Buch 
Das Buch der Natur : die Lehren der Physik, Astronomie, Chemie, Mineralogie, Geologie, Physiologie, Botanik und Zoologie umfassend : allen Freunden der Naturwissenschaft, insbesondere den Gymnasien, Real- und höheren Bürgerschulen gewidmet / von Friedrich Schoedler
Entstehung
Seite
6
JPEG-Download
 

6

Physik.

Figur 2 ist ein in Quadratlinien getheilter Quadratzoll hessischen Decimal«maaßes. Fig. 3 stellt einen in Kudiklinien getheilten Kudikzoll vor.

SS8S

Nach den ollen gegellenen Maaßverhältniffen läßt sich diese Eintheilung inledem beliebigen anderen Maaße ausführen.

, g. Die Raumerfüllung der Materie offenbart sich unS durch ihre Undurch«dringlichkeit. In demselben Raum, den die Erde erfüllt, kann nicht zu glei-cher Zeit ein anderer Himmelskörper sich befinden, und ebenso zeigt uns die täg-liche Erfahrung, daß in dem Raum, den ein Gebirge, ein Baum oder der eigeneKörper einnimmt, gleichzeitig kein anderer Körper sein kann.

Die Hindernisse, auf die wir bald stoßen, wenn wir uns in ein und dersel-ben Richtung fortbewegen, sind nichts anderes, als Folgen der Undurchdringlich-keit der in unserem Wege befindlichen Körper.

Die Luft erfüllt den Raum ebenfalls, sie ist undurchdringlich, weshalb sieals ein Theil der Materie, als ein Körper betrachtet wird. Es erfordert dieseinen näheren Beweis. Wenn ich ein Trinkglas mit der nach unten gekehrtenOeffnung in Wasser tauche, so tritt kein Wasser in dasselbe, wie tief ich esauch eintauche. Es rührt dies daher, daß die im Glase befindliche Luft un-durchdringlich ist, weshalb das Wasser ihre Stelle nicht einnehmen kann.Die Möglichkeit, mittels einer Taucherglocke in die Tiefe des Meeres hin-abzusteigen, beruht eines Theils auf der Undurchdringlichkeit der in ihr einge-schlossenen Luft.

Ein im gewöhnlichen Sinne leeres Gefäß ist allerdings mit Materie,nämlich mit Luft erfüllt, und nur wenn wir diese entfernen, verdrängen,können wir eine andere Materie, z. B. Wasser, an die Stelle bringen, die jenevorher eingenommen hatte.

Nicht alle Theile der Materie sehen der Bewegung unseres Körpers gleichenWiderstand entgegen, sondern es finden in dieser Beziehung große UnterschiedeStatt. So lassen sich diejenigen Körper, die wir feste nennen, viel schwierigeraus ihrer Stelle verdrängen, als die flüssigen, und bei den luftförmigenfühlen wir kaum, daß sie unseren Bewegungen einen Widerstand entgegensetzen,sie sind höchst beweglich. Die Materie zeigt daher als Festes, Flüssiges