Band 
Erster Band.
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Brand von Kasan.

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als Denkmäler des großen Unglückstages dazustehen schienen. AmWege fanden wir mehrere todte Kühe, Schafe und andere HauSthieremit versengten Haaren, mit ganz schwarz gebrannter Haut, und andereförmlich gebraten oder an einzelnen Stellen zu Kohle verbrannt.Neben dem noch stehenden steinernen Bogen eines Hauses oder einesStalles lag ein Pferd, dem der Unterleib vor Hitze geplatzt und diebeinahe bis zum Unkenntlichen verbrannten Gedärme zwischen denkonvulsivisch unter einander verstrickten Beinen gelagert waren. Auchmenschliche Leichen mit halbvcrbrannten Kleidern, mit schwarzem, oftgräßlich verzogenem Antlitz, einzelne Theile des Körpers von der Hitzeübermäßig aufgedunsen, andere zur Kohle verbrannt, lagen zu allenSeiten umher. So groß mußte die Hitze an einigen Orten gewesenseyn, daß wir an einer Stelle einen ganzen Hügel von Flaschen undTrinkgläsern fanden, die ihre frühere Form verloren und an mehrerenStellen eingebogen und verkrümmt waren. Selbst die Lebenden trugenbei, diese überall uns entgegentretenden Bilder des Todcö und derVerwüstung noch greller zu machen. Hier standen einige laut heulendund in Verzweiflung die Hände ringend, andere bleich und stumm inihren Schmerz versunken; wieder andere mit Brandwunden und halbverstümmelten Gliedern emsig in der Asche wühlend und einen Theilihrer Baarschast, vielleicht auch die Gebeine ihrer verbrannten Kindersuchend, und durch alle sie hin die Prozessionen der russischen Geist-lichen, im heulenden Baßton Todtenlieder singend, mit Kreuz undschwarzen Fahnen, die wie Unglückövögel über dem weiten, schweigendenLeichenselde flatterten.

Doch genug von allen diesen Schrcckenöbildern, genug, aberlange noch nicht alles, um den Gegenstand auch nur in seinen wich-tigsten Zügen zu erschöpfen.

Vielleicht findet sich bald eine andere Gelegenheit, Ihnen nochzu sagen, was alles dieser Katastrophe vorhergegangen, und waS ihrgefolgt ist; wie durch jenes die Gemüther zum Leiden vorbereitet undgleichsam mürbe gemacht, und wie durch dieses die folternde Angst,die immer größer als das Uebel selbst ist, bis zu einem Grade gestei-gert worden ist, welcher mir, der ich auch von dieser allgemeinengeistigen Krankheit ergriffen wurde, jetzt, in den Tagen der Ruheund des zurückgekehrten Friedens, selbst zuweilen unglaublich und,so wahrhaftig es auch in der That war, doch nur wie ein böserFiebertraum erscheint. Es gibt Augenblicke im menschlichen Leben,