Band 
Erster Band.
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Bilder aus Rußland.

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^ lächerlich vor, weil ich die Sprache nicht zu handhaben wußte, und^ eben so kindisch mochten ihnen auch meine Belobungen klingen, wie; ich nur zu deutlich aus ihren Mienen sah. Aber alles dieß hatte einEnde, wie ich der Sprache mächtig wurde, und den russischen Sittenin meiner häuslichen Einrichtung mich zu bequemen anfing.

Es sey mir nun erlaubt, einige Geschichten entgegengesetzter Artzu erzählen, von denen ich selbst Augenzeuge gewesen bin, andre vielgrellerer Art, die ich nur vom Hörensagen weiß und daher nicht ver-

, bürgen kann, werde ich um so lieber ganz übergehen, da ihre Erzäh-

! lung nur Schänder und Abscheu erregen könnte.

! Auf meiner Reise von Norddeutschland nach Rußland traf ich

> in der Gegend von Tula mit einem deutschen Professor*) zusammen,

, der nach der Universität Kasan reiste. Der ohne Zweifel sehr gelehrte

^ Mann schien mir wohl recht viele Bücher, aber dafür desto weniger

! die Menschen zu kennen; er beklagte sich bitter über die entsetzlichenHindernisse, welche er auf jedem Schritte seiner Reise fand, und dieer alle der Halsstarrigkeit und Nichtswürdigkeit der russischen Bauernzuschrieb. Allein der wahre Grund der Hindernisse, den der gelehrteund vieler europäischen Sprachen kundige Mann nicht entdeckte, fandsich auf der nächsten Poststation schon. Er verstand kein Wort russischund war auch gleich an der Grenze so übellaunig geworden, daß ersich fest vornahm, von dieser Sprache auch nicht das erste Wort zulernen. Ich mußte ihn bald seinem Schicksale überlassen, indem ichmich in Tula von ihm trennte, um meinen Weg nach Tambow zuverfolgen, während er über Moskau, Wladimir und Nischni zu gehenhatte. Nach einigen Monaten erhielt ich einen Brief von ihm nachKasan; er erzählte darin mit der fröhlichsten Laune seine weitem Un-fälle, die in der That abenteuerlich genug waren und auch das Endederselben, welches er nach unsäglichen Drangsalen in der Gouverne-mentsstadt Kiew glücklich erreicht hatte. Als er nämlich in dieserStadt ankam, ging er in seinem Aerger und noch in Reisekleidernzu dem Gouverneur, an dem er einen sehr humanen und der fran-zösischen Sprache vollkommen kundigen Mann fand. „Ich bin," sagteer, „der Professor N. N. und schon seit zwei Monaten auf der Reisenach Kasan, so eben komme ich hier an, und melde mich bei Ew.Excellenz, mit der Bitte, mich hier zu behalten und mich zu gouver--niren, so lange eS Ihnen gefällt, denn ich gehe nicht mehr von der

*) Liltrow selbst.

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D. H.