Petersberg
362
Petersdorf
Petersberg, 1) Df. in Kurhessen, Prov., Kr. u.A. Fulda, 766 E.
2) Pfrdf. ebd., Kr., A. und % M. von Uersfeld, 190 E. 3) Df. inMecklenburg-Schwerin, Kr. Mecklenburg, A. und ^ M. von Cri-vitz, 126 E. 4) Df. in Mecklenburg-Strelitz, Fstth. Katzeburg, A.und 3/ 1 m. von Schönberg, 166 E. 5) Df. in Preussen, Rgbz. Merse-burg, Saalkr., bei Halle, am Fusse dos 1086 F. hohen Petorsberges,auf dem einst ein Augustinerklostor stand, dessen Stello jetzt eineKirche, Prediger- und Schirllehrerwohnung einnimmt, 340 K. 0)Df. in Sachsen, Krd. Dresden, GA. Nossen ^bei Dübeln, 146 E. 7)Df. in S.-Altenburg, A. Kisenberg, 260 E.
Petersborough, Stdtsch. in Ver.-St., New-York, Gfsch. Ma-dison, 350 E.
Petersbrunn , Wir. in Bayern, Oberbayern, Bez.-A. München,bei Starnberg und Leutstetten, 30 E. Mineralbad.
Petersbucl», Df. in Bayern, Mittelfranken, Bez.-A. Beilngrie3,2C0 E. Sumpfeisenerz.
Petersburg, 1) Stdtsch. iu Ver.-St., New-YoTk, Gfsch. Konsel-laer, 2000 E. 2) Stdtsch. ebd., Pennsylvanien, Gfsch. Perry, 700 K.
3) Ort ebd., am Susquehanna, 1 engl. M. oberhalb der Mündg. desJuniata, 1100 E. Bedeutender Handel, Eisenwerke, Nägelfabrik.
4) St. ebd., Virginia, Gfsch. Dinwiddi, rechts am El. Appomattox,22 engl. M. S. von Richmond, 18,270 E. Gut gebaut; 8 Kirchen,3 Banken, einige Baumwollspinnereien, Eiseuwerke; 3 Zeitungen;wichtiger Handel, besonders in Tabak. 5) Ort ebd., Texas, Gfsch.Lavacca, liuks am Fluss Lavacca. 6) Ortobd., Tennessee, Gfsch.Lincoln, 72 engl. M. S. von Nashville. 7) Ort ebd., Kentucky,Gfsch. Boone, am Ohio, 26 engl. M. unterhalb Cincinnati, fiOOE. S)Ort ebd., Indiana, Gfsch. Pike, am Wabash-Erie-Kaual, 660 K. 9)Ort ebd., Illinois, Gfsch. Menard, am Fl. Sangamon, 22 ongl. M.NW', von Springfield.
Petersburg (St.), t) Guv. in Russland, zwischen dem Guv. Vi-borg und dem Ladoga-Seo N., Guv. Olonetz NO., Nowgorod O.,Pskow S., Liefland und Esthland W., dom finnischen MeerbusenNW., 813 QM., 1,083,091 E. Das Land ist eben und durchflossenvon der Newa, Luga, Narowa, Wolchow, Siasi, Pascha, Swir, Oiat;theils sandig, theils sumpfig und der Boden nicht sehr fruchtbar.Produkte sind vorzüglich Flachs und Hanf, Gerste, Hafer, wenigerGetreide. Auch die Viehzucht ist nicht bedeutend. Die Industriebeschäftigt Tuchweberei, Glasfabiikation etc. Eiugetheilt ist dasGuv. in 6 Kreise: St. Petersburg, Sofia oder Sarskoje-Selo, Schlüs-selburg, Gdow, Jamburg, Novia-Ladoga, Luga, Oranienb&um.2) Zweite Hauptstadt des russ. Reichs und kaiserl. Residenz ebd.,Sitz der höchsten Landesbehörden, am Einfluss der Newa in denfinnischen Meerbusen, in einer weiten, zum Theil morastigen Nie-derung, zum Theil auf Inseln, welche von Armen der Newa gebil-det werden, 560,000 E. Peter der Grosse legte 1703 den Grund, u.jetzt hat die Stadt 4 Meilen im Umfang. Die jüngste unter doneurop. Hauptstädten, hat sie in ausserordontlichom Aufschwungoalle SchwesterBtädte überflügelt bis auf Paris und London und isteine der prachtvollsten Städte des Erdtheils geworden. Sie hatUber lO.OOOHäuser, 64Plätzo, 50griech.Parochialkirchen, 1 Klostor,100 Primatkirchen, 165 Kapellen, 16 DissidentenkiTchen, 150
