Band 
Dritter Band.
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Cuvker, Naturwissenschaften.

weißen Feuchtigkeit zu bedecken, welche von diesen Poren absorbirtund den Ovarien zugeführt wird. Diese und andere schöne Ent-deckungen, welche über ein einheimisches, täglich vorkommendes unddoch noch so wenig bekanntes Thier gemacht worden sind, können alsein redendes Beispiel von der Wahrheit dienen, die man in den letz-ten Zeiten so oft und immer vergebens gepredigt hat, daß es nichtimmer nothwendig ist, mit großen Kosten in fremde Welttheile zureisen, um Entdeckungen in der Naturgeschichte zu machen, und daßdie Natur selbst in unserer Nähe Schätze darlegt, die wir noch garnicht kennen. Ein zweites Beispiel bieten unsere Bienen dar, diezwar schon oft untersucht, aber noch immer nicht völlig bekannt sind.Die beiden Hub er, welche diesem interessanten Geschöpfe einen großenTheil ihres Lebens gewidmet haben, fanden die bisher allgemein an-genommene Meinung ganz unrichtig, daß die Bienen das Wachs ausdem Pollen der Blumen bereiten. Nach ihren Versuchen machen dieBienen kein Wachs, wenn man ihnen bloß Pollen und Früchte dar-bietet, aber sie machen eS sogleich wieder, wenn sie Blumen mitHonig oder Nektar erhalten. Den Pollen brauchen sie nur zur Er-nährung für ihre Larven, und sie vermischen ihn zu diesem Behufemit etwas Honig. Das Wachs aber erscheint an diesen Thierchen inkleinen Schuppe», die sich zwischen den Ringen des Unterleibes eini-ger Bienen, nicht aller, auflösen. Daher diese Gattung von Bie-nen von Huber die Wachebiene» genannt werden. Daraus folgtalso, daß das Wachs eigentlich ein Exkrement der Bienen ist, wel-ches, wie alle Exkremente, seinen Ursprung in der Ernährung desThieres hat, und welches auö den Nahrungsmitteln auSgesogenwird.

Die Untersuchungen über das Nervensystem von Flourenö,einem jungen Arzte, sind von der größten Wichtigkeit. Er zeigt,daß der Reiz, der an den Nerven angebracht wird, sich durch alleMuskeln fortpflanzt, in welchen der gereizte Nerv seine Zweige ver-breitet. Wenn man das Rückenmark in verschiedenen Punkten durch-schneidet, so verlieren nach und alle Theile, welche ihre Nerven unterder Durchschneidung haben, das Vermögen, dem Thiere Schmerzenzu verursachen. Man kann sogar von dem Gehirne die sogenannteHemisphäre, die gestreiften Körper, die Sehhügel und daö kleineGehirn schichtenweise nach und nach entfernen, ohne Kontraktionenoder schmerzliche Empfindungen zu verursachen. Wenn man das Ge-hirn selbst sticht oder schneidet, so zeigt eö für sich keine Empfindung,