Buch 
Oekonomische Pflanzenkunde der landwirthschaftlichen Kulturgewächse / von K. Robert Herrmann
Entstehung
Seite
28
JPEG-Download
 

28

Buchweizen; Heidekorn.

bedeutenden Gehalt an Kalitheilen zeigt, wächst vorzüglich üppig aufgebrannten Moor- oder Torsflächen.

Nirgends wohl stellt sich dasselbe entschieden vortheilhafter her-aus, alS bei dem Buchweizcnbau auf Torfmorästen in Ostfries-land und in den Niederlanden. Auf diesen MoorgründenOstfriesland zählt deren allein über 240,000 Morgen bautman den Buchweizen in folgender Manier. Da das Torfmoor sehrnaß und sumpfig ist, so zieht man zuerst kleine Gräben, zwei Fußbreit und eben so tief, in Entfernungen von 8 bis 10 Schritten.Diese Zwischenräume bilden nun die Aeckcr. Wenn das Moor et-was ausgetrocknet worden, so werden die Aecker mit einer Handhackebehackt, welches im Herbste und Frühjahre geschieht; man behacktdaS Moor in Stücke von 4 Fuß Quadrat, mehr oder weniger.Wenn dieses geschehen ist, so macht man im April von diesem be-hackten Grunde kleine Haufkn, in der Art, daß der Wind hindurchziehen und die Moorstücke austrocknen könne. Ist das durch dieLuft und Sonne gehörig geschehen, so werden die Haufen im Maiin Brand gesteckt, und so wie solche brennen, mit einer Mist-gabel auseinanderqeschlagen, so daß alle Theile des behackten MoorSanbrennen. Ist das Brennen beendigt, so wird gleich am fol-genden Tage das gebrannte Land mit Buchweizen dünn besäet.Je wärmer die Witterung und der Sommer ist, desto besser geräthder Buchweizen und wird im September reif. Der Ertrag über-trifft öfters olle Darstellung und der Vortheil bei dem Anbau dieserFrucht ist sehr groß, da man keines Düngers, sondern blos deSBrennens bedarf, welches 10 12 Jahre hintereinander auf dennämlichen Aeckern stattfinden kann. In OstfrieSland wurdenim Jahre 1826 über 120,000 Tonnen geerndtet, welche einen Werthvon 480,000 Rthlr. hatten.

Man bat den Buchweizen auch mehrfach, und zwar nicht ohneErfolg, als Gründüngungsmittel benutzt, jedoch mit sehr verschiedenemErfolge, im Ganzen wird er jetzt nicht mehr häufig zu diesem Zweckeangewendet, denn auf dem Boden und unter dem Verhältnisse, wodie Buchwcizcndüngung mit Erfolg anzuwenden, leistet die Lupincn-düngung mehr.

Die Bestandtheile der Körner und ihrer Hülsen, an der Sonne

getrocknet, geben nach Zenneck:

Stärke 52,295.

Faser 26.943.

Kleber 10,473.

Eiweiß 0,227.

Eiweiß mit Zucker 3,069.On-dirter Extraktivstoff 2,537.Gummi und Schleim 2,803.

Harz 0,363.

Verlust 1,250.

in 100 Theilen.