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Buche.
Sehr empfiehlt sich aber das Buchenholz für den Landmann zur An-fertigung von Eggebalken, Wagenleitern, Pflugzügen, Pflug, undWageneinhängehölzern, Ortscheiden, Pfluggalgenarmen, Eggcscheiden,Pflugbüchsen, Felgen zu Rädern, Pflugstreichbrettern, Back- und Freß-trözen. Außerdem benutzen die Späne von diesem Holze, die Schuh-macher, Buchbinder und Essigfabrikanten. Die Rinde wird zumGerben gebraucht und das Laub trocken zum Ausstopfen von Ma-tratzen, zu welchem Zwecke es besser als Stroh sein soll.
Das Oel der Bucheckern wird kalt geschlagen, nicht selten alsSpeiseöl, warm als Brennöl benutzt. Die Saamen geben circa 12Procent klares und 5 Procent trübes Oel. Es ist sehr hellgelb, demWasserhellen sich nähernd, ohne Geruch, von mildem Geschmack, ander Luft schmierig bleibend, dickflüssig. Sein specifisches Gewicht istbei ch 12° R. 6,9225. bei ch 12° R. ist es 17,5mal, bei ch 6° N.26,3mal dickflüssiger als Wasser, bei — 12° R. verdickt es sich sehr,trübt sich nach und nach und erstarrt bei — 14° R. zu einer weiß-gelblichen, festen Masse; es gehört zu den leichter und schneller bren-nenden Oelen. Es brennl reiner und schneller als Lein- und Rapsöl,jedoch langsamer als Mandel-, Hasel-, Sonnenblumen- und Olivenöl.In der Thierheilkunde wird das Bucheckernöl wie das Leinöl gebraucht.Die von den Bucheckern nach dem Auspressen des Oeles zurückblei-benden Oelkuchen sind ein sehr heftiges Gift für Pferde.Professor Dr. Hertwig sagt: Bei meinen Versuchen bekamen aus-gewachsene, gesunde und ziemlich kräftige Pferde von 6 bis 12Unzen frischer Oelkuchen, binnen 20 bis 30 Minuten Zittern amganzen Leibe, Zuckungen der Muskeln an verschiedenen Theilen,schnellen Puls, dergleichen Athem, große Angst und heftige Kolik-schmerzen; sie schwankten dabei mit dem Hintertbeile, fielen nie-der und schlugen dann mit der größten Heftigkeit, mehrcntheilsanhaltend, mit allen vier Füßen nach dem Leibe, bis nach 10 bis16 Stunden, in seltenen Fällen auch etwas später der Tod eintrat.Weder beim Sublimat, noch bei dem Arsenik oder bei einem andernGifte sind die Zufälle so heftig wie hier. Auf junge Pferde wirktdas Mittel stärker als auf alte. Esel sterben von 4 bis 6 Unzendesselben. Auf Wiederkäuer, Schweine und Hunde haben die Buch-rckerkuchen keine nachtheilige Wirkung. Dieselbe Wirkung, wie dieseKuchen, hat die Frucht selbst und zwar der innere Kern derselben,obgleich nur in größeren Gaben.
Die Bestandtheile des Laubes, welches ein leidliches Schaffuttcrim lufttrockenen Zustande ist, sind: Feuchtigkeit 50 Procent.
Ausziehbare Theile in 100 Gewichtsthcilen der lufttrockenen Blätterdurch Wasser — — — — 24,400.
» Aetzkali — — — — 48,120.
» Alkohol an Wachs und Harz 3,040.
Pflanzenfaser — — — — 24,440.
Nahrhafte Bestandtheile des Laubes 724 Proccnt. Aschcuge-halt des lufttrockenen Laubes 6,923.