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sichte wirklich recht artig lassen. Desto übler aber gefallen mir ienemit Missen Schleycr oder Spizen besezte goldnen Hauben, welche Mäd-chens zu tragen pflegen, die sich zwischen dem Adel und dem bürgerlichenStande zu rechnen pflegen. So übel aber diese bürgerliche Frauens-tracht läft, eben so kostbar ist sie. Wohlhabende Vürgersfrauen sindoft in Festtagen, ohne den Schmuk zu rechnen, mit einem Werthe von500 bis 1000 und mehr Gulden angethan. Die Haube allein kostet zu-weilen wegen -er feinen Spizen ein bis zwey hundert Dukaten ohne derPerlen, guten Steinen und der goldnen oder silbernen Steknadeln zugedenken, mit welchen der Bund derselben besezt ist. Der Hals wirdebenfalls mit guten Perlen, und die Brust mit einer schweren schlan-genförmig geschürzten Kette geziert.
Die Bauersfrauen und Mädchen tragen gewöhnlich einen kur-zen Rok von Wollenzeug,, der oft kaum auf die Waden reicht, ein blauesoder schwarzes Fürtuch, eine wollene Joppe mit langen Schelfen, wor-unter eine Art Schnürleib, wie ein Küras stekr, um den Hals einenschwarzen Flor mit einer silbernen Schnalle oder Gchliesse, die wieeine Rose gemacht ist, und worinn hauptsächlich der Staat dieser Leutebesteht, ein Visier von obgedachter Art, und auf demselben einen grossengelben oder grünen Filzhut, der mit einem seidnen Bande geziert ist.Diese Tracht giebt ihren ohnehin robusten Körper eine noch dickere Ge-stalt, so, daß oft ein sonst gut gebildetes Mädchen dadurch ganz ver-statt wird.
Die Mannsleute aber tragen sich beynahe wie die Tyroler; nurdaß jene längere Röke haben. Auch tragen sie eben so gerne Schnur-bärte, als diese.
Im ganzen Lande herrscht keine andre, als die deutsche Spra-che, welche aber von dem gemeinen Volke so rauh, mit einem so ver-änderten Dialekt, und oft mit einem so groben Tone, ja selbst zuwei-len mit ganz andern und eigenen Provinzialwörtern, geredet wird, daßein Ausländer die gröste Mühe hat, solche zu verstehen. Und dieserDialekt klebt selbst Leuten, die am Hofe und in Städten leben, so sehr
an.