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I. Das Land und die Bevölkerung.
i» sich hatte, seinen Lenken gegenüber Recht sprechen zu können, in der Be-freiung von vielen Steuern und Lasten. Diese gerichtliche und finanzielleBevorzugung, sowie seine politische Bedeutung, müssen betreffenden Ortesnaher zur Sprache gebracht werden.
Seine Einkünfte bestanden in dem Ertrage seines Grundbesitzes, sei-ner verschieden benannten feudalen Rechte, dem weltlichen Zehnten,Bodenzins, Jagdrccht rc., seinen Renten und den Vortheilen seiner imStaate oder der Kirche bekleideten Würden. Dazu kamen viele Pensionen,die der König besonders in der Absicht, sich gute Anhänger zu besondernZwecken zu gewinnen, ertheilte, oder um Solchen, die ihr Vermögen ver-loren hatten, einen standesgemäßen Unterhalt zu sichern; es war dies einUmstand, worin der Adel, wie in derBchauptung seiner Rechte, wenigstensin gewissen Kreisen und Familien seinen Körperschaftsgeisi zeigte. — SeinLeben und seine Thätigkeit bestand einerseits im Dienste und der Anwesen-heit bei Hof, in der Verwaltung seiner Würden, anderseits aber, um eSkurz zu sagen, in einem standesgemäßen Verzehren seiner Einkünfte, sei esam Hofe, auf seinen Gütern oder in fremden Ländern, auf Reisen und Gc-. sandtschaften. Er widmete sich weder dem Handel, noch der Verbesserung^ seines Grundbesitzes, hatte sich einem über alle Maßen verschwenderischenLurus, einer tyrannischen Etikette unterworfen, so daß sich die Familiengegenseitig beinahe zu Grunde richteten, desondcrs da die, welche an denHof gezogen und hier festgehalten wurden, weit über ihre Einkünfte ver-zehrten. Einige erholten sich dann wieder an Gnadengehalten und Ge-schenken des Königs, andere aber mußten zwischen einer Zurückgezogenheitoder einer Mißheirath mit der Tochter eines reichen Bürgerlichen wählen:Umstände, die dem Adel als solchem bedeutend Eintrag thaten. Mit Aus-nahme des Adels vom Kleide, der ernste und strenge Sitten bewahrte, vonLurus und Vergnüge» sich enthielt, vermöge der Kenntnisse der Gesetze undseiner Lage seine Interessen wahrte, sein Vermögen nicht blos erhielt, son-dern noch vermehrte, — waren seine Sitten sehr liederlich; der Ton derGesellschaft war Verführung der Tugend. Es brachte Ansehen, wenn manein gewandter Verführer, ein „feiner Mann" ohne Grundsätze und Sittenwar; ja man halte bedeutende Staaköpcrsonen gesehen, die sich derTriumpheihrer Ausschweifung mehr rühmten, als über ihre Siege auf dem Schlacht-feld. Ueberhaupt schien der ganze Adel seine hohe Stellung wie einen per-sönlichen Vortheil zu betrachten, der bestimmt sei, ihm mehr Vergnügen zuschaffen; sehr oft glaubte sich der Gutsherr, wie die Herren ohne Land,