Brücken, 360 Bäder. Ueber die Newa führen 3 Schiffbrücken, undüber die Arme und Kanäle zum Theil gegossene eiserne, zum TheilKetteubrücken. An den Ufern ziehen sich schöne Granit-Quais inungeheuerer Länge hin und dienen als Promenaden. Besondersist der schöne engl. Quai, rechts von der Isaakbrücke, der Sammel-platz alles Feineu und Vornehmen. Ueberhaupt ist der Anblick derStadt eiu prächtiger durch die Monge und GrÜBse der öffent-lichen Gebäude, die Regelmässigkeit u. Breite der Strassen, welchenirgends durch elende Winkel oderGässchen unterbrochen werden.Unter den Plätzen zeichnen sich aus: der Admiralitätsplatz, vordem Winterpalast, wo, vom Kaiser selbst commandirt, die gross-artigsten Paraden der Welt stattfinden; der Petersplatz mit derkolossalen Statue Peter's des Grossen; der grosse Platz , mehrereParadeplätze etc. Strassen zählt die Stadt über 600, die in derBreite nie unter 42 und nicht über 140 F. messen. Die schönstender Strassen haben den Namen Prospcct, als: Newsky-Prospect(gewi,Bsermaas8ondor Corso von Petersburg), die bedeutendste Pro-menade der feinen Welt, zu beiden Seiten mit Baumzeihen einge-fasst, und mit einer Reihe der sohönsten Paläste, Kirchen und derglänzendsten W’aarenlager, ‘Wossncssenskische-Prospect, Bolohoi-,Maloi-, Liteino- etc. Prospect. Auch hier haben, wie in London,einzelne Marktplätze besondere Bestimmungen, z. B. der Vogel-,der Trödel-, der Fleischraarkt u. s. w. An gutem Trinkwasser istMangel, weil die Brunnen nur kamiges Wasser liefern und daherdas Newawasser getrunken werden muss. Hinsichtlich der äusserenErscheinung ist Petersburg mehr eine westliche, als eine russischeStadt, namentlich in der Bevölkerung, was sich aus der seltsamenLage der Stadt, gleichsam ausserhalb des Staates erklären lässt.Kigenthümlich fällt dem an das Gewühl der Strassen von Paris undLondon Gewöhnten das Menschenleere der Strassen auf. Dieskommt daher, dass die Stadt in ihrer weiten Anlage noch langeuicht bevölkert genug ist. Nur an Festtagen, sowie im Centrumder Stadt, den Quais undProBpecten entwickelt sich ein etwas mehrgrossstädtischeB Leben. Doch ist die Bevölkerung der Stadt ansich die bunteste an Nationalitäten, die man sich denken kann. Umsich hiervon so wie überhaupt vondemStrassenleben überhaupt einBild zu verschaffen, braucht man nur den fast ^M. langen Newsky-Prospect , welcher die reichsten wie auch arme Quartiere der Stadtdurschneidet, zu durchwandern und man wird an den mannigfachwechselnden Erscheinungen ein reges Interesse gewinnen. "Wegender Entfernungen und des häufig vorkommenden Schmutzes wirdfast mehr auf den Strassen gefahren als gegaugen. Die Equipagensind glänzender als fast irgend anderswo. Es giebt übrigens an8000 Miethwagen verschiedener Art. Unter den Plätzen sind be-sonders zu bemerken; der Palastplatz , zwischen dem an der Newagelegenen Winterpalaste und dem Gebäude des Geueralstabes; aufdemselben steht die granitene 160 F. hohe Alexandersäule, dergrösste Monolith der Welt (14 F. im Durchmesser, die Säule alleiu
