Band 
Dritter Band.
Seite
241
JPEG-Download
 

Lalbl, LbreZö äs üeoArspIiis.

241

theil: ich habe zwar nie »ach dem Glücke gegeizt, aber es auch nochnicht genossen, von ihnen einer besonderen Aufmerksamkeit gewürdigtzu werden, sey es, daß ich sie nicht verdiente, waö ich mir gern ge-fallen lassen will, oder daß das Wenige, waS ich bisher zu Marktegebracht habe (meistens nur mathematische oder astronomische Kleinig-keiten), jenen Mitgliedern unseres litcrarischen hochnothpeinlichen HalS-gerichts gar zu fremd und unverständlich war, um ihre Weisheit da-mit zu belästigen. Genug, sie ließen mich bisher in Ruhe, und ichwünsche nichts mehr, als daß sie eS auch ferner eben so mit mir hal-ten mögen. Aber eben deßwegen, weil ich nicht für mich zu sprechenhabe, glaube ich desto lauter für andere sprechen, und den Wunschdesto nachdrücklicher vortragen zu dürfen, daß diese Thersiten dochendlich einmal ihre kritische Scheere niederlegen, und dafür versuchenmögen, selbst auch nur solche Dinge hervorzubringen, die sie an an-deren bisher so bitter getadelt haben. Unser Verfasser, der wahrlichoft genug Gelegenheit gehabt hätte, seine Meinung über seine Vor-gänger mit gerechter Entrüstung auSzusprechen, denn wo wird wohlleichtsinniger verfahren und wo erlaubt man sich eher Uebertreibungenund selbst Unwahrheiten, als in Neisebeschreibungcn, geht jenen Herrenhierin mit einem edlen Beispiele vor, und selbst da, wo er von förm-lichen literarischen Dicbstählen, an ihm selbst verübt, sprechen muß,thut er es auf eine Weise, die den Mann von Bildung und Urbani-tät bezeichnet, während man sich, wenn man die ungeschlachten Aeuße-rungen jener Leute zur Hand nimmt, in ein rohes Zeitalter zurück-versetzt glaubt.

Noch gibt unser Verfasser Gelegenheit zu einer anderen Betrach-tung, die im Grunde mit der vorhergehenden zusammenhängt, undhier an ihrer Stelle stehen mag, da man nicht alle Tage das Glückhat, ein so durchaus gutes Buch anzuzeigen, und sich der schönen undreichen Früchte einer vieljährigen Arbeit ohne allen Hinterhalt zu er-freuen.— Dieses Buch enthält die Resultate der angestrengten Be-mühungen beinahe eines ganzen thätigen Menschenlebens. Wie vieleVorbereitungen mußten vorausgehen und welche Massen von Mate-rialien mußten mit einem wahren Ameisenfleiße zusammengetragenwerden, bis man nur an die Sichtung und Ordnung des aufgehäuf-ten Stoffes denken konnte. Welche Mühe und Beharrlichkeit fordertedann die Ausführung eines so umfassenden Werkes, welche Sorgfaltder Ausdruck und die hier überall kennbare Politur deö Styleö, jaselbst der schöne, correcte und wegen seinen hier sehr zweckmäßig an-Littrow in. 16