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Tusoo
Uhren
Wassermalerei aebraucht werden. Dergleichen wer-den in großer Menge und in verschiedenen Quali-täten in Nürnberg, Fürth, Schweinfurt, Sonneu-berg, Wien, Augsburg, München rc. verfertigt undtheils nach dem Gewicht oder nach der Zahl, theilsin flachen hölzernen Tuschkästchen mit 6, 12, 18,24 Stück rc. verkauft. Am meisten wird dieschwarze Tusche gebraucht und von dieser ist diechinesische die beste, die jedoch auch iu Deutsch-land sehr gut und ebenso geformt wie die chinesischenachgeahmt wird. Die feinste chinesische wird ausLampenruß, besonders von Sesam- und Oelrettigölbereitet, der mit dem Safte eines Baumes und mitthierischem Leim, zuweilen auch mit etwas Kampher,Moschus und dgl. zu einem Teige gemacht und inTäselchen von 2—4 Zoll Länge, 1—1 Vr Zoll Breiteund 1 / i Zoll Dicke geformt wird, auf denen sich er-habene , oder auch blaue oder vergoldete chinesischeSchriftzeichen befinden. Sie ist tiefschwarz, fest,brüchig, hat einen glasartigen Bruch, sinkt im Wasserlangsam unter, läßt sich leicht damit zerreiben und
aus die Haut gestrichen springt sie nach dem Trock-nen nicht ab, wenn man die Haut runzelt. Einegeringere Sorte wird aus dem Ruß von Fichtenholzverfertigt, dem man das Harz entzogen hat. IuDeutschland verfertigt man feine schwarze Tuscheebenfalls aus Lampenruß, den man in einem ver-schlossenen Gefäße ausglüht und mit Gummiwasser,etwas Berlinerblau und Ambra oder Moschus zu-sammenreibt; geringere aus geglühtem Kienruß oderverkohlten und fein geriebenen Schalen von Apn-koseukernen, aus Rebenschwarz und dgl.
Tusoo, Tössu (Zoll), ein Längenmaß in Bombah-
Tutenag oder Tuttanego wird eine Art deschinesischen Packfoug genannt, die aus 2 Theilen Zuflund 1 Theil Wismuth bestehen und auch 2—2Va %Eisen enthalten soll. Auch wird in Holland der ost-indische Zink zuweilen so genannt.
Tutia, s. Ofenbruch.
Twankai, s. Thee.
Twist, s. Baumw ollen gärn.
Tymps, s. Timpf.
U.
Neba, Getreidemaß in Tripolis.
Ueberfaß oder Futterfaß nennt man ein Faß,mit welchem dasjenige, in welchem eine Waare ent-halten ist, bei der Versendung noch umgeben wird,theils um sie gegen Beschädigung und Bestehlen,theils gegen Entzündung zu schützen. Aus demletzten Grunde wird z. B. bei der Versendung vonTerpentinöl der Raum zwischen dem inneren undäußeren Fasse mit Wasser ausgefüllt.
Uebermachen, so viel als remittiren, s. d.
Ueberschuhe, s. G a l l o s ch e n.
Neren oder Ihren, Flüssigkeitsmaß inTirol.
Uhren sind sehr verschiedenartig construirte In-strumente, die zum Abmessen der Zeit dienen. Dieältesten Uhren sind die sogenannten Wasser- oderSanduhren, deren Leistung immer nur eine sehruntergeordnete und mangelhafte ist, indem sie nichtkie Stunden, sondern nur eine Stunde oder einenTbeil derselben anzugeben verniögen. Sie sindmeist so construirt, daß 2 Behälter von Glaö, dievon allen Seiten geschlossen, oben und unten weitsind, oft birnförmig geformt, senkrecht übereinanderstehen und in der Mitte durch eine enge Oeffnungverbunden werden. Einer dieser Behälter ist mitWasser oder Tand gefüllt. Indem nun das volleGlas oben hingebracht wird, läuft Wasser oder Sandlangsam durch die Oeffnung in den unteren leerenRaum und gebraucht bis er ganz abgelaufen ist,eine bestimmte Zeit, meist eine Stunde. Dreht mandann den vollen Behälter wieder nach oben, so be-ginnt die Uhr ihre Function von Neuem und ge-braucht zum Ablaufen gerade dieselbe Zeit. wiefrüher. Solche Uhren sieht man noch an Kanzeln,auch werden sie noch beim Billardspiel gebraucht.Man verfertigt sie meist in Nürnberg, wo die Sand-
uhrmacher eine eigne Zunft bildeten. Aus Frank-reich und England kommt auch eine Art ganz kleinerSanduhren, gewöhnlich in zierlichem Gehäuse vonBronce oder Eisen, in welchem farbiger Sand tueinigen Minuten durchläuft und die man zum Ab-messen der znm Eiersieden nöthigen Zeit gebraucht-weshalb man sie Eieruhren nennt. Auch hat mansolche die nur 1 / i oder 1 / 2 Minute laufen und vonAerzten zum Pulszahlen benutzt werden. —eben so alt sind die Sonnenuhren, die aus einemkreisförmigen Zifferblatt bestehen, dessen Zahl **gerade auf den Meridian gerichtet wird. Aus demMittelpunkt des Kreises steht ein senkrechter Strst,oder eine dreieckige Metallplatte hervor, dessen Scha^ten je nach dem Stande der Sonne in verschiedenenWinkeln auf die am Zisierplatte befindlichen Zahw"fällt und dadurch die Tagesstunden anzeigt. SolcheUhren sind meist an Häusern oder Kirchen, an derSonnenseite angebracht, oder auf steinernen Posta°menten. Doch hat man auch kleine kreisförmigeSonnenuhren, die in den Taschen getragen werde! ^Die bisher genannten Uhren genügten den 3 'wünschten Zwecken nie ganz. Die ersteren nich '
weil sie die Zahl der Stunden nicht benennen un
die zweiten, weil sie selbstverständlich nur bei TGund bei Sonnenschein zu gebrauchen sind. Smachte sich daher die Mechanik es schon früh zur AMgäbe, Entsprechenderes darzustellen. Das erste "gebniß dieser Bemühung waren Werke, besteheaus Rädern und Hebeln, welche durch Belast» »von Gewichten, die nöthige Kraft zu ihrer Beweg» »erhielten und vermittelst des Pendels regulirt w 'den, von dem sie den Namen Pendeluhren erhm 'Diese Werke suchte man immer mehr zu verbellund so entstanden Uhren, von den verschiedenar bsten Einrichtungen und Constrnctionen. ^