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Zweiter Band. L- Z.
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Paris

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Paris

Spirituosen, Holz, Charonne und Montreuil, mit ihren Obst- u. Ge-müsegärten, die buttes Chaumont (101 M. Ü. d. M.) mit den altenSteinbrüchen, Montmartre (105 M.) mit seinen hügeligen Gassen,Passy und Auteuil mit ihren hübschen Sommerwohnungen, Gienellemit chemischen Fabriken, die Deux Moulins, Sammelpunkt derärgsten Dürftigkeit u. s. w. Die Zahl der Einwohner betrug 1800:546,856; 1802: 672,000; 1808: 586.609; 1809; 714,600; 1828: 713,996;1831:774,338; 1836:909,126; 1841:903,312; 1846:945,721 ; 1851:1,200,000; 1864: 1,696,141. Die Stadt wird eingeschlossen voneiner fortlaufenden Reihe von Befestigungen, bestehend aus einem7 M. breiten Heerwege, einem 6 M. dicken Walle und einer 10 M.hohen, 3 M. 50 0. tiefen Mauer, einem 15 M. breiten Graben undGlacis, in der Länge von 33,930 M. Die Zahl der detachirten Fortsbeträgt 16, darunter derMont-Valörin 162 M. hoch. Die Mauer, von66 Thoren durchbrochen, ist zugleich die Grenze für die Octroi;mit ihr parallel geht die sogenannte Gürtelbahn rings um die Stadt,Der fertigen Strassen giebt es 1898, 127 Wege und Gässchen, 176Sackgassen. Zu den schönsten Strassen rechnet man die Rue de laPaix, de Castiglione, Rivoli, Avenue Victoria; die belebtesten: RueSt. Honorö, Richelieu, Vivienne, Montmartre, de la Chausöe d'An-tin ; den meisten Geschäftsverkehr zeigen die Rue St. Denis, St.Martin, die Faubourg St. Antoine, St.Louis-au-Maraisu. a. d. t. U.RueduBac. Die Ruo de Rivoli, begonnen 1802, vollendet 1865 istmehr als 3 Kilom. lang. Passagen, d. h. glasbedeckte Durchgängevon Verkaufslüden eingefasst, zählt man 183 , unter denen die Pas-sage des Panoramas, Joutfroy, de l’Opöra (Sammelplatz der Börsen-coulissiers), du Saumon, Vöro-Dodat, und des Princcs (früher Mi-rös) sich auszeichnen. Citös oder Villas heissen Häusercomplexe,die nur dadurch von den Strassen sich unterscheiden, dasB sie vonMitternacht bis gegen Morgen geschlossen werden dürfen; 140 be-stehen noch, doch sind sie im Abnehmon. Nicht mit ihnen zu ver-wechseln oder zu vergleichen sind die Arbeiter-Citös, von der Stadtoder concessionirten Gesellschaften gebaut, um den Arbeiter-Fa-milien ein wohlfeiles und gesundes Unterkommen zu bieten : essind hauptsächlich drei: Citö Napoleon, Citö du comto de l&Madre,und als Gegensatz dazu die wegen ihres Schmutzes und ihrer Jäm-merlichkeit anfänglich gewiss nur spottweise, jotzt amtlich zube-nannte Citö doröe. Die Länge der am 1. Januar 1862 gepflasterten,macadamisirten oder asphaltbelegten Fahr-Strassen betrug, 713,000Meter mit einem Flächeninhalt von 5,937,000 QMet.; die Unterhal-tungskosten waren 1862 nicht geringer als 6,866,800 fr. Da täglichalte Strassen verschwinden, neue erüffuet werden, so isteine neuereFeststellung noch uicht erfolgt. Die Trottoirs nehmen einen Flä-cbenraum von 1,616,000 QMet. ein. Für die Reinhaltung der öf-fentlichen Wege figuriren im Budget der Stadt 8,689,700 fr.; dochträgt die Hälfte aller darauf bezüglichen Kosten der Staat. Die Be-leuchtung der Strassen, mit geringen Ausnahmen, geschieht durchGas in etwa 30,000 Laternen verschiedener Formen. Eine Haupt-zierde der Stadt