Band 
Erster Band.
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Bilder aus Rußland.

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von Mitteladel m dem Volke. Da aber das letzte noch wenig Sinnfür Wissenschaften und Kunst hat, so leben die Gelehrten meistenszurückgezogen, nur mit sich selbst unter einander in Verbindung, undsind daher ohne großen Einfluß auf die übrige Masse der Nation.Doch befinden sie sich bei dem Schutze der Höheren und der Achtungder Niederen im Allgemeinen sehr wohl, und die meisten derselbenhaben ihr altes Vaterland über dem Neuen gänzlich vergessen.

Anders verhält es sich mit den Gesellschaften der Großen in denbeiden Hauptstädten des Reiches; hier ist Reichthum und Luxus undselbst der seine Geschmack in Allem der Gegenstand der Bewunderungselbst für einen, der in Paris und London die Palläste der Großennäher kennen gelernt hat. Diese SoirscS oder Reunionen zeichnensich wirklich durch Eleganz und guten Ton äußerst Vortheilhaft aus.Wenn der fremde Gast auf seine Einladungskarte Abends vor demPallaste in seinem Wagen erscheint, fliegen die Thore desselben unge-stüm auf, ein Schwärm von reich gallonirten Bedienten mit Fackelnin den Händen führt den Gast über die breiten Treppen in die Ge-sellschaftszimmer, in welchen man, nachdem man der Frau vom Hansevorgestellt worden, sogleich zu der zwanglosesten Unterhaltung mit denbereits versammelten Gästen übergehen kann. Die Zimmer, durchwelche man, auf diese Weise von einem Gaste zum andern wandernd,kömmt, sind sämmtlich auf'S Reichste dekorirt und durch wahrhaft un-geheure Spiegel, wie sie allein hier verfertigt werden, gleichsam ver-vielfacht. Vor der eigentlichen Tafel werden Erfrischungen im Ueber-fluffe von den Bedienten herumgetragen.

Vor allem zeigen die russischen Großen ihre Pracht in der An-zahl ihrer Bedienten. Schon in dem Hofe wird der Fremde vonihnen umschwärmt; in dem Vorzimmer stehen sie dicht an einanderund begleiten den Gast in die tieferen Gemächer, um ihm da dieüberflüßigen Kleider abzunehmen und in dem Vorzimmer aufzubewahren.Früher soll diese Sucht noch viel größer gewesen seyn, aber sie istwahrlich auch setzt noch groß genug, besonders wenn man dazu be-merkt, daß die meisten derselben müßig gehen, zehn derselben nicht soviel arbeiten, als in Deutschland ein einziger. Diese Sucht hat sichselbst auf die Mittelklasse fortgepflanzt, und ein Russe hält unter den-selben Verhältnisse wenigstens vier Mägde, unter welchen ein Deut-scher in seinem Vaterlande froh seyn würde, eine einzige zu haben.Diese einzige thut aber in der Regel gewiß eben so viel als alle jenevier zusammengenommen, und wenn eS einmal Nachmittag ist, so