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Plato's Unterredungen über die Gesetze / aus dem Griechischen übersetzt von J.G. Schulthess
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8t. p. 7g6. Siebentes Buch.

sie alle diese Künste treulich mittheilen, diesen, daß siess mit allem Danke annehmen. Eben so wenig sollenin den Tänzen die Nachahmungen, welche der Darstel-lung würdig sind, unterlassen werden, hier zu Landedie Waffenspiele der Kuretcn, zu Lacedämon der Tanzder Dioskuren* *). Und auch bei uns hat die Jungfrau,unsre Schutzgöttin, da sie an dem Spiele des Tanzessich erfreuen wollte, nicht gedacht, daß sie mit leerenHänden spielen sollte, sondern lieber in der Pracht ihrerFonzen Waffcnrüstung den Tanz ausgeführt. Es wirdnlso geziemend sein, daß alle Knaben und Mädchen die-ses nachahmen, und damit die Gunst der Göttin ehren,sowohl zum Gebrauche des Krieges, als den Festen zusiebe. Desgleichen wird es Pflicht sein, daß die Söhnevon der Kindheit an, bis sie Kriegsdienste thun, allenGöttern Aufzüge und Umgänge, stets schön bewaffnetund wohl beritten, halten, und dabei ihre Gebete an. ^ Götter und Göttersöhne bald in geschwinderem, baldn> langsamerem Marsch und Tanze verrichten. In glei-cher Absicht, wenn je eine vernünftige dabei walten soll,Werden auch die Kämpfe und die Vorübungen dazu mit°en Kindern müssen getrieben werden. Denn diese wer-den beides in Kriegs- und Friedenszeitcn dem Staate

*) Die Kureten waren Priester des Zeus (oder der^ybele) die zuerst auf Kreta den neugebornen Zeus in Waf-^en umtanzten. Den Dioskuren, Kastor und'Polydeukes,

*e besonders in Lacedämon verehrt waren, wurde die Ein-hrung des Waffentanzes, der Pyrrhiche, zugeschrieben, und^ch ein anderer Tanz der Jungfrauen, Karyakidentanz, aufzurückgeführt.