Türkei
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Türkei
— Bagdad (f. d.). — Aleppo oder Haleb(s. d.). — Tripolis oder Tarablüs, am Kade-scha, 16,000 Einw., großer Waarenverkehr, Ledcr-und Teppichfabriken. — Latakia oder Latakieh,% Stunde vom Meere, mit kleinem, aber sicheremHafen, 8000 Einw., baut vortrefflichen Tabak undtreibt damit, sowie mit Hennah u. a. Artikeln bedeu-tenden Handel. D a m a s k (s. d.f. — Hamah amOrontes, 60—80,000 Einw., blühende Handelsstadt.
— Jerusalem in öder Gegend, 11,000 Einw., mitder Kirche des heil. Grabes, prächtigen Moscheen,großen Klöstern, Palästen, belebt durch Wallfahrer u.Reisende, treibt Handel mit Reliquien, Rosenkränzenund kleinen Kunstsachen. — Gaze oder Razzeam Meere, 15,000 Einw., treibt Seehandel. —Akra oder St. Jean d'Acre is. d.). — Beirutoder Berytus (s. d.). — Die bedeutendsten In-seln sind folgende: Cypern (s. d.). — Rhodos,21 HjMeilen, 30,000 Einw., ist gut angebaut, hatviel Wälder und erzeugt reichlich Getreide, Wein,Oel, Südfrüchte, Hausthiere, Wild, Honig, Wachs,Fische rc. Die Hauptstadt gl. N. an der Nordküstehat einen großen Hafen und Hauptschiffswerfte dertürkischen Flotte. — Tenedos, 6000 Einw., er-baut viel Wein. — Metelino oder Metali,12 sUM., 25,000 Einw., erzeugt Oel, Wein, Baum-wolle, Seide rc. Stadt M oliva mit schlechtem Ha-fen. — Skio, Chios oder Saki-Adassi (s. d.).
— Samos oder Susam - Adassi, 50,000 E.,erzeugt sehr guten Wein, Rosinen, vortreffliches Oel,Südfrüchte, Baumwolle rc. Hauptstadt C h o r a. —Kalmine oder Kalymno, 300 Einw., mit star-ker Bienenzucht und Schwammfischerei, die auch beiden anderen Inseln der Umgegend betrieben wird.
— Stau chio oder Kos, 4000 Einw., sehr frucht-bar an Wein, Rosinen und Getreide.
Rechnung sart und Zahl werth. Man rech-net im türkischen Reiche nach Piastern zu 40Para ä 3 Asper. Der Piaster war ursprünglichder spanische; er hatte im Jahre 1764 noch einenWerth von % Thaler, ist aber jetzt kaum den 12.Theil davon werth. Nach dem wirklichen Ausbrin-gen der neuen Silbermünzcn gehen 500,türk.Piaster auf das deutsche Münzpfund f. Silber undder Piaster ist daher werth:
1 , 7 g 7 Silber- oder Neugroschen im 30Thalerfuß';
62/7 Kr. südd. Währung oder im 52% Gul-denfuß ;
9 Nkr. österr. Währung oder im 45 Gul-denfuß ;
22% Cent. in Frankreich, Belgien, Italien undder Schweiz;
1 Schill. 10% Pf. Bankwährung in Ham-burg;
10% Cents in den Niederlanden.
Der Piaster wird in der Türkei Gersch, in derMehrzahl Grusch, der geprägte Piaster auch Bir-lick genannt. Bei größeren Summen versteht manunter einem Beutel oder Keser 500 Piaster, untereinem Beutel Gold, Kitze oder Chise aber 30,000Piaster.
