Belgien
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Beikau
Das Klima ist an den Küsten ooeanisch, im Allgemeinenfeucht und ziemlich kalt. Die Sommer sind weniger lieiss und dieWinter weniger kalt, als im Innern Deutschlands unter denselbenBreitengraden. Der Sommer bringt häufig Stürme, selbst Orcane.
Der Boden 2,946,594 Hektaren, wovon 1,463,603 Hekt. oder49,9 Proc. urbar, ist überall vortrefflich angebaut und liefert durchden ausgezeichneten Betrieb der Lanclwirthschaft besonders Ge-treide, Gemüse, ObBt, Hopfen (2968 Hekt.), Cichorie (1827 Ilekt.),Tabak (666 Hekt.), Zuckerrüben (2125 Hekt.), Hanf (1712 Hekt.),Flachs (auf 29,880Hekt.), Kurtoffeln(186,903Hekt.). Die natürlichenWeiden nehmen */ 7 derBodenfläche ein. Wein wird auf607V2Mgen.gebaut. Die Blumengärten nehmen 18,300 Mgen. ein, man schätzt denWerth ihrer .Erzeugnisse auf 1 )/«Mill. Thlr. Gehölz, Waldungen etc.nehmen 88 1 / 2 QM., beinahe * j 0 des Landes ein. Polders 9 QM.Pferde giebt es über 300,000, die meisten in Hennegau und Brabant;Hornvieh bei li/ 2 Mill.; Schafe bei 700,000 (die meisten in Luxem-burg und Namur); Schwoiue Über */•> Mill.; Ziegen 160,000. DerSeefischfang bringt Über 60,000 fctr. Stockfische und 9000 Ctr.Heringe.
Belgien ist ausserordentlich reich an Mineralien; es besitzt einLager von Steinkohlen, das sich beinahe durch das ganze Landvon W. nach O. ausdehnt. 1856 wurden aus 216 Kohlengruben mit70,980 Arbeitern 8.409,330 Tonnen im Werthe von 113,853,320 Frcs.geliefert, wovon 5,434,981 Tonnen im Lande selbst verbrauchtwurden. Mons, Charleroi und Lüttich sind die .Hauptplätze für denKohlenhandel. In 1632 Eisengruben waren 10,724 Arbeiter be-schäftigt. Marmor wird viel gebrochen und ausgeführt; am ge-suchtesten der von Dinant und Gochenöe; an Steinbrüchen sindHennegau und Namur reich. Bedeutende Schieforbrüclie in Namur,Luxemburg und Lüttich. Ferner wird gewonnen: Zink, Blei,Kupfer, Alaun, Schwefel und Thon. Mineralquellen zu Chaud-foutaine, Huy, Lüttich, Tongres, Spaa.
Belgiens Industrie ist sehr bedeutend. Es hat Manufakturenfür Baumwollen-, Wollen-und Leinemvaaren, Spitzen, Teppiche,Bänder, Seidenstoffe, Hüte. Leder, Papier, Gummi waaren; Buch-und Steindruckereien, Glasfabriken etc. An roher Baumwolle wur-den im J. 1860 verarbeitet 12,825,000 Kilogr. und an gewebter Baum-wolle ausgeführt 2,163,000 Kilogr. Die Fabrikation von Spitzen,vorzüglich in YpreB , Courtrai, Brügge und Gent, beschäftigt über50,000 Arbeiterinnen. Die Leinenindustrie ist die älteste, besondersin Flandern. 1856 wurden 266,219 Ctr. Flachs eingeführt und dieAusfuhr an Leinengeweben belief sich auf 69,170 Ctr. Damastliefern Brüssel, Brügge, Nieuwe-Eglise und besonders Courtrai;Bati8tzwirn Braine le Comte und Soignies. Die Wollindustrie, be-sonders in Ypern, Löwen, Gent und Tournay verarbeitet besondersin Tuchen, in Verviers und Lüttich über 165,000 Ctr. Wolle imWerthe mehr als 8 1 /*> Mill. Thlr. Die Ausfuhr an Wollstoffen beliefsich 1866 auf 26,340 Ctr. im Werthe von 6 5 /<i Mill. Thlr. Wollzeugeliefern