Band 
Erster Band.
Seite
441
JPEG-Download
 

Brewfter, Newton.

441

Jahre 1707 fing der berühmte blinde Mathematiker Saundersonan, die Theorie Newtons in Cambridge vorzutragen, und zwarmit ungemeinem Beifalle und großem Zudrange von Zuhörern allerArt. Bald darauf wurde das Studium der Principien auf den Uni-versitäten in Cambridge und Oxford sehr verbreitet, und der Preisdes Werkes dadurch so erhöht, daß man bereits viermal mehr als anfangsdafür geben mußte. Coteö, der eine neue Auflage derselben besorgte,erzählt in seiner Vorrede dazu, daß man zuletzt die Exemplare derfrüheren Edition nur mehr zu ungeheuern Preisen erhalten konnte.Dieser junge, äußerst talentvolle Mann wurde den Wissenschaftendurch einen viel zu frühen Tod in der Blüthe seiner Jahre entrissen,und Newton soll bei der Nachricht von seinem Hinscheiden geweintund gesagt haben: von diesem jungen Manne hätten wir alle nochviel lernen können.

Wenn auf diese Weise derjenige Theil der neuen Lehre, der sichbloß auf mathematische Rechnungen gründete, der Bemühungen sovieler wackerer Männer ungeachtet, doch nur sehr langsam Eingangfand, so verbreitete sich dafür der andere desto schneller, der sich durchbloße Experimente erläutern und einem größer» Kreise von Zuhörernohne besondere Vorkenntnisse leicht verständlich machen ließ. JohnKeil war der erste, der über die Physik und Optik Newtonseigentlich experimentale Vorlesungen gab, wodurch er sich viel Beifallerwarb. Er begann sie im Jahre 1704 zu Oxford und als er imJahre 1710 seine Stelle niederlegte, setzte Desagulierö diese Vor-lesungen unter einem großen Zudrange von Zuhörern fort, da selbstMinister und Damen von hohem Range ihn besuchten und da eineallgemeine Vorliebe für diese Gegenstände unter den gebildeten Stän-den Oxfords gleichsam Mode wurde. Die populären Schriften, diejetzt über diese interessanten Gegenstände erschienen und mit jedemTage häufiger wurden, verschafften der neuen Lehre nicht nur vieleAnhänger und Verehrer, sondern unter diesen selbst bald auch mehrereKenner und eifrige Beförderer, und Newton hatte die Freude, nocham Abend seines Lebens den Triumph seiner Lehre nicht nur in seinemVaterlande, sondern auch in allen gebildeten Ländern Europas mitGewißheit vorauszusehen.

Der berühmte Philosoph Locke, der, wie die meisten Philosophen,gar kein Talent für Mathematik hatte, fragte seinen Freund Huyg-hens, ob denn auch wohl alle die Dinge, die in den Principien stehen,wahr seyn sollen. HuyghenS versicherte ihm, daß er sich aus die