m Ende &
84 F. Länge); der Petersplatz, vor der Isaakskircho, r t l'Vselben, unfern der Newa, steht die Reiterstatue P® 1hoch; der Rumanzowplatz; darauf ein Denkmal <le «j 0( jest^manzow, ein Obelisk aus grünem Marmor auf e ” ie,n drft i 0 iui*\irothem Marmor; der Platz vor der KaBan’schen Kath f
Bildsäulen der Feldmarschälle Kutosow. Sraolenskyu ^
iiiiasuuien aer üemmarscnniie ivuiosow, j 0r
Tolly. Der Admiralitäts- und Schlossplatz.^ Hi“ 1 jj r iick »y
0
kircho erhebt sich in der Morskoi, unfern der blaueDenkmal des Kaisers Nikolaus. Im S. steht auf
sern eingefassten W’ege nach Pcterhof ein grossartiger 1
. — . . . ZU f
OKiXMk Vlll^uiuoobvu V . UQV ..MTV Am m ..... |jmww-«-- gU i
der einen Siegeswagen trägt, vom Kaiser Alexander
Kirchen ist die ansehnlichste die Kathedrale St. Peter^^ e r-K e ’kaiserlichen Gruft, iu der Festung; ferner daB AlexanKloster mit der schönen Dreieiuigkeits - Kircho, inlVersammlungssälon der Ritter dos Alexander - News y ^prSeminar, latein. Sohule etc.; die Iöaak-Kirche a« 8Granit; Kathedrale unseror liobon Frau vonlutherische und armenische Kirchen; unter don Dib eji Ifl,wichtig die kaiserliche, (die grösste), mit 806.000 B , e> dHManu8cripton und 63,603 Kupferstichen, Ruraanzow oaC ii*lAkademie der Wissenschaften u. a.; Akademie der "' j,, S»®
mit der Bibliothek, don asiat. u. ägyt. Museen, ethnoglungon, MUnzkabinet, Naturaliensammlungen, ehern- /gjjjveHLSternwarte, kaiserl. Akademie für russ. Geschichte^^niii
griech.-tbeolog. Alexander-Newsky-Akademie, ^
schönen Künste, medicin.-Chirurg. Akademie, ytf
cadettenschule, Cadettencorps, Bergwerksinstitut. M 1 ea ter-Schiifbau8chule, Ökonom. Gesellschaft, Sternwarte, 6
den vielen Paradoplätzen ist der grösste das Marsfeld-kaiserlichen Garten, dem kaiserlichen Marmorpalm 8 ' f ,massiver Gebäude; darauf die bronzene Statue Su wl * ,
den äusserst zahlreichen Palästen ist der Wintorpal 0811nach dem Brande 1837 neu aufgebaut, der kostbar!gt .jjgBedeckte Galerion vorbinden den Palast mit der 0Newa stehenden prachtv.Eremitage, deren schönst® *neralstabsgebüude zugekohrt ist. In 60 Sälen befindegezeichnete Gallorio von 2000 Gemälden u. Sammlung d* 8 j:thüraern und kostbaren Kunstarbeiton. Gegenüberbäude des Gcneralstabes mit prachtvollem TriumP e0 S ]l ^
hooh und 68 F. broit, mit einem von 6 Pferden 2 e . zwagen geschmückt. Der Anitschkowsche Palast; 0* j
last, von der Kaiserin Katharina, zu Ehren Potem* 1 ®dem Riesensaale und dem sogenannten Wintergarten«Sculptur-Musoum enthält; das Marmor-Palais oder rtiu, aus Granit, Marmor und Metall, der alte Mi®-". l ^ e P^ fl rFontanka-Kanal vom Kaiser Paul gebaut; der horri:i nl jt iGrossherzogs Michael, 8. vom Marsfolde, 864 F- la e8 (Jid ef ^springendon Flügeln, die ein reichvergoldetes eise? j
bindet; der Leuohtenbergsche Palast hinter derMoika-Kanale. Admiralität mit den Schiffswerften,
