Vereinigte Siaalen von Nordamerika 693 Vereinigte Staaten von Nordamerika
Einw. Der größtentheils fruchtbare Boden bestehtaus wellenförmigem Ackerlande, großen Wiesen-ebenen, Wäldern und Sümpfen, ist aber zum Theil,besonders im Norden, noch völlige Wildniß. Diebedeutendsten Flüsse sind der Grandriver undder St. Josephs, die nebst mehreren anderen inden Michigansee fließen; der Flint fällt in die Sa-ginawbai des Huronsees. Die angebauten Gegendenbringen reichlich Getreide, Obst, Hülsenfrüchte rc.hervor; auch wird viel Viehzucht getrieben. DieWaldungen liefern gutes Bauholz, sowie vielSpeise-und Pelzwild; die Fischerei ist sehr ergiebig, auchwird Kupfer und Eisen gefunden, und vermittelstder Seen und mehrerer das Land durchschneidendenEisenbahnen findet ein lebhafter Handelsverkehrstatt. Die jetzige Hauptstadt L an sing ist noch un-bedeutend. Detroit, die frühere Hauptstadt amgleichnamigen Flusse zwischen dem St. Clair- unddem Eriesee hat 47,000 Einw. und blühendenHandel.
Illinois, zwischen Missouri, Iowa, Wisconsin,dem Michigansee, Jndiana und Kentucky, 2606UMeilen mit 1,800,000 Einw. Die ganze westlicheGrenze macht der Mississippi, welcher den Rock,den Illinois, Kaskaskia und zuletzt den Ohio auf-nimmt, der mit dem Wabash die südliche und dengrößten Theil der östlichen Grenze bildet. Nach derunerschöpflichen Tiefe und dem Reichthum seinesAckerbodens und Wiesengrunds der erste unter denBundesstaaten, und vielleicht von keinem gleichgroßen Gebiet der Erdoberfläche übertreffen, tst esder Bedeutung nach bereits der vierte Staat in derUnion, und, da Virginieu schon in allen Elementenhinter ihm ist, wird es vielleicht bald der dritte sein.Außer dem sehr waldreichen nördlichen Theile desLandes ist der Boden nur wenig bewaldet. Haupt-nahrungsquellen sind: der Getreidebau, Viehzuchtund Bergbau auf Blei, Eisen und Steinkohlen.Man baut auch Tabak, im Süden etwas Baumwolleund Zuckerrohr, auch gibt es viel Wölfe, Panther,wilde Pferde und eßbares Wild. Auf dem Mississippiund Ohio wird viel Mais, Tabak, Pferde, Häute,Pelzwerk, Salz und Blei ausgeführt. Die Haupt-stadt istSpringfieldam Samgamon; die frühereHauptstadt war Vandalia am Kaskaskia. Diewichtigste Stadt ist jedoch Chicago s. d.
Wisconsin, zwischen dem Oberen See, Michi-gan, dem Michigansee, Illinois, Iowa und Minni-wtah, 2536 s^Meilen mit 800,000 Einw. DerBoden ist meist hügelig, ohne eigentliche Gebirge,Wald- und wasserreich und fast überall fruchtbar;^hlreiche Flüsse durchströmen das Land in allenRichtungen, unter denen der Tschippebas, der-Wisconsin und der Rock, die zu dem, den größ-wn Theil der Westgrenze bildenden Mississippi,und der Foxfluß, der sich in die vom Michiganseegebildete Grüne Bai ergießt, die bedeutendsten sind.Gs erzeugt Getreide, besonders Mais und Weizen,Rindvieh, Wolle, viel Holz aus den großen Wäl-Mrn, in denen auch fast alle amerikanischen wilden^hiere leben, besonders Blei in unermeßlicherMenge, das sich in einem Distrikt von 2240 engl.^Meilen fast an der Oberfläche der Erde findet,^Uen (das Ufer des kleinen Sees Pepin scheint ganzgus Eisenerz zu bestehen), Kupfer, Steinkohlen,Hausteine rc. Die Bewohner beschäftigen sich niitAckerbau, Viehzucht, Hvlzschneiden auf zahlreichenSägemühlen, Gewinnung und Bearbeitung der-vtetalle, Verfertigung von Ahornzucker rc.; es gibt
Eisenhütten, Fabriken von Wollen - und mehrerenanderen Waaren, Gerbereien rc. — Die bedeutend-sten Städte sind: Madison, Hauptstadt, mit statt-lichem Staatenhause. Die wichtigste Handelsstadt istMilvaukee (s. d.) Ferner Racine am Michi-gansee, ebenfalls lebhafter Handelsplatz u. Green-bai au der Mündung des Foxflusses in die gleich-namige Bai, Endpunkt der von Milvaukee kommen-den Eisenbahn, mit 5000 Einw. und großartigernHolzhandel.
