Band 
Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
Seite
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Hofstaat des Landesfürsten rc.

Die Hofstaat -es Erzbischofes von Salzburg ist von st her sehransehnlich gewesen, und ist für die Einkünfte dieses Landes vielleicht nochzu zahlreich.

Der jetzige regierende Erzbischof ist aus dem fürstlichen HauseLolloredo von Waldfee und Melo re.; ein Herr in seinem besten Jah-ren, und ein Mann von sehr vielem Verstände.

In seinen Verordnungen führt er folgenden Titel: Von Got-tes Gnaden wir Hieronimus, des heil. röm. Reichs Fürst, Erzbi-schof zu Salzburg, gebohrner Legat des heil. apostolischen Stuhlszu Rom , und Primas von Deutschland rc.rc.

, Der Erzbischof von Salzburg ist einer der ersten Stände desdeutschen Reichs, und der einzige Erzbischof nach den Erzbischöfen, diezugleich Churfürsten sind, welcher Siz und Stimme auf dem Reichstaghat; und unter seinen ansehnlichen Vorrechten ist dieses das erste, daßer beym Reichstage zu Regensburg im Fürstenkollegio mit Oesterreichabwechslend das Direktorium führt, auch zugleich mit - ausschreibenderFürst und Direktor des bayerischen Kreises ist. Er ist übrigens in sei-nem Lande ein vollkommener Souberain, nur daß ihm von Seite desDomkapitels gewisse kapitulirte Regeln vorgeschrieben sind, worüber sichdie jeweiligen Erzbischöfe gerne hinweg zu sezen pflegen; daher auch zwi-schen ihnen und dem erstem ewige Uneinigkeiten herrschen.

Die geistliche Gerichtsbarkeit des Erzbischofs von Salzburg er-strebt sich über einen grossen Theil von Bayern, Oesterreich, Steyer-mark und Lärmen; und die Metropolitankirche in Salzburg hat fol-gende acht Bisthümer zu Suffraganen, nämlich Freysing, Regens-burg UNd pasiau in Bayern; Briren inTyrol; Gurk, Ehiemfte undLavant in Rarnren, und Seckau in Steyermark. Die vier erstemhaben jedoch ihre eignen Domkapitel, und wählen sich ihren Bischof selbst;die vier leztern aber werden von dem Erzbischofe von Satzburg ernannt,

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