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Erster Band.
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Knebel's Nachlaß.

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von Karlsruhe abreiste. Dies ganze Benehme» sieht der pedantischenGroßartigkeit dieses mit Recht berühmten Dichters sehr ähnlich, derin einer Krankheit auf seine Kniee fallen und beten konnte: „Gott,erhalte mich für Deutschland."

Göthe, der im Jahre 1775 in Weimar ankam, erwarb sichsogleich Aller Anhänglichkeit, besonders die der Damen. Er hatte»och die Werther'sche Montirung an, und viele kleideten sich darnach.Bald gingen auch manche Ercentricitäten vor, die Knebel in seinemTagebnche nicht näher beschreiben will, die uns aber, wie er sagt,auswärts nicht in den beste» Ruf setzten. Doch wußte Gvthe'SGeist auch diesen Sachen einen Anstrich von Genie zu geben. Indem Bilde der Jphigenia fanden viele der nächsten Umgebung denCharakter der jungen Herzogin Louise. Mit K. stieß er öfter feind-lich zusammen, besonders wenn jener, nach seiner Gewohnheit, zuviel moralisirte, wozu ihm Göthe am meisten dann Veranlassunggab, wenn er mit dem Großherzog sich ganz dem Uebermuthe deswohlbehaglichen Augenblicks ergab. Noch in späteren Zeiten machteihm K. einmal Vorwürfe über seine „Wahlverwandschaften," derenTendenz er für unsittlich ansah. Göthe antwortete ihm: „Ach soschweig doch: ich habe sie nicht für dich, sondern für die Mädchengeschrieben." Solche Aeußerungen, die Göthe wohl oft im Muth-willen hinwarf, wurden dann allzuwörtlich aufgenommen, und hoch an-gerechnet, wie man denn überhaupt noch heute im ganzen Umkreisevon Weimar vielen ähnlichen Anekdoten begegnet, die mit einseitigemHerausstellen dem Charakter Göthe'S leichtfertige Züge anmuthen,wozu aber er selbst durch seine häufigen, ganz rücksichtslosen Aeuße-rungen Gelegenheit gegeben hat. Auch hatte er die unlöbliche Ge-wohnheit, alles mit fortzunehmen, was er bei irgend einem Freundeihm Behagliches erblickte, wie er denn einmal unserm Knebel überhundert Stücke Albrecht Dürer'sche Zeichnungen, die er besaß, vonder Stube holte, um sie ihm nie wieder zu geben.'

Herder endlich stand unter den hell und rein glänzenden Ster-nen des weimarischcn Himmels gleich einem düsteren, nebel umhülltenMeteor da. Er war meistens melancholisch und unzufrieden, weil ersich in keiner einzigen Lage des Lebens zurecht zu finden wußte, undsich immer mit dem Gedanken quälte, daß er seinem eigentlicheninnern Beruf richt gehörig nachkomme. Er gehörte zu jenen unglück-lichen, schmerzdurchzogenen Individualitäten, die immer unruhig nachallen Seiten Hinstreben, ohne je befriedigt zu werden; die etwas

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