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Zweiter Band.
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Verzenay

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Vienneweine

kammer, eine Zeichnenschule, eine Gesellschaft fürHandel u. Gewerbe, viele Wollspinnereien, Kupfer-und Eisengießereien, Seifensiedereien, Gerbereien,33 Schönfärbereien und in der Nähe Galmeigruben.Berviers zeichnet sich schon seit lange durch seinevielen Tuchfabriken, in neuerer Zeit auch durch seineübrigen Wollmanufakturen aus und exportirt haupt-sächlich nach den Vereinigten Staaten, nach Holland,Italien, nach der Schweiz und nach der Türkei rc.Sehr wichtig sind auch seine Maschinenbauwerk-stätten , die auf dein besten Fuße stehen.

Rechnung, Münzen, Maßen. Gewichte,s. Belgien.

Verzenay und Verzy gehören zu den bestenGattungen der Champagnerweine 1. Classe aus derGegend von Rheims im Dep. Marne, die sich be-sonders durch große Feinheit, Würze und Blumeauszeichnen. Namentlich die Orvmang und Nonmousseux von Verzenay sind ausgezeichnete Weine.Verzugszinsen, s. Zinsen.

Vesno , Handelsgewicht in Aleppo.

Vesuvian, vesuvische Edelsteine oderGemmen, s. Jdokras.

Vetiverwurzel oder Jwarancusawurzel,Radix Iwarancusae, von Anatlierum muri-catum, einer in Ostindien, Persien rc. wachsendenGrasart. Sie ist im Aeußeren der Queckenwurzelähnlich, riecht angenehm gewürzhaft, schmeckt bitter-aromatisch und enthält ein blaßgelbes, ätherischesDel von starkem, durchdringendem Geruch, dasjedoch selten in den Handel kommt, mehr ein aus derWurzel gezogener Extract, der zu Parfümerien ge-braucht wird. Sie wurde gegen die Cholera em-pfohlen, wird aber jetzt nur noch zur Abhaltung derMotten gebraucht.

Vexirgurke, s. E s el s g u r k e.

Vezelay, ein guter Burgunderwein 3. Classe ausdem Bezirk von Avallon im Depart. 8)onne.

Via sagt man zuweilen für über, z. B. Via Lon-don rc. Besonders setzt man es auf Briefe nachÜberseeischen Ländern, um anzudeuten, auf welchemWege (via) sie geschickt werden sollen, weil dies nichtselten einen Unterschied in der Schnelligkeit der Be-förderung und auch im Porto ausmacht.

Viadra, ein Flüssigkeitsmaß in der Wallachei.Vicogne, s. G arn.

Vicognewolle oder Vicunawolle ist dieaußerordentlich feine, seidenartige Wolle des auf denKordilleren von Südamerika heerdenweis lebendenSchafkameels oder der Vicuna, Auchenia oderCamelus Vicunna , das von der Größe eines Scha-hs, braun von Farbe, am Bauche weiß und schwerru zähmen ist. Die beste Wolle kommt aus Peruund Chili, geringer ist die aus Bueuos-Ayres. Manunterscheidet überhaupt 3 Sorten derselben, nämlichme rothbraune, röthliche, zuweilen auch blaßrothevom Rücken und den Seiten des Thieres, welcheam feinsten ist; die weiße oder gelbliche, längere undgröbere vom Halse und Bauche, und die Flocken-wolle oder Pelotage, die sich nur schwer verspinnen^aßt. Unter dem Namen Bastardwolle kommt^ne mittle Sorte vor, die auch zuweilen unter dieächte gemischt ist, aber aus den langen und weiß-"chen oder gelben Haaren des Guanacoschafes°b.er Huanacos besteht. Die feinen Sorten der^wognewolle werden theils allein, theils mit Schaf-

wolle gemischt, zu tuchartigen und anderen Zeugen,Handschuhen, Strümpfen rc. verarbeitet, die geringezu Teppichen und von den Hutmachern zum Belegenoder Vergolden der feinen Hüte. Die feine Wolledes Alpaco und die viel geringere des Lamaskommen auch zuweilen unter dem Namen Vi-cogne vor.

Victorias, s. Tibets.

Vietualien sind Lebensmittel, insbesondereSpeisen aus dem Pflanzenreiche, mit Ausnahmedes Getreides.

VielfraßfeTe, kommen von einigen Arten desî zum Bärengeschlecht gehörenden Vielfraßes undi sind ein geschätztes Pelzwerk mit dichtem, weichemund langem Haar. Man unterscheidet hauptsächlich3 Arten, nämlich: 1) Von dem eigentlichenVielfraß oder Rosomak, in Finnland Fiäl-Fraß, Felsenbewohner, genannt, woher der Nameentstanden ist. Er mißt ohne den eben so langenSchwanz 2 1 / 2 Fuß, ist glänzend glatt, kastanien-braun, mit einem dunkleren Riickenstreifen undeinem helleren Flecke an den Seiten des Kopfes.Man erhält das Fell aus Sibirien und Canada,seltener aus Schweden und Norwegen. 2) Dieweißen Felle des nämlichen Thieres, die sich beson-ders in strengen Wintern in Kamtschatka finden undnoch mehr geschätzt sind, als die braunen. 3) Diedunkelbraunen, fast schwarzen, langhaarigen Felleeiner kleineren Spielart, die besonders an der Hud-sonsbai lebt.

Vienne, Hauptstadt des französischen Departe-ments der Isère mit 21,000 Einw., liegt am linkenUfer der Rhone und an der Linie Lyon-Marseilleder directen franz. Südbahn, hat eine Börse, einHandelstribunal und eine Zeichnenschule. Schonfrüher war Vienne der Mittelpunkt eines äußerstlebhaften Handels und wetteifert mit Lyon. DieWaffen, Anker und Schwertklingen, welche schon im15. Jahrhundert daselbst verfertigt wurden, warensehr berühmt und behielten lauge ihr großes An-sehen, auch hatte es wichtige Märkte, die 15 Tagewährten. Gegen die Mitte des vorigen Jahrhun-derts wurden von Fabrikanten, welche von den Ber-gen Dauphine, von Aubimat und von Annonaykamen, eine neue Industrie nach Vienne gebracht.Sie fabrizirten zuerst Tücher, bekannt unter demNamen „Ratins", später auch andere Stoffe die zuLuxuskleidern verwendet wurden. Seitdem hatdieser Industriezweig sehr große Fortschritte ge-macht und es liefern die Tuchfabriken der Stadt,welche 4000 Arbeiter beschäftigen, jetzt alljährlich90,000 Stücke. Sodann sind 15 Wollspinnereien,30 Färbereien, viele mechanische Werkstätten, Ger-bereien, Silber-, Kupfer- und Bleigießereien, Eisen-werke, Hochöfen, Leinwand-, Papier-, Tapeten-,Glas (schwarze Flaschen)- Kardätschen- u. a. Fa-briken, die einen schwunghaften Handel hervorrufen,vorhanden, und diese zahlreichen Etablissements, inVerbindung mit den Märkten, welche am 17. Ja-nuar, 25. April, 26. Juli und 30. September hierabgehalten werden, fangen an, Vienne zu einemwichtigen Mittelpunkte der Industrie des mittägigenFrankreichs zu machen, was theilweise der Gère zuverdanken ist, die mehr als 500 Mühlen und Ma-schinen in Bewegung setzt.

Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,s. Frankreich.

Vienneweine sind rothe Dauphinêweine, die auf