150
Suvker, Naturwissenschaften.
desselben noch im Dunkeln. Volts zeigte der erste, daß die Elec-trizität an diesen Phänomenen Antheil habe, wodurch er der Chemieund Physiologie neue, bisher unbekannte Wege öffnete. Für diesebeiden Wissenschaften wird der Galvanismus vielleicht ein eben sowichtiges Mittel werden, als das Mikroskop für die Naturgeschichteund das Teleskop für die Astronomie geworden ist. Besonders ver-spricht unö die chemische Wirkung der galvanischen Säule, deren nähereKenntniß wir Ritter, Davy, Wollaston u. a. verdanken, nochdie interessantesten Entdeckungen.
Unter den Revolutionen, welche die Naturwissenschaften in denneueren Zeiten erlitten haben, ist die Theorie der Verbrennung,dieses Wort in seinem weitesten Sinne genommen, bei weitem diewichtigste. Die früheren Ideen Rey'S, Boyle'S, Stahl'ö u. a.waren im Allgemeinen gegründet, aber aus Mangel an Fortsetzungder Beobachtung sowohl, als der Kombination, unfruchtbar geblieben.Lav visier war es vorbehalten, zuerst deutlich zu zeigen, daß allebrennbaren Körper bei ihrer Verbrennung bloß Lebenslust, d. i. denallein athembaren Theil der atmosphärischen Luft absorbiren, und zwargerade so viel, als die Gewichtsvermchrung der kalcinirten Metallebeträgt, so daß also die Verbrennung nichts anderes, als die Ver-bindung der Lebenslust mit den Körpern ist. Die bald darauf ent-deckte Herstellung des Wassers aus der verbrannten Luft, Laplace'SKalorimeter, die Zusammensetzung der brennbaren Substanzen, dieTheorie der Gährungcn und viele andere wichtige Entdeckungen warendie unmittelbare Folge /euer Idee Lavoisier'S, welche der gesammtenChemie eine neue Gestalt gab.
Nach diesen Betrachtungen verbreitet sich der Verfasser über dieVorzüge der neuen, von Guyton de Morveau erfundenen Nomen-klatur der Chemie, über die Urstoffe oder metallischen und erdigenElemente, die sehr umständlich durchgeführt werden; über die Ver-wandlung der Produkte unter einander; über die Analysen der ge-mischten Körper und über die drei Arten der Gährungcn.
Von der Chemie geht er zu der eigentlichen Naturgeschichte, undzwar zuerst zu der Meteorologie über, in welcher die vorzüglichstenneuen Entdeckungen angeführt werden, daß die glaSförmigen Elementeder Atmosphäre in allen Höhen über der Erde nahe gleiche Verhält-nisse zeigen, und daß auch die entferntesten Länder in dieser Beziehungnur wenig verschieden sind; daß sie die Dünste des Wassers aufnimmtund sich dadurch mannigfaltig modificirt u. s. w. Die neu erfundenen