Band 
Erster Band.
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Der SLaarblmde

(Wiener Zeitschrift. 1835. Nr. 58 u. f.)

Den Leser zu vergnügen, oder auch zuweilen ihm zu nützen,mag wohl schon so manches Geschichtchen erfunden worden seyn. DasGegenwärtige ist von jenen dadurch verschieden, daß es nicht erfun-den ist,, und wenn eS mir gelingt, eS eben so wieder zu erzählen,wie ich eö nur eben aus dem Munde eines schlichten Landmannes,der selbst die Hauptrolle dabei spielte, gehört habe, so zweifle ichnicht, daß eS auch jenen doppelten Zweck, einen Augenblick zu ver-gnügen, und vielleicht lange hinaus zu nützen, erreichen werde.

„Ich beneide Sie," sagte er, nachdem ich ihm an einem derletzten schönen Sommerabende einige Merkwürdigkeiten des gestirntenHimmels gezeigt hatte, „ich beneide Sie um die herrlichen Genüsse,welche Sie sich, beinahe so oft Sie wollen, verschaffen können. Aberich möchte doch nicht an Ihrer Stelle seyn; ich würde mich zu Todefürchten, und am Ende mitten im Ueberflusse darben und ver-schmachten. "

„Warum denn fürchten?" fragte ich verwundernd. „Sehen Siemir nichts an?" sagte er, indem er sich näher vor mich hinstellteund mich starr anblickte. — Der arme Mann hatte nur ein Auge.„Ein unglücklicher Zufall," sagte er schnell, als er sah, daß ich —seinen Verlust in der uns umgebenden Dunkelheit endlich bemerkte,„ein unglücklicher Zufall beraubte mich schon in früher Jugend fürimmer dieses Auges, und das andere — war auch schon verloren.