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Euvier, Naturwissenschaften.
fachen des Todes bei den Leichenöffnungen anzuwenden. ES ist zu jerwarten, daß durch dieses Werk das Leben vieler Schuldlosen erhal- !ten und die Bestrafung vieler Schuldigen erreicht werden wird: 8on-libus incis tremor, oivibu8 8slus, wie daS treffend gewählte Mottodes BucheS sagt.
Unter allen Krankheiten, die den Menschen befallen, sind wohldie Gemüthsaffektionen die traurigsten und am meisten geeignet, sei-nen Stolz zu demüthigen, besonders die noch nicht völlig ausgebildetenund unvollständigen Affektionen. Wenn ein Mensch in eine Wuthverfällt, die sich durch nichts bändigen läßt, oder wenn er in einegänzliche Geistesschwäche verfällt, die ihn noch unter das Thier herab-würdigt, so erregt zwar ein so erschütternder Anblick tiefen Schauder,aber wir sehen doch nichts, als eine allgemeine Affektion des Gehirns,welche dieses Werkzeug deö Geistes zu seinen Verrichtungen untauglichmacht. Aber wenn sich ein, an Körper und Seele gesunder, seinervollen Vernunft mächtiger und sonst in allen übrigen Beziehungengeregelter Mensch bloß in einzelnen Ideen oder Ansichten von denallgemein als wahr angenommenen Voraussetzungen entfernt; wenner bloß einzelne geistige Verrichtungen irrig vollführt, oder gewissebesondere Empfindungen zu haben glaubt, deneu nichts AeußereS zuGrunde liegt, so sehen wir ihn als unseres Gleichen an, und dieBesorgniß, daß auch uns ein ähnliches LooS in gesunden Tagentreffen, daß uns vielleicht, ohne daß wir es wissen, ein solches LooSschon getroffen haben kann, wirkt ergreifender aus uns, als der, wenngleich an sich selbst viel schrecklichere Anblick eines Rasenden, der anseiner Kette reißt, der uns aber doch nur als ein Kranker erscheint,der mit uns weiter keine Aehnlichkeit hat, und dessen Schicksal uns,wie wir hoffen, immer fremd bleiben wird. Indessen kommt dochdiese Art der Geisteskrankheit am häufigsten vor, und sie ist zu keinerZeit so selten gewesen, daß sie nicht die besondere Aufmerksamkeit derAerzte verdient, und daß sie nicht für jeden Beobachter sehr wichtigeDaten zu der moralischen Geschichte unseres Geschlechtes gelieferthätte. In den neuesten Zeiten hat sich damit vorzüglich ESquirolbeschäftigt, und in seiner sehr scharfsinnigen Schrift gezeigt, daß dieseKrankheit bald einen akuten, bald einen chronischen Gang verfolgt,und daß man dabei, wie bei allen anderen Krankheiten, Fortschritte,Paroryömen, Abnehmen und oft auch einen glücklichen AuSgang be-obachtet. Große Veränderungen in der Existenz der Kranken oder inihren Verhältnisse» und nächsten Umgebungen, oder andere wichtige