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Nicht nur allein in Abgründen, deren oberster Rand zwey bis drey-hundert Klafter tm Umfange hat, bemerket man, daß die Schichtenzwoer gegenüber stehenden Seiten glcichsinnisch liegen, daß also bloßdie Zwrschenmasse, die si>7 mit einander verband, versunken, oder aus-gehoben worden; sondern auch in langen Thälern, und weit voneinanderstehenden Bergrücken, ist beyderseits das einförmige Streichen, un-geachtet es oft mit Lehm und Dammerde bedecket, oder durch ausund einspringende Winkel verdrähet wird, deutlich abzunehmen. ImThale, welches den Zirknitzer See in sich faßt, habe ich von einem Ge-birge zum andern auf die Entfernung einer halben Meile Kalkstein-schichten mit ähnlicher Dicke, Beschaffenheit, Farbe, und Richtungentdecket. Eine ähnliche Lage bemerkte ich im Gränzgebirge zwischenLr.:iii, Larnehen, und Stciermarkc; im Gebirge zwischen Ober-leybach und Adclsberg; im Nanos , Tschaven Lauste ja selbst inden jütischen Alpen, und ich widerhole es, daß es mir das wunder-barste ist, eben dieselbe Richtung durch Gebirge auf so viele Meilenweit gefunden zuhaben.
Gemäß der Oberfläche dieser Gegenden ist auch ihr unterirrdischerBau. Statt hohler, konischer Abgründe sind unter der Erde un-geheure leere Räume, und Schlünde anzutreffen, welche fast durchgehends miteinander Kommunikazion haben. .Die Tagcwässer verlierensich darein auf alle Verseigerungsarten , laufen aderweise die Flözlagernach allen Richtungen hindurch, brechen bald aus, bald stürtzen siewieder in die Tiefe, und zeugen in so manigsaltigen Erscheinungen vomDaseyn wunderbarer Kunstwercke, die die Natur in einer unerreichlichenTiefe ihres Eingeweides gebauet hat. Wo ist eine Weltgegend, dienebst unzähligen auf einmal entstehenden Bächen so viele schifreich ausbrechende Flüsse ausweisen kann?
Nicht ohne Erstaunen lassen sich jene Arbeiten betrachten,die in den tiefsten Grotten, wohin kein Stral des Tages dringenkann, von der Natur, zwar langsam, aber ununterbrochen, un-ordentlich, aber doch nach bestimmten Gesetzen, in stiller Majestätfortgetrieben werden. Der einzige Tropfcnfall, und Abfluß des Kalk-sinters nach verschiedenen Verhältnissen der Geschwindigkeit, und Fallhöhe ist der Werckzeug dieser Arbeit. Tausendjährige Stalaktiten un-
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