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Flach« odkr Sein.
Anmerkung hierzu.
Der Rohertrag eines Morgens ist im Mittel zu 7600 PfundStengeln angenommen und der Abgang durchs Rösten im Wasserbetrug 37j Procent, im Thau 24^ Procent, so daß übrig bliebenbei der Wafferröste 1000 Pfo. Stengel, Thauröste 1200 Pfd. Die-ses Quantum ergab sodann bei der Berarbeitung mit genanntenWerkzeugen die vorstehenden Resultate.
1) Brucktheile sind bei allen Pfundangaben weggelassen.
2) Die beim Brechen auS 1000 Stengeln von der Wasserrösteauf landesübliche Art erhaltenen 565 Pfd., je 2 Hände voll in einensogenannten Wisch zusammen gebunden, 1 Stunde lang auf derHanfreibmühle bearbeitet und dann wieder aufgebunden, ergaben nach
dem Schwingen 279 Pfd. Flachs und 120 Pfv. Werg,
„ Hecheln 154 „ „ „ 122 „
Der Flachs erreichte dieselbe Feinheit wie auf der KutheschenFl»chSbrechmaschine, nur war er als mit der Handbreche bearbeitetum einige Zoll kürzer, und deshalb pro Pfund beim Verkaufe 4 Lr.weniger Werth.
Der Geldwerth berechnet sich hievon bei dem Preise von 36 Tr.pro Pfund Flachs und den oben ersichtlichen Wergpreisen auf 106 Fl.51 kr., die Unkosten auf 19 Fl. 30 Lr. und rein auf 87 Fl. 21 Tr.
3) Auf der Kutheschen Brecbmasckine um Zeit länger bear-beitet, aber nicht geschwungen, ergaben 1200 Pfund Stengel von derThauröste 152 Pfd. Flachs und 216 Pfd. Abwera und L 40 Tr.pro Pfund Flachs und L 4 Lr. pro Pfund Abwerg in Geld 115 Fl.51 !r., die Arbeitskosten betrugen 17 Fl. 12 Tc. und der Geld-Reinertrag 98 Fl. 39 Tr.
4 ) Bezüglich deS Vortheils der Wasser- vor der Thauröste:
«) DaS Rösten im Wasser erfordert zwar mehr Kraftaufwand,aber eS geht weit sicherer und schneller von statten, als die Thau-röste, deshalb ist der wirkliche Kostenaufwand der ersteren gegen dieletztere wohl als gleich anzunehmen.
d) Der im Wasser geröstete Flachs erfordert bis zu seiner höch.sien Veredelung mehr Kraft- und Geldaufwand, er ist gewöhnlichrauher anzufühlen, und erheischt, zu Garn und Leinwand verarbeitet,auf der Bleiche 8 bis 10 Tage mehr Zeit zur höchsten Weiße undReinheit, als daS gleiche Fabrikat auS Thauflachs. Dagegen fälltder Wasserflachs weniger ins Werg, er giebt also mehr reineFaser, und wegen seiner großen Zähigkeit kann derselbe weit feinergesponnen und verwoben werden, er liefert deshalb ein weit dauerrhafteres und feineres, mithin schöneres und köstlicheres Gespinnst oderGewebe, als der Thauflachs.
5) Bezüglich der Leistungen vorgenannter Werkzeuge:
r» a) Der landesüblich bchardelte Flachs war zwar recht hübsch,aber immer um einige Zoll kürzer, als die mit den niederländischenWerkzeugen oder mit der Maschine behandelten. Der Abfall an un-brauchbaren Theilen beträgt hier deshalb weniger als bei den nach-folgenden zwei Manieren, weil unter dem Schwlngwerge noch viele