Band 
Erster Band.
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459
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Brewster, über natürliche Magie. 459

auf der Insel Andres, die abwechselnd sieben Tage lang Wein undsieben Tage Wasser gab; das gläsern^, mit Oel gefüllte Grab dcSBeluS; die ewigen Lampen; die wandelnden Bildsäulen von Antiumund in dem Tempel von Hierapolis; die hölzerne Taube deS Archy-tas u. dgl. m. Es wäre zu wünschen, daß ein der Sprachen deSAlterthums und der verschiedenen neuen physischen Wissenschaften kun-diger Mann alles Hierhergehörige, was uns in den Schriften derAlten gerettet worden ist, sammeln und beleuchten möchte. EinenVersuch dazu hat vor Kurzem Eusebius Salverte in seinemWerke: Ilgsai sur la msgis (Brüssel, 1817), und noch ausführlicherin seiner Schrift: l)s8 8oienoes ooeultss (Paris, 1829. II. Vol.),gemacht; allein dieser interessante Gegenstand ist dadurch noch keines-wegs erschöpft, oder auch nur in seinen wichtigsten Theilen gehörigaufgeklärt worden. Brewster sucht hier daö noch Fehlende nachzu-tragen, und daö Ganze dieses Gegenstandes nach einem umfassendenPlan zu behandeln. Sein Hauptzweck ist, auf diejenigen Sinnestäu-schungen aufmerksam zu machen, die dann entstehen, wenn die Augenoder die Ohren aufhören, ihre Dienste zu leisten, oder wo sie diesel-ben auf eine krankhafte, ungewöhnliche Weise leisten, und dafür dieOperationen des Gemüths über die unmittelbaren Wahrnehmungender Außenwelt vorherrschen, und Eindrücke hervorbringen, deren Ur-sache bloß in unserm Innern liegt, ohne einem wahrhaften Gegen-stände außer uns zu entsprechen.

Die fünf zunächst folgenden Briefe beschäftigen sich vorzüglichmit den Täuschungen, welchen unser Auge ausgesetzt ist. Der zweiteBrief spricht von dem Verschwinden sichtbarer Gegenstände aus ver-schiedenen Ursachen. Den Anfang macht die schon von Mariottegegebene Bemerkung, daß alle Menschen, wenn sie bloß auf einemAuge sehen, in Beziehung auf einen bestimmten Punkt vor ihnenimmer vollkommen blind sind. Sieht man mit dem rechten Auge, soliegt dieser Punkt stets nahe 15 Grade zur rechten des Gegenstandes,auf welchen man eben sieht, oder er liegt 15 Grade rechts von derAugenaxe. Sieht man bloß mit dem linken Auge, so liegt (euerPunkt 15 Grade links von der Augenare. Um sich davon zu über-zeugen, lege man zwei gefärbte Oblaten auf ein weißes Blatt Pa-pier, drei Zoll von einander entfernt, und sehe aus einer Entfernungvon nahe 12 Zoll mit dem rechten Auge nach der links liegendenOblate, so daß das rechte Auge genau über der linken Oblate steht,und daß die, beide Augen verbindende Linie mit der die Oblaten