bilden die Boulevards, breite, an den Seiten mitBäumen bepflanzte Strassen, welche Paris nach allen Riohtungendurchziehen. Die im engeren Sinne genannten Boulevards er-strecken sich von der Madeleine-Kirche bis zum Bastilleplatze: inden Jahren 1671 —1686 eröffnet, bilden sie noch heute die Haupt-verkehrsader in einer Länge von 4500 Met. Die elegantesten sind:B. de la Madeleine (200 M.), B. des Uapucinos (500M.), B. des Italiens(350 M.), B. Montmartre (250 M.) und B. Poissonniöre (350 M.) Diesogenannten inneren'Boulevards, 6 an der Zahl, von denen der B.des Gobelins zu nenuen (856 M.), sind 9724 M.; die sogenanntenäusseren B. 24,500 M. lang. Seit 1854 wachsen die Boulevards mitjedem Jahre um ein Beträchtliches, wobei ausser der Rücksicht aufdie Verbesserung der Luft, die Y©rsehünerung der Stadt, die Er-leichterung des Verkehrs auch militärische Gesichtspunkte eineHauptrolle spielen, denn es kann nicht Zufall sein, dass jeder neueBoulevard an oinem seiner wichtigsten Punkte eine Kaserne aufzu-weisen hat. Von dem Triumphbogen aus ziehen sich strahlenförmig12 Boulevards hin; hier, soll Napoleon III. gesagt haben, wird derMittelpunkt des Pariser Lebens sein. In obigen Zahlen nicht in-begriffen sind die eben begonnenen oder doch beschlossenen Bou-levards mit einer Ausdehnung von 11,000 Met. — 27 Brückon ver-binden das linke und das rechte Ufer. Beim Eintritt der Seine iudie Stadt ist der Pont Napoleon III, 400 M. lang, beim Austritt derPont de Grenelle, doch wird soeben bei Auteuil am sogenanntenPoint dujour eine neue angelegt. Bemerkenswerth ist der Pontneuf, von AndrouetdeCerceau 1678 begonnen, 1604unter HenriIV.,dessen eherne Reiterstatue er trägt, beendigt: er stützt sich auf dieSpitze der Citö-Insel, welche als dieWiege von Paris gilt, 229,41 M.lang, 23.10 M. breit. An Plätzen hat Paris 136 aufzuweisen, dereneinige durch Schönheit, andere durch historische Erinnerungenausgezeichnet sind. Den Platz, auf welchem früher die Bastillestand, ziert die (1831—1840 gearbeitete) Julisäule, zu deren Unter-bau Louis Philippe den Grundstein legte. Sie zeigt die Namen der616 Gefallenen und erhebt sich Über deren Grüften, in welche auchdie Todten aus der Revolution von 1848 gesenkt worden siud. DerCarrousel-Platz, vom Louvre und den Tuilerien eingeschlossen,giebt seinen wostl. Theil, durch ein Gitter abgeschlossen, zum Hoffür die Tuilerien her, an dessen Eingang der 1806, nach dem Musterdes Triumphbogens des Septimus Severus zu Rom, erbaute Tri-umphbogen sich 14,60 M. hoch erbebt. Der Concoidien-Platz hatseinen Namen manchmal gewechselt: Place Louis XV., de la Rö-volution (1792), de la Concorde (1799), Louis XVI. (1816—1836);hier wurde am 21. Januar 1793 Louis XVI. euthauptet. Jetztschmückt ihn der Obelisk von Luxor, ein Geschenk Mehemed-Alisan Frankreich. aufgestellt 1836 vonLebas, dem Sohne dos Revo-lutionshelden. Auf dem nach ihm benannten Platze steht der Arede triomphe de l’Etoile, 46,33M. hoch, begonnen 1806 vonChalgrin,ist er nur ganz allmählich fortgebaut worden und hat bis jetzt9,051,115 fr. gekostet. Unter den zahlieiehen Gruppen, die ihn be-decken, verdienen besondere Erwähnung les Renommöes von Pra-dier, und die Schlacht boi Jemappes von M&rochetti. Unter denWölbungen sind und werden die Namen der Generale, weichein

