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Erster Band.
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Knebel'« Nachlaß.

über Nordamerika belehrt, und wie uns noch eindringender Cook vonden Bewohnern der Südsee-Inseln erzählt hat. Alle ungebildetenVölker scheinen einen hoben Begriff von Höflichkeit zu haben, nur diepolizirten Nationen deü Nordens scheinen darin anders zu denken.

„So tief gegründet sind die gleichen Rechte der Menschheit indem Gemüthe fedeS wohlgearteten Menschen, daß ihm selbst in einerGesellschaft nicht wohl wird, wo er einen zu meikuchen Unterschied,selbst zu seinem eigenen Vortheile, bemerkt. Nur kleine Seelen wün-schen ein Recht von Außen zu haben, ein Recht, das ihnen nichtzugehört; ein großes Gemüth aber ist mehr auf sich selbst und aufseinen wahren innern Werth gerichtet. ES fühlt, daß eü von diesem

letzten selbst seinem höchsten Range in der Gesillschaft etwas leihe»

muß, wenn er eine wahre Würbe haben soll, die nicht bloß vonThoren und Idioten bewundert wird. Wahre Achtung ist dasKleinod, für welches die besten Menschen Glück und Leben willighingeopfert haben, und wer den wahren Werth der Güter dieser

Welt zu schätzen weiß, wird dafür nicht daü Flittergold einer falschenVerehrung eintauschen wollen. — Wer sich selbst Achtung erzeigt, wirdsie auch gar bald bei Andern sinken: wer aber Niemand achten kann,wird auch von Niemand geachtet werden. Eö gibt wohl, sagt man,ein solches Geschlecht, das alles außer sich verachtet — nun wenndas ist, so seht es doch näher an: es ist gewiß auch das verächt-

lichste von allen.

„Allerdings muß aber auch diese Schätzung der Andern gegen-seitig seyn, daher der Gebildete nur wieder unter seines Gleichenzufrieden leben kann. Simonides aus Cea war gewiß ein großerDichter, aber die Thessalicr gaben nicht einen Pfennig für seine Lie-der aus, weil es ihnen an Verstand und Geschmack fehlte. AgesilauS,der Spartaner, beklagte sich über Feinde, vie so dumm seyen, daßer nicht einmal seine Kriegslisten gegen sie anwenden könne. Diesehielten ihn also wohl schwerlich für einen großen Feldherrn.

„Freilich findet ein Gut, das so allgemein geschätzt wird, wieAchtung und Verehrung, gar Viele, die eS falsch nachmachen. Diegewöhnlichen Papiermünzer der Höflichkeit möchten gern, daß manihre schlechte Waare für ächt annähme, und ihnen baareS, blankesGold dafür auszahlte. Wer möchte aber deßhalb den Werth desGoldes oder Silbers in Verdacht ziehen, weil es papierne Lumpengibt, die den Stempel desselben tragen?