Docken, Börse, Zeughaus, Senatsgebäude, Palast . r ^ylve r y^rnationBbank, Kaufhof, Arsenal, Kanoiiengiessereiichemisches Laboratorium, Hospital für Findelkinder, 0 jtali 'Lrd, Taubstummen- und Blinden 1 u , ^
haus, kaiserl. Hospital, Taubstummen- und ttim««?“*-- - u .reiche Fabriken und Manufakturen für Zucker, ßj ag , 00^waaren, Seidenzeuge, Bauinwollzeuge, Wachstuch,tapeton, Papier, Gewehre, Lederarbeiten etc. DerH fl . g geb ^artig, denn mehr als die Hälfte des gesaminten EXP ,hieraus. Das jälirl. Geschäft bewegt au 120 Mill- K® $00*0
anstalten; Assignaton-, Reichsleih- u. Commerzbank
sicherungs- u. ludustriegesellscbaften, Eisonbahnon, g^gel^ (f■ ■ ■ - i % Dampf' 1 *' no o f
fahrt. 1869 gingen in don Hafen von P. 2419 i
ein, u. 2404 ans. Hie Hauptauafulirart. waren Talg ’i lB" ' " ' ' " . ' J19
™ 0 £
UlO]
Df.«
«ui]
*•»«
«oi
fn
hau,
?)0
ebd.,
%
v r,]
s 1
JUhl
'in
l’titi
Hanföl (4876 Fässer), Hanf (484,870 Zoll-Ctr.), r Ri> 88 ^j|iCtr.), Pottasche (21,336 Fässer), Borsten, «Tuchte * r0 b 8 ^Kupfer, HauBenblase, Blättertabak, EiBen, Getrem » jflt'‘V(41,600 Stück), Kalbfelle (13,200 Stück). — Das pJ DB ftl , e r ^denn der Russe ist von Natur fröhlich und sangre> c, b ^
besonders in Miothe, Kleidern, Möbeln. Eineschiedener Art, Eisberge, Theater, Clubbs, Scbh 1 ^
geben stete Abwechselung. Die Umgebungen n> m’ 8 jröde und traurig, namentlich im N. und O. do rfl j (leh^ 8 j^ii 1unmittelbar an der Stadt in eine mit Moos, Sumpf tlf> 8 jjf
deckte W'ÜBto tritt uud kein Fruchtfeld oder Fruch mer ba u00 fl ji^erfreut. Reizend sind dagegen dio vielenReichen, im S. der St., wo 2 M. entfernt, dieerheben. Von dem steil zur Petersburger Ni©fi eru a 1{lPulkowa-Borge erblickt man das herrliche J >aI1 . ol Lijch0 rBeim Dorfe Pulkowa (610 E.), steht die neue l c J l8e par- ^Haupt-Sternwarte. 59° 57 4 n. Br., 27° 58' 0*. 9r ' 0 $
I” OO V4. g[-Q
in Oesterreich, Böhmen, Kr. Eger, Bez. JJ.
Fasanerie. 4) Df. ebd., Mähren, nahe bei Brünn, *
Petei’Ncamp, Ort in Hamburg, Theil des ^ or ^ r pjse* 5 '
Peterschlag, Df. in Oestorroich, Böhmen ;Prachatitz. Badeanstalt.
Bet
. A icF
,bacb., { 1*
Petersdorf, 1) Df. in Bayern, Oberbayern165 E. 2) Df. ebd., Mittolfranken, Bez.-A. m Vatoi®* Vi)f'3) Pfrdf. in Hannover, Lddr. Hildesheim, A. Hon fl)
Ilfeld, 320 E. 4) Df. in Schleswig, Insel Femarn,
Holstein, Oldenburger Güterdistr., 266 E. ü) 1 ‘ afflr rei ßl V l6 öt
Strelitz, Kr. und A. Stargard, 310 E. 7) Df. in Kr ,men, Kr. Bunzlau, Bez. Gabel, 860 K. 8) I)f. ebu.» B®*'fBez. und P. Auscha, 160 E. 9) Df. ebd., Kr. Gitse 1 »* > p . ^Trautenau, 290 E. 10) Df. ebd., Kr. Chrudim. Bez- ge*. .Jkrön, 306 E. II) (Deutlich-), Df. ebd., Kr. Kömjf» g e *. JriGrulich, 290 E. 12) Df. ebd., Mähren, Kr. BriW” J?e»*
^in,
* 10 }
IS
“Otg
•Vi
'H J
*10 j
s
««II
'«B
? ( ä
auu., in uui wi*, pn'
Mährisch-Trübau, 380 E. 13) Df. ebd., Kr. Olmttte*Sternberg, 460 E. 14) P. Petrovlce, l)f. ebd., Bez. » VeU tit^Schönberg, 1160 K. 15) (tlroHN-), Df. ebd-, Kr.«• B
S
^ 6 S
'««I
%
s
««
*51