Lo

den Napoleonischen Kriegen gekämpft haben, inAuf dem Gröve-Platz, vor dem Stadthause, haben frü dei

riohtungen stattgefunden. Der Louvois-PIatz, in jjjedfltf, *0:

Strasse, war bis 1820 von dem Operahause bedeckt, ^

rissen wurde, nachdem beim HerauBtretcn aus d ein ßi

Herzog von Berri durch Louvel ermordet worden. i-Auxar^i SaPlatz ist auf der östl. Seite von der Kirche St. Gorma*® träg K> ? I ^eingefasst, deron Thurm ein Glockenspiel von 38 ßlo®* jgiö fr ( deder Mitte des Vendöme-Platzes Rteht die am 16- An?augurirto Säule mit der Statue Napolcous I. im Kostal »<

mischen Kaisers (letztere vonDumont), 44,76 M- h°®* * 0O do

gange des Thron-Platzes befinden sich auf betrachtb place^ drdie Statuen des heiligen Louis und Philipp-August’ 8 , vai« et |; ^

Vicfcoires zeigt ein Reitorbild Louis XIV. als röini 8 ®“ e Sfr' di,

Perrücke, von Bosio. Dem Marschall Ney ist an ^

wo er am 7. DecemberlBlö erschossen worden, demfour de l’Observatoiro ein Standbild errichtet, ggf.QöOv ^

Zwecken wird daa Marsfeld mit einem Flächenraum von 141

benutzt. An monumentalen Brunnen fehlt es nicht, ^ Re

geschmackvoll nur die Fontaine Moiiöre, 1844 von ViB *ii

Picke der Richelieu-und der Moliöro-Strasse errichte ’ j0 h d*» nGrenolle und Passy befinden sich artesische Brunnen. *°

Mangel an gesundem Trinkwasser durch eine ^

leitung ahgeholfen werden, welche mittels eines m Be

(108 M. ü. d. M.) erbauten Bassins die nöthige Wasser 8

Somme-Soude und der Dhuis nach Paria leitet. ^ er ^»i .

gering ist die Zahl hervorragender Paläste. Den ® rßt0 ^ 0B cot* D i. ?das Louvre ein, welches unter Frangois I. von Pierre rjjieil 4 ^Stelle einer unter Philipp-August orbauton Festung *t

struirt wurde. Veränderungen und Zusätze wurden un *i

de Mödicis und Henri IV. angebracht. 1686 g a ^ * ,* ™

Claude Perrault seine schönste Fagado. Die Verbind Rutfk j!,} ^

Tuilerien erfolgte unter Napoleon 111. von 1852--*conti und Lefuol. Der Baustyl ist ein sehr raftunichi . gj]«,. 15

Innere, theilweise zu Museen benutzt, zoigt viele horr e jj^lti y j ^den Saal der Caryatidon, wo Cathorine von Mödicis B j *

Arbeiten von Jean Uoujon und Ricco; der Salon des PL !

die Galerie d’Apollon, erbaut uuter Henri IV., 1®her? 08 ^ !'

zerstört, von Charles Lebrun unter Louis XV. wiedo j y

von Duban 1848—1861 restaurirt, die Salles des Etatf* 3

die Eröffnung der Kammern stattfindet. Die Tuilon® ’ \

Philibert Dolormos, augefangen 1664, sind fortwährend * >3

rungon unterworfen und werden bald ganz verschwun je* &reits ist der Pavillon de floro niedergerisscu und ^ e l: ö duJ 1 J , Vaufzurichtende Neubau wird in seiner Form den Vor ^ >

ten mit dem Louvre sich anschliesscn. In dein Salon de pjatt** £

Colossalstatue des Friedens vonChaudet; die Galoriß D0 |itfr Dtmit Gobelin-Tapeten geschmückt, die Decke nach derRom copirt; die Gemächer der Kaiserin sind im (Joscn t

Chors u. J. B. Pierres von Faustin Besson ausgemalt.