Hodimont, Stavelot, Tirlemont, Thouin, Ypern, Poperinghe;Wolldecken Brüssel, Verviers, Lüttich und Mecheln; die bedeu-tendste Teppichfabrik ist in Tournay. Für die Waffenfabrikationsind in Lüttich und der Umgegend über 12,000 M. beschäftigt.Die Ausfuhr hatte im ,T. 1856 einen Werth von 3,040,000 Thlr.Kanonengiessexei in Lüttich mit 800 Arbeitern. Bedeutende Nägel-fabrikation, besonders in den Prov. Lüttich und Hoimegau; Huyliefert besonders Eisenblech, Dinant Kessel, Mecheln Kupfer-waaren, Namur Messersclimiedewaaren etc. AusgefUhrtes Zink22,127,000 Kilogr. (1859). Maschinen und median. Instrumente be-sonders in Seraing, Ziegelfabrikation namentlich in Antwerpen.Die Glasfabrikation producirt mit 4870 Arbeitern den Werth von»i; a Mill. Thlr.; PapieTausfuhr 4*j 2 Mill. Frcs. 1859 producirtou 60Zuckerraffinerien 17,115,000 Kilogr.; 462 Branntweinbrennereien,wovon 267 landwirthschaftl. über 6 Mill. Hektol., 2670 Brauereien3 3 ,'.; Mill. Hektol. liefern. Es gab ferner 906 Oelfabriken und Mühlen,180 Seifensiedereien, 900 Gerbereien (besonders Lüttich und Stave-lot), 600 Seilereien, 450 Cichorienfabriken.
Der Handel ist am bedeutendsten mit Frankreich, Über ^ desgesammten dem Werthe nach. HauptgegeiiBtände der Einfuhr rindKaffee, Rohrzucker, rohe Baumwolle, Wolle, wollene Zeuge, Ge-treide, Tabak, Salz, Oelsamen, Seidenstoffe, Wein, Bauholz; derAusfuhr: Leinen- und Leinwaaren, Steinkohlen, Tuch, Eisen,raffinirter Zucker, Baumwollwaaren, Getreide, Maschinen, Glas-waaren, Waffen, Schlachtvieh, Zink, Nägel, Pferde, Spitzen undTüll. Der officielle Werth der Einfuhr im J, 1857 belief sich auf393 l i : , Mill. Frcs., der Ausfuhr auf 451 Mill. Frcs. Entrepöts-Niederlagen für Waaren zur Ausfuhr und inländ. Consumtion be-stehen zu Brüssel, Gent, Ostende, Lüttich, Löwen, Brügge, Mons,Tournai, Nieuwpoort, Terinonde, Bastogne, Courtrai, Mooheln,Arlon, Elouges, Vise. Das bedeutendste ist das zu Antwerpen, wojährlich für 19,200,000 Thlr. Waaren lagern. Die Handelsmarinebelief sich 1859 auf 146 Schiffe von 45,050 Tonnen. Pis existiren 19Handels- und Fabrikkammern. Belgien hat ein vollständiges Netzvon Strassen, Kanälen, Eisenbahnen und schiffbaren Flüssen. 1860hatte es 1714 Kilom. Schienenwege, für welche Mecheln der Mittel-punkt ist.
1857 hatte Belgien 6662 Primärschulen mit 9104 Lehrern und511,096 Schülern. Universitäten in Gent und Lüttich. 1856 waren•>528 Mönche in 150 und 12,330 Nonnen in 812 Klöstern, die Zahlder bekannten Bettler betrug 1866 88,019, wovon 48,041 männlichenGeschlechts. Der Präsenzstand des stehenden Heeres beträgt (1860)40,115 M. nnd 8150 Pferde. Die Marine besteht aus 1 Brigg von20, l Goelette von 12, 2 Kanonenschahippen von je 6 Kanonen, und3 Dampfern. Festungen sind in Antwerpen, Mons, Charleroy,Pbilippeville. Marienburg, Ath, Tournay, Menin, Ypern, Gent, Na-mur. StaatBeinnahme für 1860: 192,512,900 Frcs., Ausgabe 190,226,000Frcs. Die consolodirte Staatsschuld belief sieh auf etwa 680Mill.Frcs. Münze undMaasse sind nach dem französischen System.Die Aune (Elle) ist der Meter, der Litron der Liter, der Baril derHeotolitev.
