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Anfangsgründe der Bodenkunde / von Friedrich Albert Fallou
Entstehung
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6
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sen deS Bodens allgemach angeregt und die Kenntniß desselbengefördert.

Indeß alles, was wir bis jetzt über Bodenkunde haben, istfast ausschließlich im Sinne der Landwirthschaft geschrieben, weilman von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, blos ur- und trag-baren Boden vor Augen hatte. Die bodenkundlichen Lehrbücherenthalten nicht sowohl eine auf Untersuchung gegründete natur-wissenschaftliche Beschreibung der verschiedenen Bodenarten, als»ielmehr eine Anweisung zu ihrer Bewirthschaftung und ökono-mischen Würderung, sie behandeln als Hauptsache die Frage:wie läßt sich der Boden am besten benutzen, oder welches ist derbeste Boden für Raps, für Korn, für Klee rc.? Viele» ward auchbisher auf Treu und Glauben ohne weitere Prüfung nachgeschrie-ben und dazu kommt, daß man dermalen alles Heil für die Land-wirthschaft einzig und allein in der Chemie sucht, in ihr den un-trüglichsten Talisman gefunden zu haben glaubt, jeden beliebigenBoden zur unerschöpflichen Fundgrube des höchsten Gewinnes zumachen, und daß man vermeint, zur vollständigen Kenntniß deSBodenS, wie zur richtigen Beurtheilung und Schätzung jedwedenGrundstücks sei weiter nichts nöthig, als die chemische Unter-suchung. Ja man will die Bodenkunde nicht einmal als beson-dere Wissenschaft anerkennen, sondern nur als einen untergeord-neten Theil der Agriculturchemie.')

So ist eS denn kein Wunder, wenn die Kenntniß des Bo-dens noch immer sehr einseitig und mangelhaft blieb und eineMenge irriger Ansichten bis auf die Gegenwart fortgeerbt hat.Daß den meisten Agrologen, trotz aller Analysen, die Ackererde nochimmer eine terra mvoZnita sei, ergiebt sich am besten au- den Jnconse-

') Die Ackerbauchemie will aber mit ihren Entdeckungen zunächst blö-dem Ackerbauer zu Hilfe kommen, sie hat «S also ihrer Bestimmung nach nurmit dem Ackerboden zu thun, ja streng genommen nur mit den in demselbenenthaltenen Nahrungstoffen der Pflanzen. Doch nur der kleinste Theil de»gesummten in der Natur vorhandenen Bodens ist wirklicher Ackerboden. ESfragt sich also: bei wem erholen wir uns Raths, wenn eS uns daraus an-kommt» auch den übrigen bei weitem größeren Theil des Bodens kennen znlernen, da sich der Ackerbauchemiker um diesen garnicht bekümmert? Die Be-antwortung dieser Frage zeigt uns gerade die umgekehrt« Stellung der Agri-tulturchemie im Verhältniß'zur Bodenkunde.