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Erster Band.
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Der schwarze Tod des Xiv. Jahrhunderts

(Wiener Zeitschrift 1820. No. 149 u. f.)

Menn die Klage,'daß das dem Menschen zugetheilte Maß vonLeiden die Freuden desselben oft überwiegt, gerecht ist, so bringt manbei dieser meistens etwas eigenstchtigen Behauptung gewiß manchesnicht in Rechnung, waö bei einer wahrhaft parteilosen Schätzungnicht Übergängen werden sollte. Dahin scheint mir vorzüglich daSAndenken an das bereits vergangene Unglück zu gehören,eine reine Quelle stiller, sanfter, nie versiegender Genüsse, wenn wirnur aus ihr zu schöpfen wüßten. Aber so sind wir Menschenkinder,die wir uns so gerne das Meisterstück der Schöpfung nennen hören,die wir, wie unsere Kinder, nur in der Gegenwart, nur für heuteleben, ohne uns, was wir auch von uns rühmen mögen, viel umvor- und rückwärts zu bekümmern, so nahe es uns auch angehen mag.Droht ein Uebel über uns einzubrechen, so zittern und beben wir— lastet eS mit seiner ganzen Schwere auf uns, so unterliegen wiroft kleinmüthig — und verläßt eS uns endlich wieder, so ist balddarauf alles bis auf die letzte Spur vergessen. Wer einmal hoff-nungslos auf dem Krankenbette lag; wer seinen Freund, seinen Va-ter, seinen Bruder sterben sah; wer sein Liebstes, was er auf Erdenhatte, von seinem Herzen reißen mußte; wer immer zu irgend einerZeit seines Lebens zu der großen Zahl der Unglücklichen gehörte, undwie wenige dürften davon eine Ausnahme machen — welchen Fondvon immerwährenden, reichen Genüssen würden diese unsere Leidens»Littrow i. 7