Belgiojoiso, St. in Italien, Lombardei, Prov. und Bez. Pavia,
Leder, Gewehron und Eisenwaaren, aber noch weit wichtig®*der Handel. 2) Df. ebd., iuRum-Ili (Rumelien), an dereurop
in einer fruchtbaren Ebene, vom Po und Olona bewässert,Schönes Schloss.
Belglrate, kl. Fick, in Italien, Sardinien, Prov. Novara^Pallanza, Mand. Lesa, am Lago maggiore, 763 E. Weinbau, be Dfahrtsott nach den borromeischen Inseln. t
Bel tri li ni, Ort in Ver.-St., Wisconsin, Gfsch. Washington, 0t35 engl. M. N. vonMilwaukie, 1400 PL j
Belgodcre, Df. in Frankreich, Dop. CoiBe (Corsilca), Arr. uöstl. von (Jalvi, 1004 E.
Belgorod, s. Bjelgorod.
Belgrad , 1) Bez. nnd feste St. in der europ. Türkei,von Serbien, Sandßdiak Semendria, r. an der Donau, am Ein*'der Sau, an 30,000 E. Die St. besteht auH der Festung ttU ^.Felsen im Mittelpunkte, aus der Unterstadt, die mit der Ci't®“verbunden sich westwärts bis zumFluss ausdehnt, und aus den' ^Städten, nämlich der Raizenstadt, an der Sau, und Palanka,und S. an die Höhe der Citadelle augelehnt. Oberhalb der bliegen in der Donau drei Inseln, die einen Hafen bilden. G®^ tüber der Raizenstadt, bei der Sau-Mdg. die Insel Zingaris.Industrie ist nicht unerheblich in Baumwolloiizeugen. TepP* j. {- - - - - - • ■ • -rer 1J
des Bosporus, bei Konstantinopel. Hier beginnen dieWasserleitungen nach dieser Stadt. 44° 64' 57" n. Br., 18°8' 0 'v. Par. t
Beigrade, Ort in Ver.-St., Maine, Gfsch. Kennebec, 210« .ßelgrndtschick, Fest, in der Türkei, Rumelien, SS\'-Widdin. r
Belgrulkft, Ort in europ. Türkei, Bulgarien , Sandsch. ^^ . 5Belgnini, St. in Hindostan, Territ. Oude, 76 engl. M. NLucknow. Bazar. 27° 0' n. Br., 80° 5' ö. L. v. Grwch.
Beigrave, Df. in England, Gfsch. Leicester, 1518 E. ^
Belgweiler, Df. in Preussen, Rgbz. Koblenz, Kr. Sim 010189 E. , 0 ,
Bellia, 1) St. in Hindostan, Territ. Oude, am linkenSai, 33 engl. M. N. von Allaliabad, bei 3000 E., nur Hindus. ^ ^n. Br., 82° ö. L. v. Grwch. 2) St. ebd., im brit. Distr. Azii°8 üNW.-Provinzen, 250 48' n. Br., 83° 13' ö. L. v. Grwch.
Belliade. Df. in Frankreich. Dep. Landes, Arr. Mont de ^san, bei Liposthey, 616 PI.
Belhaven, Df. in Schottland, Gfsch. Haddington, 360 K*Belhelvie, Df. und Krchspl. in Schottland, Gfsch. Abeh*an dev Nordseeküste, 1700 E. u.
Belliir, St. in Hindostan, Oude, 32 engl. M. NW. von D unow. 27° 14' n. Br., 81° 20' ö. L. v. Grwch. e t
Belhomert-Giidhouvllle, Df. in Frankreich, Dep. Eur®Loire, Arr. Nogent le Rotrou, bei la Loupo, 637 E.
