Türkisches Garn
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Tulpe
Türkisches Garn, f. Türkischrothes Garn.
Türkisches Melissenöl , s. Kameelheuöl.
Türkisches Papier nennt man das bnntmar-morirte und geglättete Papier.
Türkische Weine nennt man nicht allein die inder europäischen und asiatischen Türkei gewonnenenWeine, sondern auch die aus der Moldau und Wal-lachei. Von den moldauischen und syrischenWeinen haben wir bereits in besonderen Artikelngesprochen. Die wallachischen haben im Allge-meinen Aehnlichkeit mit den moldauischen, sind je-doch meist von besserer Qualität. Der beste ist einsüßer Wein aus der Gegend von Piatra; die meistenanderen Sorten gleichen den leichten Ungarweinen.In Serbien und Bosnien wird wenig Wein gebaut;er hat meist viel Geist, wird aber im Lande ver-braucht. In Nomanien erbaut man besonders vielund guten Wein auf den Anhöben zwischen Adria-nopel und Philippopel. In Bulgarien wird vielrother Wein, meist von mittler Qualität gewonnen,in Albanien ebenfalls, besonders bei Avlona undDzidza. Mazedonien erbaut vorzügliche, auch vielgekochte Weine, die besten auf dem Berge Athos. InThessalien werden sehr gute Weine zwischen Larissaund Tempe, und an mehreren anderen Orten er-baut, desgleichen auf den meisten Inseln, nament-lich auf Cypern (s. Cyprische Weine), Candia,Metelino, Rhodus, Samos, Stanchio und Tenedos.
Türkischroth oder Adrian opelroth wird zu-weilen der Krapplack (f. Krapp) und ähnliche ausKrapp bereitete schön rothe Farben genannt, ins-besondere das Pnrpurin. Man läßt den Krappgähren, dann erzeugt sich ein feurigeres Türkisch-roth. Bei dem Färben müssen die Stoffe, welche ge-färbt werden sollen, vorher mit ranzigem Oele be-handelt werden, dann werden sie lebhafter unddauerhafter gefärbt. Unter Türkischroth verstehtman auch das aus der Harmalapflanze bereiteterothbraune Pulver zum Färben.
Türkischrothes Garn oder türkisches Garnist ein mit Krapp sehr lebhaft und außerordentlichdauerhaft roth gefärbtes Baumwollengarn, das manfrüher nur in der Levante zu färben verstand; dasGeheimniß wurde jedoch durch griechische Färbernach Trieft, Wien, Marseille rc. gebracht und seit-dem färbt man es in England, Frankreich undDeutschland eben so schön und kann eö wegen deswohlfeilen Maschinengespinnstes viel billiger liefernals das türkische, weshalb die Einfuhr des letzterenganz aufgehört hat. Die Farbe ist meist scharlachroth,fällt aber auch zuweilen ins Rosa, Karmoisin,Bräunliche rc.; sie leidet weder durch die Luft nochdurch die Sonne, wird durch häufiges Waschen oderBleichen nur etwas Heller und angenehmer, wirdvon Weingeist gar nicht, von beizenden Laugen nuretwas weniges angegriffen, verwandelt sich durchstarkes Scheidewasser in ein angenehmes Gelbrothund durch sehr verdünnte Schwefelsäure in Hell-oder Rosenroth. Das Verfahren und besonders dieVorbereitung des Garnes ist sehr cvmplicirt. Inder europäischen und asiatischen Türkei, in Grie-chenland rc. wird noch immer viel rothes Garn ge-färbt und in manchen Ortschaften beschäftigt sich fastdie ganze Bevölkerung damit; man soll dort aberein noch complicirteres Verfahren anwenden, alsbei uns. In Deutschland wird das meiste in Elber-feld gefärbt, welches auch Elberfelder Garngenannt wird; die ^dortigen großen Färbereien ver-
f sehen die meisten deutschen Fabrikorte damit und! halten auch in Leipzig, Chemnitz, Frankfurt a. M-; bedeutende Lager davon. Außerdem verfertigt manj es aber noch an vielen anderen Orten, wie ini Wien, Pesth, Berlin, Augsburg, Hof, Kaufbeuren,f Cannstadt rc. In Frankreich gibt es besonders in. Paris, Marseille, Montpellier, Toulouse, Orleans,Troyes. Rouen rc. Färbereien dafür , und auch inRußland gibt es dergleichen an mehreren Orten,wo man jedoch ein von dem gewöhnlichen etwas ab-weichendes Verfahren anwendet.
