Regulirung der Thunmuhren.
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Rechnung ab auf Irrwege führt, so meßten die Juden, um dieseimmer wiederkommenden Fehler gut zu machen, nicht weniger als sechsverschiedene Gattungen von Jahren aussuchen, die unter einandermehr als volle 30 Tage verschieden sind , und von denen sie, wieNoth und Umstände sie zwingen, bald dieses bald jenes zu Hülferufen, so daß ihr Kalender ein wahres Stück- und Flickwerk ist, dennur die Gelehrten unter ihnen verstehen können. Und geht es unter uns,wenigstens in Beziehung aus unsere Festrechnung, viel besser? Wieviele gibt es wohl selbst unter den Gebildeten, die wissen, wann injedem Jahre Öfter- oder Psingstsonntag ist? Wir sehen alle in denKalender und glauben ihm, wenn er eS nur nicht so arg macht, wiez. B. der astronomische Kalender, den das Lurosu üvs UonZiluävsin Paris für 1821 herausgegeben hat, so sind wir schon zufrieden.In diesem astronomischen Kalender ist der Ostersonntag auf den 17tenApril, und also auf einen Dienstag gesetzt worden, der Aschermittwochfällt nach ihm fünf Tage später als er soll, und zwar auf einenDonnerstag, daö FrohnleichnamSfest auf einen Samstag und dergleichenVerstöße mehr, die man auch vor hundert Jahren in keinem unsererBauernkalender angetroffen haben würde.
Was von dem Monde in Beziehung auf unsere Kalender gilt,wo er die Sache, die er regeln und ordnen sollte, eigentlich nur ver-wirrte, gilt in demselben Maaße auch von der Sonne in Beziehungauf unsere Eintheilnng des Tages in Stunden, Minuten n. s. s.Wenn man sich auch hier wieder, wie es so oft geschieht, an den erstenBlick hält, wer sollte zweifeln, daß die Sonne, die doch eigentlichden Tag macht, ihn auch.am besten eintheilen würde, daß sie, dieden Anfang und das Ende des Tages' für uns alle so deutlich be-zeichnet, nicht auch eben so deutlich den Augenblick des Mittags, sowie den Anfang und daö Ende einer jeden andern Stunde des Tageszu bezeichnen im Stande seyn würde. Und doch ist sie, wie wir baldsehen werden, zu dieser ihr so natürlich scheinenden Rolle eben sowenig geschickt, als der Mond zu einem Kalenderregulator.
Wenn sie die Stunden des Tages richtig angeben sollte, somüßte sie, wie jedem klar ist, alle Stunden unter einander gleichgroß machen, nicht die eine kleiner, die andere größer, so daß maneigentlich gar nicht weiß, wie lange eine ihrer Stunden dauert. Alleindieß letzte ist der Fall mit unserer Sonne: ihre Stunden sind alleunter einander ungleich und eben deßwegen zu einem allgemeinenMaaße der Zeit ganz unbrauchbar.