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Dritter Band.
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Cuvier, Naturwissenschaften.

Mundhöhle durch die Ohren herausgehe» lassen, beweist das Gegen-theil, und der berühmte Chirurg Astley Cowper in London hatgerade durch die Durchbohrung des Trommelfells mehrere Taube voll- ;kommen geheilt. Der französische Chirurg Jtard durchbohrte sogardaS Trommelfell, bloß um die Trommelhöhle, die der Sitz der Krank- >

heit war, herzustellen, und sie durch Einspritzungen von lauem Wasser >

zu heilen, welche Einspritzungen ohne Durchbohrung des Trommelfells !nicht bis zu der Trommelböhle hätten gelangen können. — Die immer !gefährlichen Amputationen deö Armes im Schultergclenke führen oftden Tetanus oder Starrkrampf als Folge nach sich, und dann wirddas kranke Individuum meistens ohne Hoffnung aufgegeben. BaronLarrey fand, daß in, diesem Zustande die Anwendung des Feuerstreffliche Wirkung thut, wenn cS aus denjenigen Stellen angebrachtwird, wo sich das Centrum der nervösen Reizung befindet. DaS Be-spritzen mit kaltem Wasser, welches deutsche und englische Aerzte em-pfehlen, fand er nicht befriedigend. — Gegen die großen Verheerun-gen, welche daS sogenannte Hospitalsieber an den Orten anzurichtenpflegt, wo viele Menschen in einem engen Raume zusammengepreßtwerden, schlägt Masuper das essigsaure Ammoniak oder den Lpwltus j

ölinüereri vor, der, in größeren Gaben angewendet, seinen Zweck nie !

verfehlt haben sott. f

Man hat in den neuesten Zeiten manche Zweifel gegen die Ein- -

impfung der Pocken erregt. Die Akademie der Wissenschaften in ^

Paris hat schon im Jahre 1812 eine eigene Kommission zur Unter- ,

suchnng dieses Gegenstandes niedergesetzt, der die gesummte Mensch- i

heit in einem so hohen Grade interessirt. Das Resultat ihrer For- >

schungen war: 1) daß die Einimpfung des Kuhpockengiftes keinen !

Stoff in den Körper einführt, der in demselben eine bedeutende Stö-rung veranlassen könnte; 2) daß die unglücklichen, in einigen Fällenbeobachteten Ausgänge der Impfung offenbar von fremden Ursachenabhängen, und anderen, auch ohne der Vaccine sich entwickelnden Krank-heiten zuzuschreiben sind; 3) daß die nachfolgenden Störungen offen-bar ganz besondere, von individuellen Umständen abhängige Fälle wa-ren, und daß sie, da ihre Zahl keineswegs mit der unermeßlichenSumme der von allen bösen Folgen ganz freien Fälle in Verhältnißsteht, zu keiner allgemeinen Folgerung berechtigen könne; 4) daß jeneunglücklichen Fälle, wenn mau sie selbst als unbestreitbar annehmenwollte, doch durch die zahlreichen Beispiele von chronischen und ande-ren Krankheiten, welche sich in Folge der Impfungen mit Kuhpocken»