Napolöon, für den Grafen d’Evreux 1718 erbaut, bat h a ?■

sitzer gewechselt; dort hatte der Prinz-Präsident B . 01 r „Rro D *,*jjl £genommen, wurde der Staatsstreich ersonnen, die ^ aJ9 j» e rt ?

schmiedet. Pis wird unter Leitung von Lacroixder Vollendung nahe. Das Palais-royal, gegenwärtig Ri^Trf 1

des Prinzen Napoleon wurde (1629—34) für den Cardii 1«^ s

construirt, der es dem Könige hintcrliess. Philipp®" }

die Galerien (1781—1786) hinzu, die, früher der j, € jie^5*

Luxus und der lüderliclien Menge, jetzt eine ununterbr ji<1 (r \

glänzender Läden und Cafds beherbergen; ausgezei c h D '

lerie d'Orlöans, an welche die Galerieen de Valois. d®^ ..

und de Beaujolais sioh anreihen. Das Luxembourg |

Luxembourg wird von einem Museum (s. u.) und d® >

keiton für den Senat eingenommen; seine Geschick ®

des Landes eng verknüpft: Von Marie de Mödicis bis ^ Jt 00l % ?prinzlicher Palast, GefängnisB währeud der Revoluw ’ ß tef ^ 1

des Directoriums und des Consulats, Sitz des ^ en0 !i vV ig''^!uP tersten Kaiserreich, während der Restauration und Lu ^ .

Regierung Pairskammer. Bomorkenswortli darin i g ^ aaRöunion mit Gemälden von Philippe de CliampaigJ 1 ?^ ^’0 4, jp Jzimmer Marias de Mödicis, der ehemalige Saal des L 1 j£ ft pell e ' pn \Throusaal, der Sitzungssaal, die Bibliothek und 1

Petit - Luxembourg ist die Amtswohnung des Sem 4 jjo* 1 * 'Der Palast des Gesetzgebenden Körpers, genannt P 1 ® ^eg 0 ^

weil er 1772 von Girardini ffir die Herzogin von 5° u ^ ara t)i u ? r

wurde ; der Palast des Quai d’Orsay enthält den Sta» 1 ^ ju , *

Recbnungbof; der Palast der Lögion d’Honnour. ^

Palast, die Wohnung der alten Herrscher von Eudes bi ]

und Sitz dos Parlaments bis zu den Zeiton des ^

denen noch der Thurm d’Horloge übrig; das Trib j

merce, kaum beendet, nur wegen dor Grösse zu n® 11 ^ 0 ^ J

de l’Institut mit der Bibliothöque Mazarine; le G ard ^

Couronue, enthält unter Anderem eine Sammlung , v0 uiach°^' P ] ' dauf 21 Millionen geschätzt wird; das Palais des Erz ^ g ^

maliges Hötel Duoh&telet, eine der besseren B& ul ; eD , QLouis XIV. An Privathötels und denkwürdigen pl» uS ^

lieh in einer Stadt, wo so gewaltiger Reichthum . a,1 ? e frflerp' t,viel Geschichte gemacht worden, kein Mangel; bei na \, n uJjR eI1 D tNamen des französischen Adels sind in den j

treten, aber nur wenige der Gebäude sind noch in ” ^ Rie *Nachkommen der ursprünglichen Eigentbümer, al ^ eI i d« r t

Bichtslose Expropriationswuth vernichtet Erinnerung /

nigfachsten Art, und setzt Kasernen und kasernenar . J1( j ä* :

die Stelle interessanter Bauwerke. Von den Kirßh® a jO ^

sächlich die katholischen beachtenswert, doch nur ^

den vorhandenen 65—die zahlreichen Kapellen l,n ®«„Rffet J, ]

dienen Aufmerksamkeit. Die Stadt hat in ihrem B j

3 Millionen für die religiösen Bauten ausgesetzt uU , ia nzul e ^ Pfür die Erhaltung der bestehenden, 2 Mül. fh f n0Die älteste Kirche ist St. Germain l’Auxerroia, * u