Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
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einem andrem Lande haben. Denn alle welche dieses Königreich durch-gereiset sind, und mit der Aufmerksamkeit eines Naturforschers es be-trachtet haben, sind über die Manigfaltigkeit, Menge, Vortrefflichst,und Seltenheit in andern Gegenden, der darin sich ihnen darzeigendmGegenstände erstaunet. Und dennoch haben wir bis izt noch kein voll-kommenes Werk in diesen Fache auszuweisen, darin» alle diese Sachen ingehöriger Ordnung aufgestellt, mit erforderlicher Scharfsicht untersucht,und mit dem Fleiß und der Genauigkeit, die ein so grosstHjnternehmenverdient hätte, beschrieben worden wäre. Allen hierüber bisher ans Lichtgestellten Schriften, fehlt es entweder an einigen dieser Haupte genschaf-tcn, oder sind nichts als Bruchstücke, die nur einzelne Sachen betreffen.

Wir müssen also gestehen, daß wir noch keine vollständige undsystematische «Naturgeschichte von Böhmen haben. Denn was Balbinin dem ersten Buche sein r höhnischen Mißcellanen, das er lüstorismuzcurLlem LollemiL nennt, darüber geschrieben hat, s) verdient diesen Na-men im eigentlichen Verstände nicht. Denn zu geschweige«, daß manbey diesem sonst brauchbaren und unterhaltenden Werke, die gehörige Ord-nung, und die dermal eingeführte systematische Methode vermißt, so istes auch sehr unvollständig, indem viele wicht ge Gegenstände, darin ent-weder gar nicht bemerkt, oder nur obenhin und flüchtig berührt worden.Zwei Fehler insonderheit müssen einem, nach den Grundsätzen der Naturkünde denkenden Leser in diesem Buche bor andern anstössig seyn. Zumersten das kalbin allenthalben eine gar zu grosse Leichtgläubigkeit ver-räth, und uns Dinge erzählt, die zu unsern Zeiten durchgängig in dasReich der Fabeln verwiesen werden. So schreibt er z. B. Von dem Sa-lamander, unter welchem Namen er unsre Molche versteht, wie auchvon dem Schlangeneyern, daß sie, wenn man sie ins Feuer wirft, das-selbe durch ihre natürliche Kälte, welche von ihrem starken Gifte her-rühre , auslöschen; daß die Drachen und andre giftigen Thiere meistensaus der Faülniß entstehen; daß der zu Brünn, in dem Eingänge desRathhaufes aufbewahrte Krvevdill, ein wahrer solcher, in Böhmen un-weit

(g) ^lilecUaneorum lMi'i'icoi'NM LokemiL i. I^iber, <)uj«.„«»-a/ev,

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