Minnesota oder Minuisotah, nördlich vonIowa, zwischen Wisconsin und den westlichen Jn-diauergebieten, 8929 sUMeilen mit 175,000 Einw.Es ist größtentheils eben und besteht meist aus Prai-rien und Wäldern, hat jedoch auch einige niedrigeBergzüge. Der bedeutendste Fluß ist der Red-River oder Nord-Red, der nach dem Winni-pegsee fließt, mit mehreren Nebenflüssen; derMissouri bildet die westliche Grenze und nimmtden Jacques, den Sioux rc. auf; die östliche bildetder Mississippi mit dem St. Peter u. a. Beson-ders im nördlichen Theile gibt es viele Landseen.Der Missouri und der Mississippi werden hier schonmit Dampfschiffen befahren; auch die meisten übrigenFlüsse sind weit mit Kähnen schiffbar. Die Produktebestehen besonders in vielen Waldbänmeu, Mais,Weizen, Obst, Bären, Büffeln, viel Rothwild, En-ten, Tauben, vielen Fischen rc. Es wird bedeutendeViehzucht (besonders Pferde, Rindvieh u. Schweine)getrieben und die Berge sind reich an Mineralien,namentlich an Blei und Kupfer, wahrscheinlich auchan Steinkohlen. Das Land ist noch nicht lange derKultur eröffnet worden, hob sich aber rasch und hateine bedeutende Zukunft vor sich. — Die Haupt-stadt St. Paul oder Minnesota am Mississippiwurde 1840 mit einem Blockhause begonnen., 1842wurde der erste Kaufladen eröffnet, 1850 hatte sie6000 und 1860 bereits 20,000 Einw. Handel undFabrikation sind bedeutend.
Iowa, auf der Westseite des Mississippi, derIowa von Wisconsin und Illinois trennt, im Nor-den vom Staate Minnesota und im Süden vomStaate Missonri begrenzt, und im Westen durchden Missourifluß von dem Nebraska-Gebiete ge-trennt, 2118 Meilen mit 700,000 Einw. Inseinem westlichen Theil, längs dem Missouri, wohnennoch Sack - und Fuchs-Indianer (8aes und Foxes).Hauptnahrungsquellen des Landes sind: Ackerbau,Viehzucht und Bergbau aus Blei, Zink und Eisen.Im Jahre 1838 erhielt Iowa, welches anfänglicheinen Bestandtheil von Wisconsin, dann den Sioux-distrikt gebildet hatte, eine Gouvernemcntsverfaffungals ein besonderes Territorium, und wurde 1846als selbstständiger Staat in die Union aufgenommen. — Hauptstadt ist Iowa City am Iowa-flusse; Hauptort des Bleiminendistrikts von Iowaist Dubuque, am Mississippi, beide Städte mit5000 Einw.; B u r li n gto n, ehemaliger Hauptortvon Iowa, am Mississippi, wurde erst 1836 ge-gründet , zählte aber 1856 schon über 15,000 Einw.Es hat sehr lebhaften Handel, besonders mitSchweinepöckelfleisch und Speck.
Missouri, nördlich an Iowa, östlich an Illi-nois , südlich an Arkansas und westlich an die Jn-dianergebiete grenzend, 3168 HjMeil. mit 1,200,000Einw. Der Mississippi, der hier sehr reißendund wegen mehrerer Stromschnellen schwierig zubefahren ist, bildet die östliche Grenze und nimmtaußer mehreren kleinen Flüssen den von Nordwest