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des botanischen Studiums.
5. Hat der Anfänger nun das obenerwähnte Scclet derTerminologie sich völlig zu eigen gemacht, und sich eine Uebersichtder in Betracht kommenden allgemeinen Bezeichnungen der einzel-nen Theile verschafft, so wähle er sich irgend eine, wo möglich etwasgroße Pflanze, und gehe nun jedes einzelne Organ derselben specielldurch, wie dies im speciellen Theile des Abrisses angegeben, wo erdie Haupreigcnschaftcn derselben zusammengestellt finden wird, prüfejede einzelne der angeführten Bezeichnungen, ob sie auf das zu un-tersuchende Organ paßt, benutze fleißig dabei den allgemeinen Theilund der Erfolg wird ein höchst erfreulicher sein. Denn nach derganz genauen, anfänglich freilich mühevollen Untersuchung einesDutzend verschiedener Pflanzen, wird er die Terminologie so weitvollkommen zu seinem Eigenthume gemacht haben, daß er ohneWeiteres vorwärts gehen, und an das BestimmungSgcschäfl ihmunbekannter Pflanzen sich wagen kann.
> 6. Ein Mittel mehr, um sich die Terminologie bald und
' sicher zu eigen zu machen ist ferner, das Resultat seiner Untersu-chungen sofort niederzuschreiben und somit eine Beschreibung der-Pflanzen zu entwerfen. Nicht allein, daß sich ihm durch das Nie-derschreiben jeder einzelne Kunstausdruck noch mehr einprägt, bleibtihm noch die Gelegenheit, nach Verlauf einiger Zeit dieselbe Pflanzeabermals vornehmen und bei der neuen Verglcichung sehen zu können,in wie weit er seine frühere Meinung annehmen kann oder nicht.
7. Nicht minder ersprießlich endlich wird es fein für denAnfänger, die von tüchtigen Botanikern gefertigten, weitläuftigenBeschreibungen ihm bekannter Pflanzen mit diesen selbst zu verglei-chen, und mit Hülfe des Abrisses jeden zur Bezeichnung gewähltenAusdruck zu prüfen.
Hat nun auf diese Weise der Anfänger sich die nothwendig-sten terminologischen Kennten»« erworben, so gehe er einen Schrittweiter und mache sich an das Linncische System, das' ebenfalls weit-läuftig von mir weiter unten erläutert ist. ES wird ihm jetzt nichtmehr schwer fallen können sich in dasselbe hineinzufinden, wenn ereS nicht verabsäumt, stets gleichzeitig die Natur dabei zu Rathe zuziehen, denn auch hier ist ein mechanisches Auswendiglernen derClassen und Ordnungen ohne allen Nutzen. '
Au dem Ende sammle er ganze Massen blühender, bekannteroder unbekannter Gewächse, analysire deren Blüthen genau, undbefrage sich bei jeder genau über deren Classe und Ordnung, wähleaber vorzugsweise, wenn es sein kann, Pflanzen mit großen Blumen.Um aber nicht durch die Blüthe selbst irre geleitet zu werden, wirdeö nöthig sein, stets mehrere Blumen einer Pflanze und ebenso ebenaufbrcchenwollende Knospen, wenn solche vorhanden, zu untersuchen,um über die wahre Zahl der Staubgefäße nicht getäuscht, und über
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