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Witterung des Cholera-Jahres 1831.
dauerte, und nicht nur Europa in allen seinen Theilen, sondern auchdie Inseln und das ganze Festland von Amerika verheerte. Zu der-selben Zeit herrschte unter den Menschen durch beinahe ein halbesJahrhundert eine allgemeine Epidemie, die in einer gangränösen oderfauligen Halsentzündung bestand, und das Severinische Halsweh ge-nannt wurde, und mit der jene weit verbreitete Seuche der Thiereanalog war, da auch bei diesem der Hals und die Luftröhre immerbrandig angegriffen wurde, obschon sie sich unter verschiedenen äuße-re» Formen, der Gehirnwuth, der Lungenentzündung oder der Ruhrzeigte. Sie besuchte wiederholt dieselben Länder und drohte in man-chen Gegenden den Viehstand ganz auszurotten. In Holland fielenin einem Jahre über 141,800 Stücke. In Frankreich und Schwedenwurden eigene Stellen und Commissionen errichtet, die sich nur mitdiesem Gegenstände beschäftigen sollten. Im Jahre 1754 gesellte sicheine Krankheit des Getreides dazu, dessen Halme grau wurden, einengelben Saft ausschwitzten und dann verdorrten. Im folgenden Jahre1755 nahm jene Seuche die Gestalt einer Klauenkrankheit an, diebesonders in Norddeutschland sehr verheerend wurde. Im Jahre 1763wurde die Epidemie allgemein und erstreckte sich auch auf die übrigenHauSthiere, selbst auf das Geflügel. In Madrid starben an einemeinzigen Tage über 900 Hunde. Im Jahre 1773 schien sie sichihrem Ende zu nähern, flammte aber plötzlich wieder mit erneuerterWuth aus, besonders in Frankreich und Spanien, von wo sie auchnach St. Domingo und nach Nordamerika kam, und da bis zu Endedes Jahres 1774 alle Gegenden verheerte, bis sie endlich in beidenWelttheilen plötzlich verschwand.
Wir-beschließen diesen Gegenstand noch mit einigen Bemerkungen,die vielleicht für manche Leser in der gegenwärtigen Epoche einigesInteresse haben werden.
Man hat auch in diesen Tagen Wohlgerüche und selbst anderestark riechende Substanzen als Präservative gegen die Krankheit gel-tend machen wollen. Ohne «nS bei der Untersuchung der Verläßlich-keit dieses Mittels aufzuhalten, bemerken wir bloß, daß diese Mei-nung schon sehr alt ist. Der jüngere Plinius erzählt, daß bei derverheerenden Pest des Jahres 182, wo eine längere Zeit hindurchbloß in Rom täglich gegen 2000 Menschen gestorben seyn sollen, derKaiser Commodus auf den Rath der römischen Aerzte sich nach Lau-rentium flüchtete, dessen häufige Lorbeerwälder die ganze Gegend miteinem Dufte erfüllten, der für sehr zweckmäßig zur Abwehrung der