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Flora von Pommern und Rügen / herausgegeben von Dr. Wilhelm Ludwig Ewald Schmidt
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des botanischen Studiums.

um sie vor Verderben zn sichern, wieder zwischen neues trockneSPapier gebracht und wird dies Verfahren so lange fortgesetzt, bisdieselben völlig trocken geworden-

Ist dies geschehen, so legt man jede einzelne Pflanze freiin einen Bogen Schreibpapier und vermerkt auf demselben denvollständigen Namen des Gewächses, den Fundort und die Blüthe-zeit und bindet dann die zusammengehörigen, nach dem Linn.Systeme oder bester nach natürlichen Familien geordneten Pflanzenin größerer oder kleinerer Anzahl zwischen Pappdeckel zusammen.

Das auf diese Weise und nicht ohne Mühe erworbene Her-barium muß dringend gegen Feuchtigkeit, Staub und Feinde ge-sichert werden. Au diesen letzteren gehören außer den Mäusenvorzugsweise mehrere kleine Käfcrarten aus den GattungenIlli'611,18, -Sixibduil und l'tiii'18 , deren Larven die getrocknetenPflanzen ausfrcffen und in kurzer Zeit arge Zerstörungen anrichtenkönnen- Man hat mancherlei Vorschläge gemacht, um sich gegendiese Feinde zu sichern, denn je mehr das Herbarium anwächst,desto schwieriger ist cS, den Feind selbst zu vertilgen, wo er sichblicken laßt. Der Sublimat verdient, will man sich eines Mittelsder Art bedienen, den Borzug. Zu dem Ende zieht man die miteiner knöchernen, nicht mit einer metallenen Pinzette ergriffene, ge-trockneten Pflanze durch eine, in eine flache, irdne Schüssel auSge-goffene Auflösung, bestehend auS I Lothe Sublimat (llz-ckiArg^riun,nmi'intieuni eorrosivum) und t Quarte Brennspiritus, und läßtsie, was sehr bald erfolgt, zwischen Papier wieder trocken werden.Da diese Auflösung höchst giftig ist, so ist die dringendste Vorsichtnöthig, daß durch dieselbe kein Unglück veranlaßt werde und dür-fen deshalb auch die Pflanzen mit bloßen Fingern beim Durch-ziehen nicht gehandhabt werden. Die wieder trocken geworde-nen Pflanzen aber kann man ohne allen Nachtheil wie früher be-nutzen.