Bcliaiies, Fick, in Spanien, Prov. und Bez. Lerida, 1226^'BClic, Df. iu Oesterreich, Böhmen, Kr. Tabor, Bez. Newe^ 1420 E.
BeDce, Fl. in Italien, Sicilien, der im Distr. Palermound SO. von Mazzara in das Mittelmeer sich ergiesst. ^
Bellcenn, I)f. in Spanien, Prov. Granada, Bez. Tarabcon, ^Bellet, Df. in Frankreich, Dep. Gironde, Arr. Bordeaux, 1Hochofen, Eisenhammer. [bei Russey, **. -j,
Belleu (le), Df. in Frankreich, Dep. Doubs, Arr. Montb^b®^Bcllgnoux, Df. in Frankreich, Dep. Ain, Arr. TrevouXrMontluet, 686 E.
Bellgnul, befest. St. in der Türkei, Bosnien, an der Unna», f j*.Belik. Ort in der europ. Türkei, Bulgarien, SO. bei Sem® 110 ^Belikl, Fick, im europ. Russland, Guv. Pultawa, 0 ,
Vorskla, nördl. bei Kobiliaki. [y?
Belille , Ort in Südamerika, Peru, im nördl. Theile derBelilowkit, Fick, im europ. Russland, Guv. Kiew, ößtl-Makhnowka. -i;,
BeHn, Df. in Frankreich, Dep. Gironde, Arr. Bordeaux, 1^Belina, Fick, in der Türkei, Bosnien, nördl. von Zworuik- ^Belinchon, St. in Spanien, Prov. Cuenca, Bez. Tarancon,!^®Belinitsclil, )
Belinkowltschl, t s B J elin -
Ilelinz, Df. in Oesterreich (Wojwod.), Kr. Temesvar, 363® jLlBclior, pers. Insel im pers. Meerbusen, südwestl. von d® r *Keischma. ^
Bellra, Fl. in Frankreich, entspr. in den Pyrenäen, geht^das Thal Andorra und mündet bei Ursel in den Segre. -p,
Hells, I)f. in Frankreich, Dep. Landes, Arr. Mont de M* 1bei Rocquefort, 557 E.
BelltNi'hn, 8. Bjelitscha. p.
Belitz, 1)8. Beelitz. 2) Df. in Preussen, Rgbz. Stettin•Pyritz, 510 E. 8) (GrosR- und Klein-), 2 Dfr. in Meckl®* 1 ^.^)-Schwerin, Wendischer Kr., A. Buckow, zusammen 290 E.slav. Df. in Ungarn, Com. Unter-Neutra, Bez. und bei500 E. i)c »
Belize, lialize, brit. Honduras, engl. Kol. in Central-A* 06 ^mit einem Flächenraum auf 37,500 engl. QM. geschätzt n 1 * 4 ®i 0 p,30,000 E. Neue Stadt Corozal, 5000 E. Mahagonieschlä# 01 ; vl) nHauptst. Balize, an der Mdg. des glchn. Flusses in die B* 1Honduras, 5000 1?. Mit Guvemeuvsiiaus, Fort, gothiBolier F- ,rSchulen. Gerichtshof. Kokosnusspfianzungen.
Bcljlna, Ort in europ. Türkei, Serbien, Semendria.
Beljftoree, Balljooree, St. in brit. Indien, Distr. Mora^ ^'NW.-Provinzen. 2 engl. M. NW. von Kasheepoor, 7354 E. y }).n. Br., 790 ö. L. v. Grwch. [Kr. Rybnik, 630 und
Belk, (Ober- und Meder-), 3 Dfr. in PreussenRgbz. WIBelk», s. Bj olka. ,jj.
Belkftu, 1) Df. in Preussen, Rgbz. Breslau, Kr. Neumarkt, D■i) Df. ebd., Rgbz. Frankfurt, Kr. Sorau, 270 K. 8) Df. el>d.. »Jy,-Magdeburg , Kr. und bei Stendal, 130 K. 4) Df. ebd., Rgbz.furt, Kr. Krossen, bei Sommerfeld, 146 E.
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