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Vom Linkischen Sexualsysteme.
Achnlichleit und Uebereinstimmung der Gcsammtorganisation dasleitende Princip werden. Ein solches System wird ein natür-liches genannt.
§. 82. Linn« war der Gründer des brauchbarsten, künstlich-sten Systems, und Jussieu stellte zuerst ein späterhin von andernBotanikern vielfach erweitertes und abgeändertes, natürliches Systemauf. Ueber die Vorzüge des künstlichen gegen das natürliche Systemund umgekehrt ist früher namentlich viel gestritten worden. Jetztspricht sich die Meinung aller bewährten Botaniker dahin aus, daßweder das natürliche, noch das Limwjsche System entbehrt werdenkönnen, und daß beide neben einander fortbestehen müssen. DieGründe sind folgende: Das Linnoische System kann nicht entbehrtwerden, da es vorzugsweise dazu geeignet ist, eine vorliegende undvollständig entwickelte Pflanze in demselben schnell aufzufinden, ih-rem Namen nach kennen zu lernen, jeder neu entdeckten Pflanzeihre Stelle darin zu ertheilen, und da die meisten altern botanischenWerke nach diesem Systeme abgefaßt sind. Dazu kommt, daß dieKennzeichen der Unterabthcilungen bestimmt und leicht faßlich find,und dies System als etwas bereits Vollendetes dasteht, währenddas natürliche System steten Veränderungen und Erweiterungenunterworfen ist und niemals ganz vollendet dastehen wird. Da esaber keinem Botaniker genügen kann, viele einzelne Pflanzen ausihrem natürlichen Zusammenhange gerissen, bloß dem Namen nachkennen zu lernen, es vielmehr nöthig ist in seine VorstellungenEinheit zu bringen, um die gcsammte Pflanzenwelt klar und deut-lich in ihrem Zusammenhange übersehen zu können, und da diesAlles nur allein durch die Berücksichtigung sämmtlicher Organe derPflanze, der wesentlichen wie unwesentlichen und ihres wechselseiti-gen Verhältnisses zu einander erreichbar ist, so folgt daraus ebensoklar, daß, da dies Alles dem künstlichen Systeme fern liegt, dasStudium der Botanik nach dem natürlichen Systeme unerläßlichist und nur allein dazu dienen kann, die Botanik als Wissenschaftzu fördern und dem höchsten Ziele näher zu führen.
Damit nun die Besitzer deS vorliegenden Werkes der Vor-theile beider Systeme theilhaftig werden können, hat der Verfasserdie Pflanzen Pommerns nach beiden Systemen geordnet und nebender Zusammenstellung der Gattungen nach dem Limbischen Systemedie Pflanzen selbst nach dem natürlichen Systeme, wie eö vonDe Candolle verbessert, aufgeführt.
§. 8Z. Linnb stellte in seinem Systeme 24 Classen auf undschied die 1-Aste Classe mit dem Gesammtnamen rkinnerogami» vonder 24ste der Örzi>t«g»mio. Zu der l'll»i>erog:»»iu gehören alle
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