Münzen. A. In Golde: Stücke zu 25, 50,100 und 250 Piaster, 916 Tausendth. fein. Die100 Piasterstücke = 185 Sgr., 7,. 2 i 6 Gramm schwer,Feingew. 6, a0 99 Gr., heißen Livres Turques; die-jenigen zu 50 und 25 Piastern resp. Halbe undViertel - Livres Turques. — B. In Silber:Stücke zu %,1, 2, 5, 10 und 20 Piaster, — Med-schidies genannt — letztere 830 Tausendth. fein und
24,05« Gr. schwer, Feingew. 19,sgg Gr., Werth1 Thlr. 5 Sgr. 11% Pfg. preuß. -- 2 Fl. 57» Kr.südd. == 1 Fl. 79,7 Nkr.' österr. Daneben circulirtnoch eine geringhaltige Silbermünze, Beschlik ge-nannt, die einen effectiven Werth von etwa 60%ihres Nennwerthes hat und sich in Stücken zu 5,2 %, 1 und % Piaster findet. Weiter circulirt eineandere geringhaltige Münze von Silber, Altilek ge-nannt, deren effecriver Werth etwa 90% ihres Nenn-werthes beträgt, in Stücken zu 6 , 3 und 1% Pm*ster. — 0 . In Kupfer: Stücke zu 5, 10, 20 und40 Para.
Papiergeld. In ihrer Finanzbedrängniß sahsich die türkische Regierung schon vor mehreren Jah-ren veranlaßt, Papiergeld, 6 aim 6 , in Abschnittenvon 100, 50 und 20 Piastern zu cmittiren; alleindieser Ausweg hatte die traurigsten Folgen. DerCours der neuen Valuta wurde zwar aus den PlatzKonstantinopel beschränkt, um einerseits zu großeVermehrung derselben und andererseits die Ver-breitung gefälschter Stücke unter dem ungebildetenLandvolke zu verhindern. Allein die Leichtigkeit,auf solche Weise Geld zu schaffen, war zu verfüh-rerisch, um nicht im reichsten Maße ausgebeutetzu werden. Konstantinopel wurde schnell von un-geheueren Summen Papiergeldes überschwemmt.Ohne jede Kontrolle und ohne Limitirung des Be-trages geschah die Verausgabung lediglich nach demjeweiligen Bedürfnisse; ein Verfahren, welchesselbstverständlich diese Valuta in steigender Propor-tion entwerthete. Dabei war die Anfertigung desPapiers eine so mangelhafte, daß zahllose falscheStücke in Cirkulation kamen, ohne daß selbst denl Regierungsorganen es immer gelang, die falscheni von den ächten Stücken zu unterscheiden. Das Pa-; Piergeld überstieg bald die Summe von 225 Äff'lionen Frs. und sein Werth schwankte zwischen^'und 60 0 / 0 , wodurch für den Staatsschatz ein jähr--licher Verlust von 50—75 Millionen Frs. entstand-Im Juni 1862 war die Zurückziehung des Papier-"geldes beschlossen und wurde in der kurzen Zeit vom13. Juni bis 13. September 1862 so umsichtig undzweckmäßig ausgeführt, daß es möglich war, tägüch24 Mill. Piaster einzulösen.
Handels- und Wechselrecht. — Seit demJahre 1848 ist das französische Handelsgesetzbuchmit den nöthigen Abänderungen eingeführt worden,daher jetzt auch die Hauptpunkte des französischenWechselrechts in der Türkei gelten. Auch das neueSeehandelö-Gesetzbuch ist ein fast wörtlicher Ab-druck des französischen „Code de commerce mari-time.“
Wechsel st empel. Die Wechsel und anderenauf den Verkehr bezüglichen Schriften unterliegeneiner Stempelabgabe nach folgender Scala:
für 100 bis 500 Piaster: 20 Para;
„ 500 „ 1000 „ 1 Piaster;
„ 1000 „ 2000 „ 2 „
„ 2000 „ 3000 ,. 3 „ »e.;.
für jede weiteren 1000 Piaster Betrag 1 Piastermehr; für jede Summe über IM,000 Piaster-150 Piaster. . rh
Die Konversion der türkischen Schurund die neue türkische Anleihe. Die 'stimmungen hierüber sind in drei Gesetzen vo17/29., 18/30. u. 19/31. März 1865 enthalten. D«serste Gesetz schafft für die allgemeine türkische @W fl 'schuld ein „Großes Buch", ähnlich der betreffenfranzösischen Einrichtung. Diese allgemeine Staa