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Die Hymenopteren Deutschlands nach ihren Gattungen und theilweise nach ihren Arten : als Wegweiser für angehende Hymenopterologen und gleichzeitig als Verzeichniss der Halle'schen Hymenopterenfauna / analytisch zusammengestellt von Dr. E.L. Taschenberg
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III. Familie. Braconidae*).

Die Braeoniden, auch Schlupfwespenverwandte genannt, stehenin Bezug auf Lebensweise den Ichneumoniden sehr nahe, ebensoauch in Bezug auf die Körperbildung im Allgemeinen. Sie sindindess im Durchschnitt von weit geringerer Körperlänge, meistvon 1 3 Linien, und nur wenige sind 56"' lang. Sie lassensich am leichtesten durch das Flügelgeäder unterscheiden, indemder Vorderflügel nur einen rücklaufenden Nerven hat. Ausserdemhaben sie sämmtlich mit Ausnahme der Aphidini (Gen. 1 7 derClidostomen. S. u.) zwischen dem 2. und 3. Hinterleibseg-mente kein bewegliches Gelenk, sondern beide Segmente sind amBücken etweder ohne Spur einer Naht verwachsen, oder wo ihreBegrenzung durch eine eingedrückte Querfurche bezeichnet ist,entspricht dieselbe doch keinem Gelenke. Es erleichtert diesdie Bestimmung bei ungeilügelten Arten, deren es übrigens nurwenige giebt.

Für die Eintheilung der Braeoniden in Gruppen und Gattungensind von besonderer Bedeutung die Mundbildung, namentlich dieder Kiefern und des Kopfschildes, und dann das Flügelgeäder.Nach der Bildung der Mundtheile zerfallen die Braeoniden in dreigrosse Gruppen. Bei der einen sind die Kiefern, ganz abweichendvon denen aller anderen Insekten, nicht nur so kurz, dass siesich gegenseitig nicht berühren können, sondern auch so ge-krümmt , dass sie mit der concaven Seite nach aussen, mit derconvexen gegen den unteren Band des Kopfes gewendet sind(Exodontes). Bei einer andern ist das Kopfschild am unternBande tief ausgebuchtet, und die Oberlippe so zurückgeklappt,dass sie gewissermassen den Gaumen_ der Mundhöhle bildet, zu-gleich sind die Kiefern so kurz, dass sie sich eben nur mit derSpitze berühren, und so erscheint der Mund als eine kreisförmigeOeffnung (Oyclostomi). Bei der dritten endlich ist das Kopf-,schild wie gewöhnlich am vordem Bande gerundet, zugespitzt odernur sehr seicht ausgebuchtet, und die Kiefern greifen weit übereinander, so dass die Mundöffnung ganz bedeckt ist, oder nur alseine schmale Spalte erscheint (Clidostomi).

Das Flügelgeäder bietet bei den Braeoniden eine ^ungleichgrössere Mannichfaltigkeit, als bei den Ichneumoniden und hatdaher nicht nur für die Bestimmung der Gattungen eine höhereBedeutung, sondern es hat sich auch für die Terminologie des

*) Die Bearbeitung dieser Familie zu übernehmen, hatte Herr Geh. Med.-KathDr. ßeinhard in Dresden die Güte. Seine Terminologie in Bezug auf dasFlügelgeäder weicht ron der bei den übrigen Familien gebrauchten etwas ab, wes-halb genau auf ihre Erläuterung an den beigegebenen Abbildungen zu achten ist.