Tuf ist ein grober Zeug mit Kette von starkemHanfgarn und Einschuß von Rinds- oder Hunde-haaren , den man zum Ueberziehen der Scheertischeder Tuchscheerer und auch zu ordinairen Fußdeckeuu. dgl. braucht.
Tuffstein, Tuffkalk oder Kalktuff ist eineArt Kalkfinter, der sich aus kalkhaltigem Wasserdurch Ueberziehen von Zweigen, Wurzeln, Blättern,Sandkörnern rc. bildet. Er ist gelblichgrau, gelb,weiß, bräunlich rc. von Farbe, weich oder halbhart,durchlöchert, porös oder zellig, mit rauher Ober-fläche und von geringem specifischem Gewicht. Manbenutzt ihn seiner Leichtigkeit wegen und weil er einschlechter Wärmeleiter ist, sich auch leicht bearbeitenläßt, zu verschiedenen baulichen Zwecken und auchzur Zusammensetzung künstlicher Grotten, Ruinen,Wasferfälle u. dgl. in englischen Gärten. DerTraß, der Travertin und der Beinbrech sindArten desselben.
Tula, an der in die Oka gehenden Upa, Haupt-stadt des gleichnamigen russischen Gouvernements,mit 58,000 Einw., einer Bank und der schon vonPeter I. errichteten wichtigsten Gewehrfabrik inRußland, welche 8000 Menschen beschäftigt undjährlich 50—70,000 Gewehre, außerdem aber auchviele und zum Theil selbst im Auslande sehr beliebteEisen- und Stahlwaaren liefert. Sodann besitztdiese, durch heftige Feuersbrünste häufig heim-gesuchte Stadt, große Talgschmelzereien, Eisen-gießereien, zahlreiche Schmieden, Gerbereien,Brauereien, starke Gemüse-, Blumen- und Obst-kultur. Die hiesigen zahlreichen Fabriken in Wou-zeug. von kupfernen und eisernen Geräthen, Hand-schuhen, Berlinerblau, Siegellack, Schminke rc. sindvorzüglich durch Deutsche, Franzosen, Italiener undHolländer, die 1812 zu Kriegsgefangenen gemacht,seitdem freiwillig hier zurückblicken, etablrrt odererweitert worden. Berühmt sind die Tula - Dosenvon Silber mit eingelegter Arbeit; in kurzen undMesserwaaren liefert Tula so viel, daß man thutden Namen des russischen Birmingham gegeben hat-Die Stadt wird durch die nunmehr bewilligte Zugs-linie der k. russischen nordsüdlichen Verbindungs-bahn über Moskau mit St. Petersburg, Nisch"^Nowgorod und dem schwarzen Meere über Charkowverbunden sein. Der Handel mit den Fabrikerzeug-nissen und mit Landesprodukten ist sehr bedeutend-
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Rußland.
Tulametall, s. Niello.
Tulpe, Tulipa Gesneriana, GarteU-tulpe, ist jene bekannte, im 16. Jahrhundert ausdem Orient nach Europa gekommene Blume, t>fast in allen Gärten zu finden ist, in Holland ve-sonders mit leidenschaftlicher Liebhaberei in den ve -schiedensten Varietäten knltivirt wird. Diebildeten dort einen sehr bedeutenden Handelsartuund zum Theil noch jetzt. Sie sind eirund, welp,