Montrejeau. In Folge der günstigen Lagedes Platzes ist sein Handel namentlich mit Landes-hrodukten ein ausgebreiteter. Toulouse, eine derindustriellsten Städte Frankreichs, besitzt eine Aka-demie der Wissenschaften, eine Kunstschule für Ar-beiter der Industrie, eine Artillerieschule, ein großesArsenal, ein Handelstribunal, eine Handelskammer,km Oonseik äo krud'liommes, einen Generalhandels-^ath, eine k. Ackerbaugesellschaft, eine freie Nieder-ste, eine Börse, Zweiganstalten der Bank vonFrankreich und des Gredit koncier in Paris, eineAörse, auch werden alljährlich mehrere große Messen^gehalten. Die Fabriken und Gewerbe erzeugenArollen- und Baumwollenwaaren, seidene Gewebe,Hüte, Maschinen, Steingut, Porzellan, Wachstuch,Dabak, Pulver, Taue und Stricke, Stärke, Nudeln,Wachskerzen und Entenleberpasteten, auch bestehenansehnliche Buchdruckereien, viele Gerbereien für ge-wöhnliches Leder u. Maroquin, Färbereien, Brauer-nen, Brennereien und eine Kononengießerei.
, Re chnu ng, M ünz en, Ma ß e u. G ewi ch t e,'' Frankreich.
Tourangestes oder Tourangettes sind eineGattung orvinairer französischer Sergen, theils nurau^ewaschen und geschwefelt, theils grau gefärbt.
- Tourillon nennt man in Frankreich die aus den"einsten guten Fischen bestehende Sorte Kabliau.
Tvurlourouöl ist ein braungelbes, etwaö ran-kstes Del, das am Senegal aus dem Tourlourou-^ebse.gebrannt und von den Negern zum Ein-Ichmieren der Haut gebraucht wird. Man hat es ;
nach Frankreich gebracht und gegen Rheuma-«smus empfohlen.
Tvurnaysche Asche, s. Cendre de Tournay.
Tvurnesol, s. Bezetta.
-Tours, Hauptstadt des französischen Departe-wents Jndre und Loire, am linken Ufer der Loire.^b am rechten Ufer des Eher, mit 38,000 Einw.,wem Handelstribunal und Fabrikgericht, einer-Handelskammer, einem Generalhandelsrath, einer", ?^ü der Bank von Frankreich, einer ZeichnenschuleVersicherungsgesellschaften. Tours ist ein höchstdnri? e * Eisenbahnknotenpunkt der Orleansbahnen,^ sich hier die Linien Poitiers le Mans u. Orleans-^ kreuzen, und nicht nur der Mittelpunkt eines
wchtlichen Weinhandels, sondern auch mehrerer
wichtigen Industriezweige. Die Seidenweberei, dieWoll-, Hanf- und Flachsspinnereien gewinnen vonTag zu Tag an Bedeutung. Die Seidenfabrikationliefert Gros de Tours Tastet, glatte Satins, Marce-lines, Foulards, fayonirte Möbelstoffe, als: Da-mast rc. und beschäftigt fortwährend über 1000 Ar-beiter. • Ferner ist die Fabrikation von Posementir-waaren, Nähseide, Tuch und Teppichen, Mennig,Bleiweiß, Schuhen, Feilen, Töpferwaaren, dieManufaktur gemalter Glasscheiben und eine Buch-druckerei, gegründet von Armand Mame von Wich-tigkeit. Letztere unterscheidet sich von andern der-artigen Etablissements in Frankreich, England undDeutschland, dadurch, daß sie vom Papier an allesselbst fabrizirt, so daß für sie 1200 Arbeiter in Thä-tigkeit sind. Endlich hat Tours mechanische Werk-stätten, Metalldrechslerei und jährlich 3 Messen, am10. Mai, 10. August und 30. October.
Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,s. Frankreich.
Towgarn nennt man in England das Leinen-garn aus Werg.
Trabenberger ist einer der besten Moselweine,der auf dem Trabeuberge bei Traben auf dem linkenMoselufer erbaut wird.
Trächtigkeit eines Schiffes, s. v. a. Lästigkeit;s.Last.
Tragant, Agragant, Bocksdorngummi,Gummi Tragacanthae, quillt aus der Rindemehrerer Arten des Trag ant st rauch es oderBocksdornes, besonders von Astragalus verus,gummifer, creticus etc., welche auf Candia, Morea,in Syrien, Kleinasien rc. wachsen, entweder vonselbst oder aus Einschnitten. Sein Hauptbestand-theil ist Tragant st off, Adragantin oderBassorin (s. d.). Es sind entweder band- oderfadenförmige, bis 2 Zoll lange und etwa 1 Liniebreite, wurmförmig gedrehte oder gekrümmteStücken, Tragantin Fäden oder en vermicellegenannt, oder ziemlich große, breite, dünne, flacheStücken, auf denen sich oft bogenförmige Erhaben-heiten finden, Tragant in Blättern. ErstereSorte kommt von Morea, letztere von Smyrna zuuns. Beide Sorten sind weiß, gelb, bis bräunlichvon Farbe, geruchlos und von fadem, schleimigemGeschmack. Je weißer er ist, desto theurer ist er;die weißen Fäden und Blätter werden in Trieft rc.ausgesucht und unter dem Namen elegirier ver-kauft; außerdem unterscheidet man noch gelben u.braunen. Der weiße wird jedoch mit der Zeitauch gelblich. Er quillt im Wasser bedeutend aufund bildet einen dicken, zähen und schlüpfrigen, stichtkleberigen Schleim, während Gummi sich vollständigim Wasser auflößt. Zuweilen kommt auch eineSorte vor, Tragantin oder Traganten ge-nannt, die im Wasser fast unlöslich und daher nurwenig brauchbar ist. Tragant enthält Bassorm,Arabin und Kalksalze nebst Stärkemehl, weshalbder im Wasser unlösliche Theil desselben durch Jodblau gefärbt wird. Man benutzt ihn in der Kattun-druckerei zum Verdicken der Farben, bei der Färbern,zum Appretiren von Spitzen, Gaze und Seiden-waaren, bei der Zuckerbäckerei zur Verfertigung vonFarbentäfelchen, Tusche, Zuckerfiguren, zur Zube-reitung von feinem Leder, bei der Malerei, und auchin der Medizin gegen verschiedene Krankheiten, zuPillen- und Näucherkerzenmaste, um Kampher mitWasser mischbar zu machen rc.
Tragant, schaftloser, s. Astragalus.