im Oöeraargau mit gutem Erfolg ziemlich in's Große getriebnWir haben eine Familie von Krüppeln gesehen, welche aus Papp-deckel Rollen verfertigte zum Aufwickeln von Seidenbändern, Mdamit ihr sehr gutes Auskommen fand. Wenn auch die StrvMflechterei sehr kärglich bezahlt wird, so scheint doch das Flechten vonStrohdecken gar nicht Übeln Verdienst einzutragen.
Aber man wird uns auch wieder die Mißerfolge Vorhallen,welche der Staat und wohlthätige Vereine erfahren haben, wo siebestrebt waren, Hausindustrie einzuführen, so die Uhrmacherei inSchwarzmburg, die Stickerei in Rüschegg und Anderes anderswo.Wir müssen zur Aufklärung auf einen wichtigen Grundsatz füralle solche Unternehmungen aufmerksam machen. Dieselben dürfennämlich niemals den Charakter eines Almosens haben, sonstverfehlen sie durchaus ihren Zweck, machen die Rute begehrlich,genußsüchtig und lassen sie Vortheil finden in ihrer abhängigen,unselbststüudigen Page und moralischen Versumpfung. Die ersteGrundbedingung zum Gedeihen solcher Unternehmungen ist die, dossie sich rentiren müssen. Sie erfordern daher einen durchauskauf m a n n i s ch e n Betrie b.. Erst dann haben sie Aussicht ausBestand und Entwicklung; erst dann erfüllen sie den Zweck, dostsie dem Arbeiter zugleich mit dem Verdienst auch moralischeKraft verleihen. Und in diesem Punkt haben der Staat und gemein-nützige Vereine eben gefehlt und bei der ganzen Art ihrer ThatiMkonnten sie nicht anders, als hierin Mißgriffe thun. Das müssenwir aussprcchen der Sache zu lieb, bei aller Anerkennung der dabeibewährten hochherzigen Gesinnung,
Dennoch haben gemeinnützige Vereine hier eine große Aufgabe,indem sie solche Unternehmungen durch ihre Besprechungen anregenund dann namentlich auch gewiegten Geschäftsleuten finanziell alsAktiengesellschaften an die Hand gehen. Aber wohlgemerkt nur gegenentsprechenden Zins, und so, daß der Unternehmer nicht etwa bloßGeschäftsführer des Vereins sei, sondern daß er als wirklicherG e s ch ä f t s b e s i tz e r die Angelegenheit mit aller Energie, Berech-nung und Routine des wahren Kaufmanns und Industriellen be-treibe. Er muß für sich selbst ein gutes Geschäft machen wollenund daher seine ganze Kraft und Fähigkeit an dasselbe setzen. Jedereinzelne Arbeiter sollte dann dahin gebracht werden, daß er D