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Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. [Zweyter Jahrgang.]
Seite
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Die Stadt ist zwar mit Graben, Mauern und Ravalinen um-geben; aber unter die Vestungen ist sie dem ungeachtet nicht zu rechnen.Sie liegt auf einer mässigen Anhöhe, welches verursacht, daß man aufdie umliegenden Gegenden eine angenehme Aussicht hat.

Durch den etwas niederer liegenden Theil sind drey Kanäle desLechstroms geleitet, an welchen Mühlen, Manufakturen und Fabrikenangelegt sind. Auch die Wertach ist zu gleichem Zweke durch Kanälemit dem Lech vereinigt.

Die Stadt hat 7 Pläze, wovon zwar keiner sonderlich groß undschön ist; doch sind der perlach und der wcinmarkt darmtter dieschönsten.

Augsburg hat zwar viele schöne öffentliche und Privatgebaude;im Ganzen aber kleine, höchstens drey Stokwerk hohe, nach altdeutscherArt gebaute Häuser (a), die der Stadt das schöne Ansehen bey weitemnicht geben, dessen sich viele andre Städte rühmen können. Zu TacirusZeiten mag sie den Namen Loloois ixienllilliiHms mit Recht verdient ha-ben. Allein heut zu Tage ist sie in Begleichung andrer Städte wohlnur eine Stadt vom zweyten Range. Sie bleibt aber dem ungeachtetdoch immer eine grosse und schöne Stadt; ja man kann sie mit Recht un-ter die schönsten Städte von Deutschland zählen.

Von den öffentlichen Gebäuden will ich nur die merkwürdig-sten aufführen, und zwar:

r.) Das Rathhaus, welches im Jahre i6i 5 erbaut wurde. Esist unter allen Gebäuden, die man in Augsburg sehen kann, das präch-

tig-

(») Welche immer zugeschlossen sind. Wenn man in ein Haus trotten will, so mußman erst an einer Gloke ziehen, und wenn der Gast nicht anficht, so wird nichtaufgemacht, welchen man mittelst eines Spiegels, der ob dem Hausthore ange-bracht ist, erkennet, ohne daß derjenige, welcher an der Thüre wartrt, jemandbemerken kann»

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