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Dritter Band.
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Lalbi, ^bräZe äs 6eo§>apkie.

Sumpfe, der die ganze Umgegend vergiftet, aushaucht? Wer IN sol-chen Ländern gereist ist, in welchen sich erst einige größere Städtezur sogenannten Kultur erhoben haben, während das übrige Land nochder Natur getreu lebt, wird diese Frage aus eigner Erfahrung be-antworten können, besonders wenn er sich jenen verpesteten Lagernöfters zur Nachtzeit nähern mußte. In ganz Rußland z. B. reisetman bei Tag und Nacht, ohne die geringste Vorsorge wegen einemUebcrfalle, und fremde Reisende, die sich auch hier, wie sie es in cul-tivirten Ländern gewöhnt waren, mit Pistolen und Säbeln und Wider-standsmitteln aller Art versehen, werden von dem gemeinen Manne,der daS Ueberfliissige dieser Vorsichtsmaßregeln kennt, gutmüthig be-lächelt. Wenn er aber selbst in die Lage kömmt, sich einer der beidenHauptstädte bei Nacht zu nähern, so vergißt er nie, die oft nur zunöthigen Waffen zurccht zu legen, oder doch zu warten, bis er in Ge-sellschaft mit andern den bedenklichen Weg zu dem Sitze der höher»Bildung einschlagen kann.

Wenn eS uns unmöglich fällt, die Wahrheit ganz zu erreichen,ein Fall, der bekanntlich öfter eintritt, als eS eben wünschcnswerthseyn mag, so sollte man doch immer zusehen, in welchen Gränzen un-sere bisherigen Kenntnisse über irgend einen Gegenstand eingeschlossensind. Ein Buch, welches dieß für jede einzelne Wissenschaft leistet,würde zu den schätzbarsten gehören, die man in unsern Bibliothekenaufstellen könnte. Die erst in unsern Tagen mehr ausgebildete Pro-babilitätsrcchnung würde bei Untersuchungen dieser Art die bestenDienste thun, und der Vorschlag ließe sich selbst auf die sogenannteneracten Wissenschaften, und zwar auf diese vorzugsweise, anwenden.Um mich durch ein Beispiel deutlich zu machen, so könnte man denAstronomen fragen, wie groß denn eigentlich die mittlere Entfernungder Sonne von der Erde sey? Die Antwort, welche er auf dieseFrage nach dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaft geben kann,ist die, daß nach Encke'S vollständiger Berechnung der beiden letztenVenusdurchgänge von 1761 und 1769 die mittlere Aequatorial-Pa-rallaxe der Sonne im Horizonte gleich 8.578 Secunden betragensoll. Allein daran werden vielleicht die nächstfolgenden Durchgängedieser Planeten, und die wahrscheinliche Vervollkommnung unserer In-strumente noch manche Aenderung anbringen, so daß wir die wahreGröße dieser Sonnenparallare vielleicht erst in mehreren Jahrhunder-ten bis auf V,oo einer Sekunde genau erfahren werden. Da aberdieses Element eines der wichtigsten in der gesammten Astronomie,